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GC Rudern | 19.11.2015

Rudern: 75 Jahre Wednesday Brothers

Es war der Wunsch der Wednesday Brothers, zum Abschluss ihres Jubiläumsjahres zusammen mit GC Ruderern aller Gruppierungen zu feiern. So wurden zum Jubiläums-Dinner am 11. November im GC Bootshaus Vertreter des Vorstands, des Fördervereins Bootshaus, des Gönnervereins Blue Blade, des Ziischtig Club, der FridayCrew, der Mittwochs-Freunde, des Boating-Lunch und Mitglieder mit Ehrenamt, die Junioren-Europameister mit Trainerin,  aktive Ruderer,  treue Grasshopper und fast vergessene langjährige Mitglieder eingeladen.  Es waren schliesslich rund 50 GC Ruderer, die im Blazer und mit GC Krawatte erschienen. Leider mussten sich einige langjährige Wednesday Brothers und eingeladene Clubmitglieder entschuldigen. Rico Gorini organisierte ein GC Ruderblatt mit Unterschriften und besten Wünschen für das langjährige und aktive Mitglied Gusti Naville, welcher zur Erholung weilt. Schon im Sommer des Jubiläumsjahres feierten die Wednesday Brothers: An zwei Abenden hatten sie ihre Ladies eingeladen und wurden dannzumal, wie auch am 11.11. von der Gastgeberin Alice Gehring und ihrem Team mit gutem Essen verwöhnt und herzlich bedient.

Aus der Gründungszeit

1940 bildete sich eine Gruppe jüngerer GC Rennruderer, die zu den sogenannten „Alten Herren“ einen schaffen wollten. Die "Alten Herren", ehemalige verdiente Rennruderer, trafen sich einmal im Monat jeweils mittwochs zum Rudern und Nachtessen und gaben sich ziemlich exklusiv, zelebrierten einen eigentlichen Club im Club. Weil sich auch die jüngeren, "offeneren" Mitglieder mittwochs trafen, war es naheliegend, sich Wednesday Brothers zu nennen. Prominente Namen bildeten bald einmal den harten Kern der Gruppierung: Dieter Bührle, Thomas Keller, Putz von Sury, Erwin Banga, Eugen Fritz, Robert Straessle, Walter Brunner, Fritz Maurer, Ernst Dünner, Max Bartholomäi, Coni Wirth, Hans Nater, Fredy Muhr, Harald Rhein, John Bänninger um nur einige zu nennen. Im Laufe der Jahre stiessen auch jüngere Clubmitglieder dazu, sodass sich mit der Zeit ein generationenübergreifender Kreis bildete.

Im Sommer Rudern, im Winter allerlei seltsames Spiel...

Im Sommer trafen sich die Wednesday Brothers im Bootshaus zum Rudern und zum anschliessenden Nachtessen, anfänglich im „Münsterhöfli“, später im GC Clubzimmer im Hotel Baur au Lac - und in der jüngeren Zeit im GC Bootshaus. Der Mittwochabend wurde quasi zum „heiligen Abend“ erklärt und höchstens ausgelassen, wenn der Kaiser von China zu Besuch kam, und der kam bekanntlich nie...

War das Wasser wegen hohen Wellengangs einmal nicht „ruderbar“, wurde auf der grossen Terrasse im Bootshaus „geringelt“, eine spezielle Sportart gepflegt, unter ebenso speziellen Regeln. Im Winter, wenn es zu kalt zum Rudern wurde, traf man sich in der Turnhalle des Hallenbades City, anfänglich um sich unter der Leitung eines Turnlehrers in Körperertüchtigung aller Art zu üben, was aber bald einmal als zu langweilig empfunden wurde. Der Turnlehrer wurde kurzerhand entlassen und man frönte fortan dem Korbball-Spiel, eher einem Handball-Korbball mit Regeln, die dem Rugby sehr nahe kamen. Es kam also nicht selten zu kleineren oder grösseren Blessuren, die allerdings niemanden an der Teilnahme am anschliessenden Nachtessen hinderten. 

Gerudert wurde auch

Die Wednesday Brothers haben aber auch manche Rudertour unternommen, zum Bespiel ein bis zwei Mal pro Sommer bis Schmerikon. Auch der Bodensee, die Tessiner Seen, der Rhein und die Reuss boten sich für schöne Touren an. Auch an der Landesgrenze wurde nicht Halt gemacht: So reiste 1950 eine kleinere Gruppe nach Venedig und machte verschiedene sehr schöne Ausfahrten in und um die Lagunenstadt, quasi als Vorreiter der späteren offiziellen Delegationen der GC Ruder Sektion an der „Vogalonga“.

Namhafte Unterstützung

Seit der Gründung sind die Wednesday Brothers aktive und engagierte Clubmitglieder mit Lebenserfahrung, sowohl sportlich, wirtschaftlich, wie politisch. Sie sind immer bereit, auch finanzielle Beiträge zu leisten. Weil Geld in der Sektionskasse schon immer knapp war und ist, springen sie bei der Finanzierung spezieller Projekte wie Bootshaus Renovationen oder Boots-Anschaffung mit namhaften Beträgen ein. Auch das Bootshaus am Greifensee wurde zu einem grossen Teil aus dem Kreis der Wednesday Brothers mitfinanziert. Sie sehen sich aber auch als eine Art wohlwollendes Gewissen der Ruder Sektion, auf die sie ein waches Auge werfen und sich hin und wieder auch erlauben, auf Fehlentwicklungen hinzuweisen. 

Gastgeschenke

Cheftrainerin Heike Dynio überraschte die Jubiläumsgesellschaft und dankte den Gönnern für die Unterstützung der jungen Ruderer. Sie richtete nicht nur Worte des Dankes an die Wednesday Brothers für die unablässige Unterstützung der Trainer und Jungmannschaft, sondern überreichte dem Hauptinitiant Kurt Lenherr auch eine Flasche Grappa. Und auch "Teamleader" der Mittwochs-Freunde überraschte die Jubilare mit einer riesigen Flasche Grappa, die wohl anlässlich des 10-jährigen Jubiläum der Mittwochs-Freunde geöffnet werden wird.

Established 1940... still going strong! Come and join the Wednesday Brothers. 

Eugen Desiderato

(aufgrund von Aufzeichnungen von Kurt Lenherr und Jürg Nater). Jürg Nater durfte, zusammen mit seinem Vater, schon als kleiner Junge als Steuermann bei Ruder-Touren der Wednesday Brothers mitmachen.