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GC Handball | 25.06.2021

GC U19 – HANDBALL SCHWEIZERMEISTER IN EXTREMIS, ABER VERDIENT

Die Handballer:innen von GC Amicitia lieben die "engen" Entscheidungen. Das Damen- und Herrenteam sicherten sich knapp den Ligaerhalt und die U-19 Boys gewannen den Schweizermeistertitel bei den Männern Elite ebenfalls knapp...

In der höchsten Juniorenliga im Schweizer Handball wird der Titel zwischen den beiden Liga-Erstplatzierten im Playoff-Finale mit Hin- und Rückspiel ermittelt. Dieses Jahr traf der Leader Grasshopper auf den TSV Fortitudo Gossau. Nach zwei äusserst «engen» Spielen konnten die Blau-Weissen verdientermassen den Pokal in die Höhe strecken und erhielten den Titel «Schweizermeister».

Das Team von Trainer Jakub Szymanski und Co-Trainer Beni Rachad spielte eine ausgezeichnete Meisterschaft 2020/21. Schon vor dem Corona-Unterbruch war die Mannschaft um Captain Jann Bamert, der später auch im Abstiegskampf des NLA-Teams eine positive Rolle gespielt hat, ungeschlagen. Trotz der schwierigen Situation um den Jahreswechsel wurde im Rahmen der Möglichkeiten konsequent weiter trainiert. Die harte Arbeit hat sich gelohnt. In zehn Matches holten die jungen Grasshopper acht Siege. Diese Quote führte sie zum Abschluss der Hauptrunde auf den ersten Rang und demzufolge in die Playoffs. GC, die deutlich bessere Mannschaft mit Liga-Torschützenkönig Robin Zimmermann in ihren Reihen, lag in der zweiten Halbzeit des Hinspiels gegen den TSV Fortitudo Gossau fünf Treffer zurück. Fünf Tore Rückstand in zehn verbleibenden Spielminuten müssen im Handball aber noch nichts bedeuten. Dies zeigte sich auch in dieser Begegnung. Dank einer hervorragenden Teamleistung und einem überragenden Kampfgeist arbeiteten sich die Grasshopper Tor um Tor zurück und konnten die Partie noch zu ihren Gunsten «drehen». Am Ende hatten die Szymanski-Boys einen Treffer mehr auf dem Konto und damit eine positive Ausgangslage für das entscheidende Spiel in der Zürcher Saalsporthalle gelegt. Ein Herzschlagfinale konnte erwartet werden.

So kam es dann auch. In den ersten Minuten galt bei beiden Teams die Devise «Safety first». Die Abwehr stand im Mittelpunkt des Geschehens. So kam es, dass nach einer Viertelstunde auf jeder Seite erst zwei Treffer gefallen waren. Es wurde um jeden Zentimeter Raum gefightet, Geschenke wurden keine verteilt. Aber mit zunehmender Spieldauer entkrampfte sich die Partie und die Chancenauswertung der beiden Finalisten wurde besser, sodass zur Halbzeit die GC Amicitia mit zwei Toren Vorsprung 13:11 führten. Im zweiten Spielabschnitt waren erst knapp drei Minuten gespielt, als die Teamstütze der Gossauer, Jan Brülisauer die rote Karte sah und des Platzes verwiesen wurde. Überraschenderweise zeitigte diese Unterzahl keine grosse Schwächung des Spiels der Ostschweizer. Dann aber, nach der zweiten Disqualifikation im Team der Gossauer (41. Min. Osterwalder) lancierten die Zürcher ihre 5:1-Abwehr und schafften es, sich mit drei Treffern abzusetzen, konnten diesen Vorsprung aber nicht ins Ziel retten. Einige Unsauberkeiten in der Verteidigung führten zu unnötigen Powerplays der Gossauer. In dieser Spielphase war es Torhüter Cachin zu verdanken, dass er sein Tor förmlich «verbarrikadierte». Die Spannung stieg, jetzt hatte die Partie tatsächlich das Prädikat «Herzschlagfinale» verdient. 40 Sekunden vor Spielende stand die Partie 25:25. Der Zeitpunkt war gekommen, dass Trainer Szymanski ein Timeout na. Die Ansage verfehlte ihre Wirkung nicht: Die Grasshopper erarbeiten sich einen 7-Meter-Strafwurf, der vom «Mann mit Eis in den Venen», Nico Bänninger, 17 Sekunden vor Schluss grandios verwandelt wurde. Im allerletzten Angriff gelang den Gossauern zwar noch der Ausgleichstreffer zum 26:26, GC MU19E aber war dank des Auswärtssiegs im Hinspiel Schweizermeister.

Beni Rachad / desi-.