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GC Tennis | 23.09.2015

Tennis: Irena und die "fünf Tibeter"

Seit drei Jahren arbeitet die 53-jährige Diplomsportlehrerin Irena Pintar bei der Sektion Tennis des Grasshopper Club Zürich. Zweimal pro Woche leitet sie das Konditionstraining der jüngsten und jungen Tennisspielerinnen und Tennisspieler. Mit spielerischen Übungen sorgt sie dafür, dass die Kinder ohne Qualen ihre Kondition verbessern und damit in frühen Jahren die Basis für den Tennissport legen. Die Kids sind begeistert und bringen damit ihrer Trainerin grösste Befriedigung bei ihrer Arbeit. Irena Pintar fühlt sich bei den Hopper rundum sehr wohl.

Die fünf Tibeter

Man glaubt ihr nicht, dass sie Mutter eines Sohnes ist, der inzwischen das Studium beendet hat und als Hotelmanager in Vietnam wohnt und arbeitet. Irena Pintar lacht: „Ich muss tatsächlich meistens einen Beweis antreten, dass mein Alter stimmt. Ich fühle mich auch als Dreissigjährige. Das ist wohl die Folge bewusster Ernährung und gezielten Konditions- und Sport-Trainings. Und der „fünf Tibeter“.“ Es war ihre heute 83-jährige Mutter, die ihr diese asiatischen Übungen ans Herz legte, die sie seit Jahren macht und immer noch topfit ist. Die „Fünf Tibeter“ dauern etwa 15 Minuten, wenn sie tatsächlich allesamt 21-mal durchgeführt werden. Es ist aber empfohlen, sie zu Beginn dreimal, später bis zu 21-mal zu wiederholen. Nach Ansicht ihrer Anhänger führen die Übungen zur Harmonisierung der Chakra-Energien, es werden ihnen auch körperliche und seelische Wirkungen zugeschrieben. Diese reichen von einer Stärkung des Immunsystems bis zu strafferem Teint.

Irena Pintar ist ein Bewegungstalent, ruhiges Sitzen ist ein Fremdwort für sie. Seit ihrer Jugend ist sie ständig in Bewegung. Sie spielte Tennis, fuhr Ski, ritt aus, und, und, und. Deshalb war es nicht erstaunlich, dass sie ihr Hobby zum Beruf machte. Sie studierte in ihrem Heimatland Slowenien in Ljubljana Sport und erwarb das Diplom als Sportlehrerin. Das Studium hatte sie zum Teil als Ski- und Schwimmlehrerin finanziert. „Als Skilehrerin genoss ich mein erstes regelmässiges Konditionstraining, als ich jeweils den ganzen Tag Gestürzten half, wieder auf die Beine zu kommen…“, erzählt Irena Pinta lachend. 

Über Deutschland in die Schweiz

Nach dem Studium heiratete Irena den Kommilitonen Stanislav Pintar, dessen Freund Sohn des früheren Boris Becker-Trainers (von 1975 bis 1984) Boris Breskvar ist, der ihn wohl seinem Vater empfohlen hatte. So kam es, dass sich später Boris Breskvar, der einen Konditionstrainer suchte, bei Irenas Gatten meldete. Pintars waren vom Angebot überzeugt und sagten sofort zu. Sie dislozierten nach Deutschland, wo sie die nächsten 23 Jahre in Nordbaden arbeiteten. Ihr Mann, in der Heimat talentierter Kanuwildwasser-Fahrer, betreute vornehmlich Tenniscracks, unter anderen Andrea Petkovic, Anke Huber, Dustin Brwon und Andrij Medwedjew usw., sowie viele andere Weltklasse-Sportler aus der Leichtathletik, dem Fußball, Golf und Handball. Irena war beim Heidelberger Tennisclub tätig. Beide spezialisierten sich auf für Tennisspielerinnen und Tennisspieler zugeschnittenes Konditionstraining und waren erfolgreich. Vor drei Jahren kam dann für ihren Mann ein Angebot aus der Schweiz. Weil sie das Alpenland schon von einigen Reisen nach Montreux, wo ihr Sohn studierte, kannten, sagten sie sofort zu. Irena Pintar: „Die Sauberkeit, die Natur, die Nähe zu den schneebedeckten Hängen haben dazu geführt, dass mein Mann das Angebot sofort angenommen hat und wir hier her gezogen sind. Und bald fand ich Kontakt zum Grasshopper Club Zürich, den ich schon aus meiner Heidelberger Zeit kannte, ist GC doch Partnerclub des HTC.“ 

Leiterin des Konditionstrainings der GC Tennis-Kids

Hier arbeiten beide Pintars als selbständige Konditionstrainer für Erwachsene und Kinder, Irena u.a. im Auftrag der Sektion Tennis des Grasshopper Club Zürich zweimal pro Woche mit je einer Gruppe 7- ibs 10-, sowie 15- bis 17-Jährigen. Irena Pintar: „Es ist wichtig, dass auch die jüngsten Spielerinnen und Spieler regelmässiges Konditionstraining absolvieren. Denn für einen späteren Erfolg ist eine gute athletische Ausbildung nötig. Zudem wird Kraft, Schnelligkeit, Koordination vermittelt, je nach Level. Bei den jüngeren Athleten ersetzen elastische Bänder die Hanteln, man darf eben auch nicht zu viel verlangen. Es macht mir Freude, wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung die Kids mitmachen.“ Eine vor längerer Zeit erhaltene Dankeskarte einer Zehnjährigen hängt noch immer über Irenas Schreibtisch: „Liebe Irena, das Konditionstraining hat mir sehr viel Spass gemacht. In anderen Tenniscamps gab es das nicht. Sie waren die netteste und beste Lehrerin der Welt!!!!“. Irena Pintar weiter: „Am Ende eines Trainings sind die Kids meistens ausgepowert, wissen aber nicht warum, denn ich baue immer viele spielerische Elemente ein. In einer nächsten Stufe werden die Spielerinnen und Spieler aufgebaut. Dann schliesst sich individualisiertes Konditionstraining je nach Leistungsstufe an. Wichtig ist auch, dass einzelne Sportler zusätzlich weiter an sich arbeiten, wie zum Beispiel auch Novak Djokovic. Nicht umsonst ist er beweglich wie ein Turner - dank Yoga, Gymnastik und Streching.“ 

Irena Pintar, Sport ist ihr Leben. Neben ihrer Tätigkeit beim Grasshopper Club Zürich arbeitet sie, wie ihr Gatte auch, als Personal Trainer mit Erwachsenen: „Körperliche Betätigung ist wichtig, damit wir beweglich bleiben. Es ist nie zu spät, mit einem Training zu beginnen“, mahnt sie, die, wenn es ihr die Zeit erlaubt, auch mal ein Buch liest. In ihren Ferien bereist sie mit ihrem Mann Stanislav gerne die Welt: „Surfen ist ein toller Ausgleich“, sagt sie, wobei wir wieder beim Sport wären…

Eugen Desiderato