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20.01.2017

UNIHOCKEY | GC STELLTE BESTEN WM-GOALIE

Pascal Meier hütet das Tor von GC Unihockey und gewann im Dezember mit dem Schweizer Nationalteam die Bronze-Medaille an der Weltmeisterschaft in Riga. Dank seinen Paraden wurde er als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet.

Den Erfolg an der WM macht Goalie Meier an einem Hauptfaktor fest: dem Zusammenhalt im Team. "Das zeichnet uns seit Jahren aus. Es bilden sich keine Grüppchen, jeder spielt für jeden. Wir lagen an der WM oft im Rückstand, haben aber Moral gezeigt und konnten die Spiele noch drehen." So auch im Duell um die Bronzemedaille gegen Tschechien. Die Schweizer gerieten zunächst zweimal in Rückstand, ehe sie die Partie mit 8:5 gewannen. Beim Schweizer Staff, zu dem auch GC-Headcoach Luan Misini gehört, ortet Meier einen weiteren Erfolgsfaktor: "Unser Staff rund um Trainer David Jansson kennt die Stärken aller Spieler und kann diese optimal einsetzen. Das führt zu einem grossen gegenseitigen Vertrauen."

Neben Goalie Meier figurierten im Kader von Headcoach Jansson vier weitere Spieler des Grasshopper Club Zürich: Verteidiger Luca Graf sowie die Stürmer Christoph Meier, Michael Zürcher und Joël Rüegger. Für Torhüter Meier war es nach 2012 bereits die zweite Bronze-Medaille an einer A-Weltmeisterschaft. Vor vier Jahren an der Heim-WM war er allerdings zweiter Torhüter und absolvierte nur zweieinhalb Spiele. Dieses Mal aber hatte er als Goalie Nummer 1 massgeblichen Anteil am Erfolg des Nationalteams.

"Ich fand, dass die grosse Rüstung bequem aussehe"

Dass es Pascal Meier einst auf die ganz grosse Unihockey-Bühne schaffen würde, mag rückblickend erstaunen. Denn eigentlich deutete zunächtst vieles auf eine Fussballer-Karriere hin. Meier spielte als Junior im FC Kloten, schaffte es in regionale Auswahlen und spielte bei den Kloten-Bülach Jets nur nebenbei Unihockey. "Irgendwann hat meine Mutter gesagt, ich müsse mich für einen Sport entscheiden. Aus dem Bauch heraus entschied ich mich fürs Unihockey, obwohl ich als Fussballer erfolgreicher war", erzählt Meier. Dass er Torhüter wurde, ergab sich ebenfalls mehr aus Zufall: "Ich fand, dass die grosse Rüstung bequem aussehe und wollte sie deshalb anprobieren. Und weil kein anderer ins Tor wollte, blieb ich."

Als Torhüter entwickelte sich Meier schnell, wechselte als 17-Jähriger zum Kantonsrivalen Rychenberg Winterthur und wurde bereits in seiner Startsaison Schweizer U18-Meister. In der Folgesaison wiederholte sich der Triumph mit der U21 und nach einem Abstecher in die NLB zu Bülach Floorball war Meier mit 20 Jahren bereits Stammgoalie im NLA-Team Rychenbergs. "Weil die damalige Nummer 1 bei Rychenberg aufhörte, wurde ich ins kalte Wasser geworfen", blickt der heute 26-Jährige zurück. Aber Meier nahm die Herausforderung an, machte weitere Fortschritte und debütierte dank seinen Leistungen bald im Nationalteam.

Nach drei erfolgreichen Jahren in der NLA, in denen er zweimal als "Torhüter der Saison" ausgezeichnet wurde, wechselte er zu den Växjö Vipers nach Schweden. "Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und wollte noch einen weiteren Schritt nach vorne machen – auch hinsichtlich der Nationalmannschaft. Also habe ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen." Ganz getreu seinem persönlichen Motto: "Life begins at the end of your comfort zone!" Das Verlassen der Komfortzone brachte tatsächlich einige Herausforderungen mit sich. Die weiteren Reisewege und die Sprachbarriere waren nur zwei der vielen neuen Dinge, an die sich Meier in seiner neuen Heimat im Süden Schwedens gewöhnen musste. Seine sportliche Entwicklung setzte sich aber auch beim Aufsteiger in Schweden fort, obwohl er zuerst einige Zeit für die Akklimatisierung brauchte. Es waren zwei prägende Jahre für den noch jungen Goalie, die ihn zu einem echten Spitzentorhüter reifen liessen.

