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GC Squash | 23.06.2017

SQUASH | WELTFUSSBALLER DES JAHRES BEIM GC

GC hat einen Weltstar in seinen Reihen. Allerdings gehört der Europameister, Weltfussballer des Jahres, einer der besten Stürmer seiner Generation nicht GC Fussball an, sondern Marco van Basten frönt seinem Hobby in der GC Squash Halle an der Zürcher August-Forel-Strasse. 

Zugegeben, Marco van Basten könnte, seinem Alter (52) und seinen vielen Verletzungen geschuldet, nicht mehr aktiv Fussball spielen, das gegnerische Tor würde er aber sicher immer noch treffen. Eine Fähigkeit, die dem GC Fussbalteam gut anstehen würde. Van Basten spielte bei Ajax Amsterdam und  der AC Milan, absolvierte 58 Länderspiele mit der niederländischen Nationalmannschaft, ist einer der besten Stürmer seiner Generation. Die Fussballfans schnalzen noch heute mit der Zunge, wenn sie sich über eines der spektakulärsten Tore der Fussballgeschichte unterhalten, erzielt von Marco van Basten im EM Final 1988 im Münchner Olympiastadion, eine Direkabnahme, ein Bogenball, der sich aus 18 Metern getreten über den russischen Goalie Rinat Dassejaew hinweg ins Netz senkte. Anschliessend stemmten die Tulpensöhne den EM-Pokal 1988 in den Münchner Nachthimmel. Marco van Basten hamsterte Titel en masse, war Weltfussballer des Jahres (1992), Europameister, bester Torschütze an der EM 1988 und wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt, war dreifacher Fussballer Europas usw.

Trainerstationen

Marco van Basten war auch Trainer, bei Ajax Amsterdam, der niederländischen Nationalmannschaft, bei SC Heerenveen und AZ Alkmar. „Dieses Kapitel ist abgeschlossen“, gibt der Holländer zu Protokoll. Die Aufgabe hat ihm zu viel Energie gekostet, er nahm Negatives zu persönlich, das hat ihn zermürbt. Heute bringt Marco van Basten seine reiche Erfahrung als FIFA Direktor ein, ist für die Weiterentwicklung des Fussballs zuständig. 

Von der niederländischen Fussballnati zu GC Squash

Heute jagt Marco Van Basten kleineren Bällen nach: auf dem Golfplatz (Handicap 5) und bereits eine Woche nach seinem Arbeitsantritt in Zürich suchte er einen Squash Club, nachdem er in den letzten Jahren in Holland zu diesem Sport gefunden hat. Freunde empfahlen ihm GC. „Eines Abends stand ein Mann im Trainingsanzug und den Squashschläger in der Hand bei uns in der Halle. Kein Mitglied, dachte ich“, so Sektions-Präsident Rolf Meier. „Hi, I’m Marco, can I play Squash here?“ „Natürlich“, entgegnete Meier, „aber Du musst schon Mitglied sein“. Der Eintritt wurde sofort vollzogen. Marco gibt’s viele, also dachte der Sektions-Präsident nichts „Böses“... bis ihn einige eher fussballaffine Kollegen darauf aufmerksam machten, dass soeben ein Fussballstar Mitglied geworden ist. Rolf Meier: „Der erste Eindruck hat sich bis heute bestätigt. Ein bescheidener, sympathischer und zuvorkommender Mann, dem der Ruhm nicht in den Kopf gestiegen ist. Und dann überrascht er auf dem Court mit seiner Fitness, Wendigkeit und Schnelligkeit. Er kann einen alten Squashhasen mit Erfahrung und Technik ins Schwitzen bringen. Mit seiner Winnermentalität hat er schon manchen knappen Satz für sich entschieden. Auf jeden Fall macht es sehr viel Spass mit ihm zu spielen und anschliessend in der Garderobe zu fachsimpeln.“ Und Marco van Basten bereut seine Mitgliedschaft keineswegs: „Hier wurde ich sehr freundlich aufgenommen. Das erste Spiel im GC Squash Center bestritt ich mit GC Squash Präsident Rolf Meier. Das hat sich sehr gut angefühlt.“

