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20.01.2017

GC ZENTRALVORSTAND | BEWAHRER UND FÖRDERER

GC Zentralpräsident Dr. Andres Iten: "Es überrascht immer wieder, wie wenig – sogar bei Mitgliedern und vereinsnahen Kreisen – Struktur und Organisation des Grasshopper Club bekannt sind. Es lohnt sich deshalb, im GC INSIDER dann und wann „über und aus der Zentrale“ zu berichten, um so auch die weitere Entwicklung des Gesamtclubs zu unterstützen." 

Der Bekanntheitsgrad der Marke „GC“ bzw. „Grasshopper Club“ ist auch weit über die Grenzen der Schweiz hinaus sehr hoch. Dazu trägt der Fussball bei, quasi unser Flaggschiff, auf das wir Grasshopper stolz sind und mit dem wir uns gerne identifizieren, solange es erfolgreich unterwegs ist. Gerät es aber in Schieflage, gehen wir ebenso schnell auf Distanz und beklagen den Imageschaden, der „unserem“ Brand Grasshopper zugefügt wird und vergessen dabei, dass wir dessen Bekanntheit eben genau dem „GC Fussball“, mit dem 1886 alles angefangen hat, zu verdanken haben. 

Studenten gründeten den Grasshopper Club

Tom E. Griffith, ein zu Studienzwecken in der  Schweiz weilender Engländer gründete zusammen mit einigen Studienkollegen einen Fussballclub namens Grasshopper, der bald auch Wettkämpfe organisierte. Diese ersten Grasshopper waren aber keineswegs nur auf den Fussball fokussiert, sie waren als „Allrounder“ dem Sport allgemein zugetan und betätigten sich wettkampfmässig in weiteren Disziplinen, wie beispielsweise im Ruder- und Tennis-Sport. Nach und nach gründeten sie unter demselben Vereinsdach weitere Abeilungen, 1904 die Ruder- und 1915 die Tennis Sektion, womit die Basis für den polysportiven Verein Grasshopper Club Zürich gelegt war. Mit Gründung der Sektion Tennis entstand auch die Vereinsstruktur mit einer zentralen Führung. Erster Zentralpräsident wurde 1915 Hans Wunderly-Volkart, der schon bei der Gründung des GC 1886 mitgewirkt hatte. 

Heute nennen die Statuten als Hauptaufgaben und Kompetenzen des Zentralvorstandes, nebst der Führung des Gesamtvereins, insbesondere die Überwachung der Struktur und Organisation der Sektionen sowie die Sicherstellung einer angemessenen Finanzkontrolle der Sektionen. Der Zentralvorstand prüft demzufolge die Sektions-Budgets und kann nötigenfalls für alle Sektionen verbindliche Weisungen erlassen. Die Haupt-Aufgaben und -Verantwortlichkeiten, welche eine erfolgreiche Ausübung des Breiten- und Spitzensportes in der jeweiligen Disziplin ermöglichen, weisen die Statuten indessen richtigerweise den Sektionsvorständen zu. Es gilt, wie das Hans Nater, Ehrenmitglied des Zentralvorstandes, seinerzeit formulierte, das Subsidiaritätsprinzip.

Womit befasst sich der Zentralvorstand?

Nebst den ihm von den Statuten explizit zugewiesenen Kompetenzen und Aufgaben befasst sich der Zentralvorstand heute vor allem mit folgenden Aufgaben: 

Imagepflege und Weiterentwicklung der Marke „GC“: Dazu gehören die Kommunikation im Gesamtclub sowie die Umsetzung, Pflege, Überwachung und behutsame Weiterentwicklung unserer Werte und Kultur. Letztlich soll sich jedes Clubmitglied mit der „Corporate Identity“, wie wir sie von einigen Jahren unter der Leitung unseres früheren, leider viel zu früh verstorbenen Vorstandsmitgliedes Urs Läubli in Zusammenarbeit mit den Sektions-Präsidenten definiert haben, identifizieren und ihr nachleben können. Teil der Corporate Identity ist das Corporate Design, das die Richtlinien für einen einheitlichen Auftritt aller Sektionen, beispielsweise ihrer Websites, festlegt. Als Instrumente der Kommunikation im Gesamtclub dienen vor allem der elektronische Newsletter GC INSIDER und das GC JAHRBUCH. Während der „Insider“ 10 mal im Jahr möglichst aktuell über Ereignisse in den Sektionen berichtet und Hintergrund-Informationen liefert, welche alle Mitglieder interessieren könnten, werden im „Jahrbuch“ bedeutende Ereignisse aus den Sektionen zusammengefasst. Nicht zuletzt kommt ihm damit auch Archivfunktion zu.

Förderung der Kompetenzen und des Verantwortungsbewusstseins von Vorstandsmitgliedern und Trainern in den Sektionen: In erster Linie hierzu wurde die „GC Akademie“ ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit der ETH organisiert sie spezifisch auf die Bedürfnisse des Clubs und der Sektionen zugeschnittene Ausbildungskurse, welche sich Themen von sektionsübergreifendem Interesse, wie beispielsweise Sportmedizin, Training, Ernährung, Gesundheit, Übergriffsprävention etc. annimmt. 