Fokus verschiebt sich wieder auf den Klub

Die Rückkehr in die Schweiz folgte im Sommer 2015. Die Gründe waren in erster Linie beruflicher Natur, auch wenn der gelernte Informatiker in Schweden für seinen Betrieb aus der Schweiz weiterarbeiten konnte. Meier wollte in Altstetten ein Teilzeit-Studium in Wirtschaftsinformatik beginnen und entschied sich für einen Wechsel zu GC. "Die Klubwahl fiel auf die Hopper, weil ich um Titel spielen wollte", begründet Meier seinen Entscheid. Und tatsächlich wurde das anvisierte Ziel bereits in seiner Startsaison erreicht: In einem Herzschlag-Finale siegte GC Unihockey gegen Floorball Köniz mit 10:8 und wurde erstmals in der Geschichte Schweizer Meister.

Das emotionale Finalspiel, in dem die Hoppers zwischenzeitlich mit 1:4 hinten lagen, beinhaltete eine Komponente, die Meier  am Unihockey besonders fasziniert: "Es kann unglaublich schnell gehen. In nur wenigen Minuten kann ein Team einen hohen Rückstand aufholen. Du musst immer bereit sein." Die Begeisterung für seine Position als Torhüter geht in eine ähnliche Richtung: "Mich reizt der Kontrast zwischen Hero und Zero. Als Goalie trage ich im Spiel viel Verantwortung, ich kann in die Rolle des "Game-Changers" schlüpfen."

Genau diese Rolle könnte Meier diese Saison auch bei GC wieder einnehmen. Denn nun, da die Weltmeisterschaft abgehakt ist, kann sich der 26-Jährige wieder voll auf die Klubspiele konzentrieren. Für GC Unihockey geht es in den kommenden Wochen in die entscheidende Phase. In der NLA-Qualifikation geht es Schlag auf Schlag, bereits Ende Februar beginnen die Playoffs. Mit der bisherigen Saison ist Meier zufrieden: "Wir sind voll auf Plan und vorne mit dabei." Natürlich ist es das Ziel der Hoppers, den Triumph aus dem Vorjahr zu wiederholen. Und auch im Cup steht GC Unihockey im Final. Dort treffen sie auf HC Rychenberg Winterthur.

"Als Sportler bist du immer ehrgeizig, egal was du tust"

Dass neben Job, Studium und Sport noch Zeit für andere Dinge bleibt, ist nicht selbstverständlich. Schliesslich trainiert Meier vier bis fünf Mal pro Woche, hinzu kommen die Spiele am Wochenende und Termine mit dem Nationalteam. "An Weihnachten hatte ich erstmals seit dem 1. August wieder ein freies Wochenende", sagt Meier. Und doch hat er vor einiger Zeit ein neues Hobby begonnen: Golfen. Da nimmt er es aber etwas gemütlicher, oder? "Am Golf gefällt mir, draussen zu sein und mit den Mitspielern zu plaudern – das ist ein guter Ausgleich. Aber als Sportler bist du immer ehrgeizig, egal was du tust."

Christoph Muggler

Die vier weiteren WM-Fahrer von GC Unihockey:

Christoph Meier (Stürmer, 25-jährig)

Ein kreativer und vor allem polyvalenter Spieler. Stark im Zweikampf, mit einem guten Schuss und Pass ausgestattet – ein kompletter Spieler.

Luca Graf (Verteidiger, 26-jährig)

In seiner ersten Saison bei GC und sogleich Captain. Der Offensiv-Verteidiger ist extrem schnell, kann das Spiel gut gestalten und skort regelmässig.

Michael Zürcher (Stürmer, 35-jährig)

Der ehemalige GC-Captain bringt viel Erfahrung in sein Spiel mit. Deshalb ist er gerade für die jungen Spieler im Team besonders wichtig.

Joel Rüegger (Stürmer, 22-jährig)

Der aktuelle Topscorer der NLA ist dank seinen Leistungen erst kurz vor der WM ins Natikader gerutscht. Ein Knipser mit gutem Auge.