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GC Fussball | 25.04.2016

Fussball: Stars fördern Frauenfussball

Seit Ende 2013 gehört Alain Sutter dem Funktionsteam bei den GC-Frauen an. Trainerin Evelyn Zimmermann überzeugte den Ex-Nationalspieler von einer Mitarbeit. Seither bringt der 48-Jährige sein Fachwissen voll ein. Auch beim Ligakonkurrent FC Luzern Frauen ist mit Andy Egli auch ein Ex-Hopper als Sportchef eingestiegen.

An den Beginn seiner Tätigkeit bei den GC-Frauen erinnert sich Alain Sutter noch genau. Ende 2013 rief Evelyn Zimmermann das Hoppers-Urgestein an und fragte, ob er nicht Trainer beim NLA-Team werden wolle. «Ich sagte zu Evelyn, dass wir uns gerne zusammensetzen können, um zu schauen, was möglich ist», erklärt der 48-Jährige. Doch Sutter merkte schnell: Eigentlich muss Evelyn Zimmermann selbst von der Assistentin zur neuen Trainerin aufsteigen. Und er wollte ihr dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine Zusammenarbeit war geboren – und hat bis heute Bestand. Sutter ist offiziell als Sportchef der GC-Frauen tätig. Ein Job, den er mit Herzblut und Einsatz verrichtet. Auch, wenn das ganz grosse Rampenlicht fehlt wie früher bei den GC-Männern, wo Sutter als Spieler und später als Berater tätig war. «Wir verrichten unsere Arbeit eher im Kleinen und wollen das Beste aus recht beschränkten Möglichkeiten machen», offenbart Sutter.

Gezielte Nachwuchsförderung

Denn anders als beim Stadtrivalen FC Zürich oder beim FC Basel ist die Frauenabteilung bei den Hoppers unabhängig von der Profiabteilung der Männer und muss sich selbst finanzieren. Dies sei immer wieder ein Balance-Akt, wie Sutter erklärt. «Bisher bekamen wir von der Fifa noch 100 000 Franken Zuschuss pro Jahr für den Frauenfussball-Standort Zürich. Der Betrag fällt nächste Saison weg, jetzt müssen wir versuchen, das Geld anderweitig aufzutreiben.» Erfreulicherweise spüre er jedoch grosses Interesse und hoffe auf eine breite Unterstützung von Seiten der Donatoren. «Wir sind in guten Gesprächen. Auch das ist Teil meiner Arbeit. Ich versuche, Sponsoren und Gönner zu akquirieren.»

Sutter ist stolz darauf, mit einem kleinen Team viel bewegen zu können. Neben Evelyn Zimmermann sind auch der Technische Leiter Philipp Heinzer und Nadine Leemann als Vertreterin in der GC-Fussball-Sektion im Dauereinsatz, dazu einige weitere Helfer und ehrenamtliche Mitarbeiter. Ziel ist es, Frauen-Spitzenfussball zu bewerkstelligen, dabei aber vor allem auf den eigenen Nachwuchs zu bauen. Eine gute und durchdachte Ausbildung eben, ganz nach der «Hoppers-Philosophie». Dafür bedarf eines klaren Konzeptes und einer durchdachten Förderung. «Wir leben davon, junge und hungrige Spielerinnen in das NLA-Team zu integrieren», sagt Sutter. Dabei ist allen bewusst, dass Spitzenplatzierungen aktuell nicht möglich sind. «Der FCZ kann seinen Spielerinnen sogar eine kleine Aufwandsentschädigung zahlen. Natürlich können die dann auch gestandene Akteurinnen verpflichten. So sind sie aktuell ganz klar die Nummer 1 in der Schweiz und können international mithalten.» Die Hoppers sind derzeit im hinteren Mittelfeld platziert, jedoch mit einigem Abstand zu den Abstiegsrängen. Man spiele eine zufriedenstellende Saison, stellt Sportchef Sutter seinen Spielerinnen ein gutes Zeugnis aus. 

Noch ein Ur-Hopper als Sportchef

Ein Kontrahent in der NLA sind die FC Luzern Frauen. Und auch dort ist ein Ex-Hopper als Sportchef eingestiegen: Andy Egli. 336 Ligaspiele absolvierte der 57-Jährige für den GC. 77 Mal kam er für Schweizer Nationalmannschaft zum Einsatz. Seit dem 15. November 2015 ist er nun beim FCL in der Frauenabteilung aktiv. Er wolle nicht immer nur von Unterstützung und Hilfe hören, sondern selber anpacken, um den Frauenfussball voranzubringen. «Ich will aktiv mithelfen und gestalten», gibt Egli zu Protokoll. Denn: «Die Leidenschaft der Frauen für den Fußball ist genau so gross wie bei den Männern», hat Egli erkannt. Dabei soll der Ex-Nationalspieler vor allem seine Erfahrungen einbringen. «Er hat nicht nur als Spieler und Trainer, sondern vor allem auch mit seinem Fokus auf die Nachwuchsarbeit und die Ausbildung die Kompetenz, den Frauenfussball in Luzern entscheidend voranzubringen», freut sich Peter Strohhammer, Präsident der FC Luzern Frauen, über seinen prominenten Sportchef.

Durch Alain Sutter und Andy Egli ist geballte Erfahrung im Schweizer Frauenfussball aktiv. So ist in den letzten Jahren nicht nur das sportliche Können deutlich besser geworden, auch das Interesse am Schweizer Frauennationalteam ist mit der erstmaligen Qualifikation für eine WM im Jahr 2015 deutlich gestiegen. Aber leider ist dieser Mini-Hype nur rund um die Elite-Mannschaft des Landes spürbar, wie Sutter offenbart. «Wir würden uns noch immer mehr Öffentlichkeit wünschen. Der Frauenfussball ist auf einem guten Weg, auch beim GC. Es sind aber kleine Schritte nach oben, wir müssen um jeden Zentimeter kämpfen.» Aber genau dies mache auch ein Stück weit den Reiz aus von diesem Projekt. Sutter: «Wir machen aus wenig viel. Darauf können wir stolz sein.» Sutter selbst ist weiterhin voll motiviert und sowohl bei den Trainings und Spielen anwesend. Dabei steht er beratend zur Seite, gibt seine Erfahrung weiter und setzt die GC-Philosophie einer optimalen Nachwuchsförderung im gemeinsamen Konsens gezielt um – auch ohne das grosse Rampenlicht der Öffentlichkeit. Sutter: «Es macht einfach Spass, in diesem Team mitzuwirken.»

Tobias Erlemann