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GC Handball | 23.10.2015

Handball: Bei GC Amicitia stimmt das Gesamtpaket

Die Ansage der Verantwortlichen von GC Amicitia ist klar: Auf die aktuelle Saison hin wurde das Team mit etlichen Schweizer Junioren-Nationalspielern und dem dänischen Topspieler Matjas Helt Jepsen verstärkt. Sie sollen mit dazu beitragen, dass die Finalrunde erreicht und dort die Qualifikation für die Playoffs der besten vier Teams gesichert wird. Einer der jungen Schweizer Talente ist Nicolas Suter (bald 21jährig), ein wurfstarker Rechtshänder, der sowohl auf der linken Aufbauer-Position wie auch als Regisseur Rückraum Mitte eingesetzt werden kann. Suter, der sowohl Shooter- wie auch Playmaker-Qualitäten mitbringt, kommt vom SHC Suhr Aarau, wo er in der vergangenen Spielzeit mit herausragenden Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat.

Vom SHC Suhr Aarau zum GC Amicitia gestossen

Ist Nicolas Suter ein Multitalent? Er betont, dass er sich freut, beim SHC Suhr Aarau Gelegenheit bekommen hatte, sich auf verschiedenen Positionen zu beweisen. „Ich habe mich ursprünglicher als Playmaker sehr gut entwickelt. Zu meiner Kernkompetenz gehört auch der Regisseur in der Mitte, aber durch Einsätze auf der linken Rückraumposition bin ich in die Shooterrolle gerutscht, die mir anfänglich nicht besonders gut lag. Inzwischen habe ich mich aber auch in dieser Hinsicht verbessert. Ich bin froh, denn als Handballer muss man heute polyvalent einsetzbar sein, will man vorwärts kommen“, sagt Nicolas Suter. Ausser Torhüter hat er schon alle Positionen gespielt, vielleicht steht er ja auch mal noch zwischen den Pfosten? „Nein, nein. Wir haben zwei ausgezeichnete Torhüter. Mit einem, Flavio Wick kam ich vom SHC Suhr Aarau zu GC Amicitia. Wir verstehen uns gut. Er wird seinen Weg machen, ist schon jetzt auf gutem Weg, in der Nati seinen Mann zu stehen“, so Nicolas Suter. Diesen Weg will auch er beschreiten, nachdem er bis zum Sommer schon Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft war. 

Mit seinem früheren Verein SHC Suhr Aarau konnte Nicolas Suter in der letzten Saison leider den Klassenerhalt in der NLA nicht schaffen. Diesen Umstand nahm er zum Anlass, sich neu zu orientieren. Warum fiel seine Wahl auf GC Amicitia? „Hier stimmt das Gesamtpaket, ein grosser Verein, mit Robbie Kostadinovic, einem Trainer, der mich sportlich weiterbringen, der meinen Spielstil verfeinern kann. Zudem einige Kollegen, die ich bereits kannte, allen voran Ron Delhees von der Nati, der auch meinen Wechsel-Entscheid mit beeinflusst hat. Dass ich hier Bekannte getroffen habe, hat die Integration beschleunigt. Was ich in dieser Hinsicht bei GC Amicitia erlebt habe, ist einmalig, kannte ich in dieser Form nicht. Ich war von der ersten Minute an ein vollwertiges Teammitglied, wurde unterstützt wo nötig. Der Teamspirit ist hervorragend. Genau deshalb bin ich eigentlich auch Mannschaftssportler geworden, ich fühle mich wohl, in einem Verbund zu wirken. Bei einer Baisse können sich die Spieler gegenseitig pushen, einen Erfolg können sie gemeinsam feiern, was ein einmaliges Erlebnis ist. Zum Einzelsportler wäre ich nicht geeignet, nicht, dass ich zu wenig Selbstdisziplin hätte, aber ich will einfach mit Kollegen zusammenarbeiten.“ Dieser Zusammenhalt zeigt sich auch ausserhalb des Spielfeldes - mit Ron Delhees und Luca Oberli gründete Nicolas Suter kürzlich eine Handballer-WG. 

Ausbildung und Sport verlangen Organisation

Selbstdisziplin braucht Nicolas Suter auch als Mannschaftssportler und Student. „Ich muss eine organisatorische Leistung vollbringen, um Sport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen.“ Immerhin kann der Wirtschafts-Student an der Universität Zürich, ein weiterer Grund, warum er sich für einen Wechsel nach Zürich entschied, davon profitieren, dass gewisse Vorlesungen auch über Podcast abgerufen werden können, „aber meistens sitze ich schon in der Uni, allerdings nicht im überfüllten Hörsaal, sondern in einem der bis zu drei Säle, in der die Vorlesungen übertragen werden. Ich bin aber schon mit Sport und Schule aufgewachsen, konnte von Sportzügen profitieren, sowohl an der Oberstufe wie auch am Sportgymnasium in Aarau.“ Auf sechs bis sieben Trainings bringt es Nicolas Suter pro Woche, die beiden Vollprofis im Team trainieren acht- bis zehnmal, wie auch er in den Studiums-Ferien.

Nächstes Ziel: Nationalmannschaft

In früher Jugend testete Nicolas Suter verschiedene Sportarten, darunter Fussball, z.B. in einem Trainingscamp des FC Aarau und auch Eishockey, entschied sich aber für Handball, liebt das Tempo und auch die Härte. Und vielleicht auch ein wenig, weil schon sein Vater Handballer war. Diesen Entscheid hat er nicht bereut. Er durchlief alle Juniorenstufen beim TV Suhr, dann beim SHC Suhr Aarau, wo er als 17-Jähriger in der ersten Mannschaft debütierte und sich in drei Saisons zum Leistungsträger entwickelte. Und jetzt will der Sohn einer Davoserin und eines Aargauers aus Gränichen bei GC Amicitia brillieren und verletzungsfrei bleiben, so wie bisher meistens: „Ich musste nur einmal länger pausieren, wegen eines Muskelabrisses im Oberschenkel“, sagt Nicolas Suter. Eine Verletzung soll ihn ja auch nicht daran hindern, weiterhin erfolgreich zu spielen, in späterer Zukunft vielleicht sogar in der Bundesliga, „der weltweit besten Handball-Liga, wegen der beeindruckenden Dichte an guten Spielern“, wie Nicolas Suter betont, „aber kurz- und mittelfristig steht GC Amicitia im Vordergrund, schliesslich wollen wir erfolgreich spielen“. Aber die Zeit nach seiner sportlichen Karriere hat er schon geplant - er will auch beruflich in die Fussstapfen seines Vaters, früher Vermögensverwalter, treten. Einen ersten Schritt dazu macht er mit dem Wirtschaftsstudium.

Eugen Desiderato