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GC Rugby | 26.01.2018

RUGBY | HEISSE ANSICHTEN DAS GANZE JAHR

Das GC Rugby Team, aktuell Wintermeister in der NLA und Schweizer Meister und Europacup-Teilnehmer bei den „Sevens“, produzierte mit seinen Spielern einen Kalender, der viel nackte Haut zeigt – aber keinesfalls anstössig und auf alle Fälle jugendfrei. Die Hälfte des Erlöses kommt der Krebsliga zugute.

Normalerweise ist der Tessiner Norman Pedrini im GC Rugby-Team zuverlässiger Teamplayer und Organisator im Umfeld. Vor allem für die Reservation des Teambusses für Auswärtsreisen ist er zuständig. In einem besonderen Fall liess er sich von seiner Freundin inspirieren. Sie erzählte ihrem Norman nämlich von einem äusserst erfolgreichen Kalender einiger australischer Feuerwehrmänner, die sich nackt fotografieren liessen und auf Kalenderblättern posierten, künstlerisch hochwertig. Das Produkt löste Begeisterungsstürme in Down Under aus. Und, wie eine Recherche von GC INSIDER ergab, fanden die Australier 2015 Nachahmer in Liechtenstein. Die Triesenberger Feuerwehrleute entledigten sich auch ihrer Montur und posierten mit Erfolg für einen Kalender. Also überzeugte Norman seine Teamkollegen es den Feuerwehrleuten in Australien und Liechtenstein gleich zu tun und einen aussergewöhnlichen Kalender zu produzieren.

Norman stiess auf offene Ohren. Die Spieler waren grossmehrheitlich begeistert, zumal ein renommierter irischer Fotograf für dieses Projekt gewonnen werden konnte. Dieser fotografierte die Cracks in einem Studio, nachdem die erste Idee, die Aufnahmen auf dem Spielfeld zu machen, verworfen worden waren. „Es wäre wohl nicht sonderlich gut angekommen, wenn eine Horde Nackter auf der Allmend herumgelaufen wäre...“, glaubt Norman Pedrini, wohl nicht zu Unrecht. Die Aufgaben rund um das Projekt waren rasch verteilt, nachdem sich hilfreiche Geister angeboten hatten, ihre Spezialkenntnisse im Druckbereich einfliessen zu lassen. Innerhalb von nur zwanzig Tagen lag der wohlgelungene Kalender vor. Zuerst wollte der Initiant eine Auflage von 100 Exemplaren auflegen, vor allem für die Spieler und den Angehörigen. Weil aber die Resonanz gross war, wurde die Auflage auf 600 Exemplare erhöht. Nachdem sich der Hauptsponsor, der Irish Pub „Paddy Reilly's“ bereit erklärt hatte, die Hälfte der Produktionskosten zu übernehmen, war das Risiko für die Rugby-Spieler überschaubar. 

Auf dem Kalender-Deckblatt sind alle Teammitglieder zu sehen, auf den Einzelblättern jene, die sich zum Modeln bereiterklärt hatten. Es kursiert aber bereits in GC Rugby-Kreisen das Gerücht, dass nächstes Jahr ein weiterer Kalender erscheinen müsse, denn auch die bisher Skeptischen wollen auch abgelichtet werden... Bis kurz vor Weihnachten wurden über 450 Kalender abgesetzt, an zwei für den Verkauf organisierten Anlässen und über die Online-Bestell-Plattform. Zusätzlich wurden auch Einzelblätter mit den Autogramm der entsprechenden Models abgesetzt. Norman Pedrini: „Das Interesse an unserem Kalender ist riesig, wir sind angenehm überrascht.“ Man rechnet mit einem fünfstelligen Gewinn, der ursprünglich dem Club zukommen sollte, zur Reduktion der Ausgaben für Auswärtsspiele, schliesslich müssen die Grasshopper jeweils in die Westschweiz fahren. „Dann erzählte ein Teammitglied von der Krebserkrankung seines Kollegen, worauf das Team spontan abstimmte, 50 Prozent des Verkaufserlöses der Krebsliga zu spenden. „Als dann auch noch publik wurde, dass sich ein Teammitglied einer Chemotherapie unterziehen muss, hatte unsere Spende plötzlich auch noch einen persönlichen Bezug“, sagt Norman Pedrini.

„Meine Teamkollegen, die in einem Büro oder einer Werkstatt tätig sind, erzählen, dass der Kalender auf grosse Resonanz trifft, vor allem bei weiblichen Betrachtern, die die attraktivsten Models heiss diskutieren – und auch manche bewundernde SMS an die Teammitgliedern senden“, erzählt Initiant Norman Pedrini.

Wer sich auch noch ein Bild von diesem bemerkenswerten Kalender mit den muskulösen Körpern machen will, zu 25 Schweizer Franken sind einige Restexemplare noch erhältlich.

Eugen Desiderato