„Doppelter Mitgliederbeitrag wäre fällig...“

Wenn Marco van Basten in Zürich weilt, ist er bis zu viermal pro Woche in der GC Squash Halle anzutreffen. „Er gehört zu unseren eifrigsten Hobby-Squashern“, schildern GC Kollegen, „es ist bemerkenswert, wie fit sich der 54-Jährige präsentiert. Und ehrgeizig. Er ist so oft hier, dass er eigentlich den doppelten Mitgliederbetrag zahlen müsste. „Allein das Duschwasser kann mit dem ordentlichen Beitrag nicht gedeckt werden, aber wir sind ja tolerant bei GC“, fügt Kollege Carsten Els, vormaliges Vorstandsmitglied GC Squash an. Der Holländer schlagfertig: „Das stimmt, zu Hause habe ich noch nie geduscht, das mache ich hier in der Halle. Squash ist nur ein Nebenprodukt.“ Die ebenfalls anwesenden Spieler krümmen sich vor Lachen. Man versteht sich prächtig.

Dass Marco van Basten einsatzfreudig ist, stellte auch der Autor fest. Das vereinbarte Gespräch begann mit zeitlicher Verspätung, zweimal bat Marco um Verständnis, dass er noch ein paar Minuten auf dem Court anhängt. Und dies nach bereits anderthalbstündigem Spiel mit verschiedenen Partnern, jeweils unterbrochen nur durch ein paar kurze Verschnaufpausen. Eine Herkules-Leistung. Aber dann hatte er schweisstriefend die Session beendet, war bereit fürs Gespräch, hellwach und konzentriert. 

Aus der Not zum Squash

Marko van Basten erzählt davon, dass er in seiner Jugend praktisch alle Ballspiele ausprobierte und auch das Spiel, das mit einer Hartgummischeibe gespielt wird, Eishockey. Geblieben ist ihm Fussball, dies allerdings auf allerhöchstem Niveau. Zum Spash kam er aus einer gewissen Not heraus. 

Nach verschiedenen Verletzungen, die ihn zum frühzeitigen Abbruch seiner Aktivkarriere gezwungen haben, reduzierten sich die Möglichkeiten zur intensiven sportlichen Betätigung. Vor allem die Sprunggelenke machten ihm ordentlich zu schaffen: „Den Fuss abrollen kann ich nicht mehr, schnell und ausdauernd laufen auch nicht. Nach etlichen Versuchen, die immer mit Schmerzen endeten, musste ich mir eingestehen, dass es nicht mehr geht. Wenn ich zum Beispiel Tennis gespielt habe, schmerzten mich meine Füsse anschliessend während drei oder vier Tagen. Als Alternative bot sich Squash an, weil ich mich auf dem Court hauptsächlich auf dem Vorderfuss bewege. In meiner Heimat Holland war ich vor rund drei Jahren das erste Mal im Squash Court, seither bin ich von diesem Sport begeistert, weil er Beweglichkeit, Schnellkraft und Ausdauer erfordert, weil der Puls in die Höhe geschnellt wird. Ich zähle Squash zu den härtesten Sportarten überhaupt.“ Und dann schwärmt Marco van Basten: „Der kürzliche Besuch des GC Squash Cup hat mich total begeistert. Was die Spieler geleistet haben ist fast unglaublich. Sie sind so stark, so schnell, so clever. Die Kombination von strategischen Fähigkeiten wie beim Schach und höchsten Anforderungen wie beim Boxen beeindruckt mich sehr.“ 

Dank seiner physischen Fähigkeiten und seinem Willen hat es Marco van Basten auch im Squash auf ein ansehnliches Niveau gebracht. Er selbst schätzt, dass er auf einer Leistungsskala von 1 bis 10 auf sechs oder sieben steht. Trotzdem, in den Meisterschaftsbetrieb wird er nicht einsteigen. Er steht sehr gerne seinen Teamkollegen als Sparringpartner zur Verfügung – und bleibt damit in hohem Mass fit. „Ich brauche ganz einfach einen körperlichen Ausgleich zu meinem Bürojob“, stellt er fest. „Am Schreibpult werde ich gegen 17 Uhr jeweils kribbelig, dann muss ich raus – in den Squash Court und mich bewegen". Allerdings, Marco van Bastens Büroarbeit im „Home of FIFA“ hält sich in Grenzen. Vielmehr ist er oft weltweit unterwegs, beobachtet Spiele, führt Gespräche, nimmt an Meetings teil. Jeweils wieder zurück in Zürich zieht’s ihn sofort in die Squash-Halle, zum Spiel und (vor allem) Duschen...

Eugen Desiderato