Nachwuchsförderung: Alle Sektionen sind heute auf die grosszügige Unterstützung von Gönnern angewiesen. Mit dem Zweck, Nachwuchsprojekte finanziell zu unterstützen, haben wir vor zwei Jahren den „Verein für Nachwuchsförderung Sport“ gegründet. Als im Kanton Zürich offiziell anerkannter, steuerbefreiter Verein ermöglicht er es Gönnern, ihre sektions- oder projektbezogene Spende vom steuerbaren Einkommen in Abzug zu bringen. Erfreulicherweise konnten wir seit Gründung des Vereins bereits mehrere Nachwuchsprojekte im Betrag von insgesamt rund CHF 200‘000 unterstützen. Gleichzeitig müssen wir allerdings desillusioniert feststellen, dass es auch im Rahmen dieses Gefässes schwierig ist, Gelder im notwendigen Umfang zu sichern. Häufig ziehen es Gönner vor, direkt ihre Sektion zu unterstützen, selbst wenn dies unter Preisgabe des Steuervorteils erfolgt. 

Förderung des Zusammenhalts zwischen den Sektionen und des Clublebens generell: Mit der Durchführung von Anlässen unter Beteiligung aller Sektionen, wie beispielsweise GC Ball, Jubiläumsolympiade usw. wollen wir Kontakte und Freundschaften über die Sektions- und Generationsgrenzen hinweg ermöglichen und vertiefen. Damit fördern wir jene Werte, für die der Grasshopper Club Zürich von Anfang gestanden ist und weiterhin steht.

Controlling: Auch wenn dem Zentralvorstand, wie erwähnt, die Überwachung der Organisation und eine „angemessene Finanzkontrolle“ obliegt, sind seine diesbezüglichen Kompetenzen beschränkt. Das ist gewollt, denn die Verantwortung für eine kompetente Führung der Sektionen liegt bei den einzelnen Vorständen. Deren Wahl erfolgt durch die Sektionsversammlung, auch wenn sie letztlich durch die Delegiertenversammlung zu bestätigen ist. Gerade in personellen Belangen wünschte sich der Zentralvorstand mitunter mehr Kompetenzen. Vorderhand versucht er seinen Einfluss geltend zu machen, indem er die Sektionspräsidenten einlädt, mindestens ihre eigene Nachfolgeregelung sowie die Wahl des Sektionskassiers mit dem Zentralvorstand frühzeitig abzustimmen. 

Unterstützung der Sektionsvorstände

Um die Finanzkontrolle sicherzustellen, werden die Jahresrechnungen aller Sektionen, nebst den primär verantwortlichen Sektionsrevisoren, durch den Rechnungsführer des Zentralvorstandes einer zusätzlichen Überprüfung unterzogen. Werden festgestellte Mängel nicht weisungsgemäss rechtzeitig behoben, beantragt er der Delegiertenversammlung, die Décharge des betreffenden Sektionsvorstandes zu verweigern. Das Bestreben des Zentralvorstandes ist es indessen, eine mit Problemen kämpfende Sektion rechtzeitig unterstützen zu können, bevor es soweit kommt. Auch in dieser Situation beschränkt sich der Zentralvorstand jedoch auf Unterstützung des Sektionsvorstandes in Form von „Rat und Tat“. Denn weder liegt es in seiner Kompetenz noch verfügt er über die Ressourcen, um an Stelle des Sektionsvorstandes in einer Krise die Führung zu übernehmen. 

Und last but not least sorgt der Zentralvorstand in Zusammenarbeit mit den Sektionen für zeitgemässe Strukturen. So wurde kürzlich eine neue Software evaluiert, welche es sämtlichen Sektionen ermöglicht, nicht nur ihre Mitgliederdatei, sondern die ganze Sektion auf ein- und demselben System zu verwalten. Die Qualität der Daten bleibt dabei selbstredend in der alleinigen Verantwortung der Sektionen.

Präsidentenkonferenz

Das wichtigste Führungsinstrument des Zentralvorstandes ist zweifelsohne die Präsidentenkonferenz, welche mindestens viermal jährlich stattfindet. Dort werden Ideen, Vorschläge und Anliegen vorgebracht, diskutiert und gegebenenfalls weiter entwickelt. 

Schlanke Strukturen

Der Grasshopper Club ist ein lebendiges System, das sich zusammen mit den Veränderungen in der Sportwelt laufend weiter entwickelt. Es gibt aber auch Grenzen. Diese sieht der Zentralvorstand im Milizprinzip, welchem auch in der Zukunft sowohl im Gesamtclub als auch in den Sektionen bestmöglich nachgelebt werden soll. Schlanke Strukturen sind Gebot, die vorhandenen Mittel sollen in erster Linie dem in den Sektionen geförderten Sport zukommen. Nur falls mit Gewissheit festgestellt werden kann, dass Ressourcen nachhaltig eingespart werden können, sollen Aufgaben zentralisiert und in die Verantwortung des ZV überstellt werden. 

Der Grasshopper Club ist und bleibt eine Vereinigung, welche sportbegeisterten Menschen in der entsprechenden Disziplin eine optimale Infrastruktur und Nachwuchsförderung bereitstellen will – wenn „der GC“ dabei zu einem zweiten Zuhause wird, in dem sich Jung und Alt begegnen und sich wohl fühlen, ist das Ziel erreicht.

Andres Iten, Präsident des Zentralvorstandes