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GC Squash | 24.08.2015

Squash: Schweizermeistertitel als Zwischenstation

Squasherin Cindy Merlo (17), Mitglied des GC National-Liga A Teams, errang bereits in der Saison 2006/07 ihre erste herausragende Platzierung: Als Neunjährige an der Junioren-Schweizermeisterschaft U13, zwei Jahre später holte sie in dieser Altersgruppe den Schweizermeistertitel. Weitere folgten und die amtierende Schweizermeisterin U19 sorgte auch international für Furore. Das soll auch so bleiben. Geht es nach ihrer Zielsetzung, dann hat sie sich in rund fünf Jahren unter den Top 10 im WSA-Ranking (Damen-Profitour) etabliert.

Eigentlich hatte sich Cindy Merlo auf den Austragungsort der diesjährigen Einzel- und Team-WM in Ägypten gefreut. Aber die politische Unsicherheit im Land der Pharaonen machten ihr einen Strich durch die Rechnung. An der WM nahm sie teil, aber sie musste sich mit dem holländischen Eindhoven als Austragungsort abfinden. Was allerdings kein grosses Problem war, schliesslich hat auch die Philips-Stadt ihre Reize und Leistung bringen muss man ungeachtet des Austragungsortes. Letzteres tat Cindy dann auch mit der ihr eigenen Zielstrebigkeit. Sie konnte zufrieden feststellen, im Einzelwettbewerb sechs Matches absolviert und vier davon siegreich gestaltet zu haben. Vor allem ihr strengster und zugleich schönster Tag dieser WM, an dem sie in Serie je eine Gegnerin aus Neuseeland, Frankreich und Hong Kong ohne Satzverlust besiegt hat, brachte ihr erneut die Bestätigung, dass sie auf dem richtigen Weg zur Spitzenspielerin ist.

In Eindhoven hat Cindy Merlo im Einzel 15 Weltranglistenpunkte gewonnen und als Topgesetzte ihr Schweizer Team unterstützt. Das Team bestätigte die Setzung (Nr. 9), errang den 9. Schlussrang und beendete die WM hinter England als zweitbestes europäisches Team. Cindy musste jeweils gegen die stärkste Spielerin der gegnerischen Teams antreten.

Cindy Merlo war zufrieden, dass ihr Körper während der 12 intensiven Spielen innert 10 Wettkampf-Tagen „durchhielt“. Dies nicht zuletzt dank intensiver, osteopathischer Unterstützung durch ihre Mutter Daniela, die mit ihren umfassenden Fachkenntnissen auch das gesamte Schweizer Team (manchmal auch gegnerische Spielerinnen) unterstützt.

Cindy Merlo freut sich schon heute auf ihre nächste Chance an der U19 WM 2016: „Der Anlass 2015 hat mir geholfen, meine Ziele noch klarer vor Augen zu halten. Einmal mehr wurde mir bewusst, dass ich diesen Weg, den ich eingeschlagen habe, auch wirklich will. Das verschafft mir neue Motivation, nicht nur in Sachen Squash, sondern auch bezüglich Schule.“

Klare Zielsetzung

Aber eigentlich weiss sie schon lange, was sie will, sowohl bezüglich schulischer Ausbildung als auch bezüglich Sport. Angespornt von zwei älteren Brüdern versuchte sie sich bereits als Achtjährige im Squash und fand Gefallen. Die Eltern, auch sportlich „vorbelastet“ – Mutter Daniela war Fussballerin – freuten sich über die Entwicklung ihrer Tochter und waren bereit, den zeitlich und finanziell grossen Aufwand zur Unterstützung ihrer Kinder und insbesondere von Cindy zu tragen. Mutter Daniela Merlo sagt denn auch: „Unser Ziel war immer, dass unsere Kinder das machen, was für sie stimmt. Dass sie darauf achten, dass ihre Gesundheit durch den Sport nicht gefährdet und dass die schulische Ausbildung nicht vernachlässigt wird. Eltern sollen aber bei aller Unterstützung auch eine gewisse Distanz wahren.“

Cindy betrieb den Sport dann bald relativ intensiv, spielte in Uster, Wila, Vitis, beim GC, zwischendurch auch in Langnau und in Kriens. „Es ist und war mir wichtig, viele Trainer kennenzulernen und von ihnen zu profitieren. All diese Inputs sind mir sehr wichtig.“

Cindy Merlo weiss, was sie will. Sie hat sich klare Ziele gesetzt und verfügt über eine gehörige Portion Disziplin. Schon als Zwölfjährige entschied sie sich, temporär das Elternhaus für ein Austauschjahr nach England zu gehen und Schule und Sport zu verbinden – zu intensivieren. Aus einem wurden zwei Jahre, die dazu beigetragen haben, dass sie relativ jung sehr selbständig wurde und sich im Squash entscheidend weiterentwickelt hat. Zurück aus England trat sie in Zürich in ein englisches Gymnasium ein, wo sie nächstes Jahr die Matura-Prüfungen ablegen wird. „Mit dieser Wahl werde ich die Schule ein Jahr früher als Kolleginnen der Sportschule beenden können. Dann komme ich auch ein Jahr früher auf die Tour, das ist effizienter für mich“, sagt Cindy, bei der Effizienz ohnehin einen hohen Stellenwert einnimmt.

Studium und Profitour

Auch die Zukunft ist für sie klar: Sie will auf die Tour. Und beruflich möchte sie studieren, vorzugsweise in Amerika, England oder Australien. Einer dieser Studienorte liesse sich auch mit dem Sport bestens vereinbaren. Dass sie nämlich die berufliche Ausbildung nicht vernachlässigen wird, ist für Cindy klar. Sie hat auch bisher bewiesen, dass Schule und Beruf unter einen Hut zu bringen sind. Sie hat ausserhalb ihres sportlichen Umfeldes zwar wenig Kolleginnen und Kollegen, was sie aber nicht als Nachteil sieht: „Ich bin eher eine ruhige, stille Schafferin, fühle mich wohl dabei, brauche keinen grossen Kreis, der ständig Party macht“, erzählt Cindy. Lieber arbeitet sie fünf Stunden pro Tag im Court, besucht die Schule, macht Schulaufgaben und pflegt ihren Körper. „Ich verstehe es gut, mich in der Schule auf die Schule zu konzentrieren und im Court auf das Squash. Ich hänge nicht Problemen nach, die meine Konzentration stören könnten.“ Pro Woche gönnt sie sich einen Tag, um den Kopf auszulüften und neue Energie zu tanken: „Aber rennen tue ich auch dann ein, zwei Stunden...“

Und ihr bisheriges, sportliche Highlight? Ist es der Gewinn der Schweizer U19-Einzelmeisterschaft 2015? „Eigentlich schon“, sagt Cindy Merlo ergänzt aber: „Meinen grössten Effort brachte ich an der WM in Polen vor zwei Jahren. Dort stand es in einem Spiel 2:2 in den Sätzen und 4:10 und ich habe dennoch gewonnen. Da staunte sogar der Schiedsrichter und äusserte, dass er eine solche Willensleistung noch nicht erlebt habe...“

Weitere Topleistungen sollen folgen, zum Beispiel auch auf der für Jahresende geplanten Tour in Amerika, England und der Schweiz, auf der sie wieder von ihrer Mutter begleitet werden wird: „Die Zusammenarbeit macht uns Spass, da macht es nichts aus, wenn unsere Ferien im Wesentlichen auch Arbeit ist“, sagt Cindy und geht in den Court zur Arbeit.

 

Eugen Desiderato

Porträt

Vorname, NameCindy Cheryl Merlo
Geboren13.03.1998
BerufGymnasiastin, Squasherin

Bisherige Erstplatzierungen

2007/08

1. Platz Gesamtrangliste Squash U13

2008/09Titel Junioren-Schweizermeisterschaft U13
2009/10

Titel Junioren-Schweizermeisterschaft U13
1. Platz Gesamtrangliste Squash U13

2010/11

1. Platz Finnish Junior Open U13 (Finnland)
1. Platz Edgebaston Junior Open U15 (England)
1. Platz Redland Junior Open U15 (England)
1. Platz Hungarian Junior Oben U13 (Ungarn)
1. Platz Swiss Junior Open U13

2011/12

1. Platz Abingdon Junior Open U15 (England)
1. Platz Lichtenstein Junior Open U15
1. Platz Oxon Junior Open U17 (England)
Titel Junioren-Schweizermeisterschaft U15

2012/13

1. Platz Nordic Junior Open U15 (Schweden)
1. Platz Austrian Junior Open U15 (Österreich)

Titel Team-Europameisterschaft U17 in Spanien
2013/14

1. Platz Nordic Junior Open U17 (Schweden)
1. Platz HEAD Vitis Open (Schweiz)
1. Platz Sihltal-Cup (Schweiz)+
1. Platz Swiss Junior Open U17

Titel Junioren-Schweizermeisterschaft U19
2014/15

1. Platz Seuzi-Cup (Schweiz)
1. Platz Ländle Trophy (Schweiz)
1. Platz Austrian Junior Open (Wien) U19
1. Platz Czech Junior Open (Prag) U19
1. Platz German Junior Open (Nürnberg) U19

Titel Junioren-Schweizermeisterschaft U19