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GC Curling | 23.08.2019

CURLING | GC SEKTION CURLING FEST IN FRAUENHAND

Mit Ausnahme der früheren Landhockey-Damen-Sektion waren im Grasshopper Club Zürich die Sektionen bisher „männergeführt“. Das hat sich nun geändert. Fortan wird die GC Sektion Curling von einer Frau präsidiert: Heike Hofer trat die Nachfolge von Christian Albrecht an, der sich nach zehn Jahren zurückgezogen hat. Die neue Präsidentin wird unterstützt von vier Vorstands-Kolleginnen und zwei -Kollegen.

Heike Hofer kam zu diesem Job wie die Jungfrau zum Kind, wie sie selbst bemerkt, aber die vielerorts in Führungsetagen diskutierte Erfüllung der Frauenquote stand jedenfalls nicht am Anfang ihrer Nominierung, wie Christian Albrecht ausführt: „Im Vorstand leisten schon seit einiger Zeit drei Frauen wertvolle Arbeit. Mit Heike stiess nun eine weitere dazu. die die idealen Voraussetzungen hat, eine erfolgreiche Präsidentin zu werden. Sie ist offen und kommunikativ. Sie sagt was sie denkt, ist aber nie stur und hört sich auch die Meinungen anderer an. Und Heike ist in der Sektion bestens integriert und kennt den gesamten GC sehr gut. Die Familie Hofer ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Grasshopper Club Zürich.“ Ihr Gatte Daniel war während zwei Jahrzehnten im Vorstand der GC Sektion Rudern, davon sieben Jahre als Präsident.

Curling interessierte sie schon immer

Durch ihn kam Heike denn auch zum Curling. Sie war oft in dessen Begleitung bei den Freundschaftstreffen der GC Sektionen Rudern und Curling und auch beim GC Trophy Ball, sodass das Ehepaar Hofer fand, man könne nicht nur im Gesellschaftlichen teilnehmen. Hofers traten als Aktivmitglieder in die Sektion ein. Sie waren vom familiären Touch beeindruckt und davon, dass im Curling, im Gegensatz zum GC Rudern, ein  Paar den Sport gemeinsam ausüben kann. Auf dem Eis spielen gemeinsam Jung und Alt, Weltmeister und Anfänger, Frau und Mann. „Das war mit ein Grund für meine positive Antwort an Christian, als er mich wegen der Übernahme des Präsidiums „bearbeitete“. Nach einigen Tagen Bedenkzeit habe ich zugesagt und freue mich auf die Zusammenarbeit mit erfahrenen Vorstandsmitgliedern, die mich freundlich aufgenommen haben“, so Heike Hofer. Sie freut sich auch über das Angebot ihres Vorgängers, sie in der Anfangszeit bei Verbands-Aufgaben zu unterstützen, schliesslich ist sie, ohne vorher im Vorstand tätig gewesen zu sein, ins kalte Wasser gesprungen. Sie ist aber selbstbewusst genug, die relativ kleine Sektion lenken zu können. „Wir verfügen über gerade mal rund 40 Aktive, die Junioren werden vom Curling Club Küsnacht betreut.“ Auch Christian Albrecht ist überzeugt: „Heike wird sicher einen tollen Job machen und die Sektion Curling Sektion weiterentwickeln und auch in der Zukunft dafür sorgen, dass sich unsere Mitglieder wohl fühlen und sich gerne treffen, nicht nur zum Curling spielen.“ Das ist tatsächlich ein Ansatz, auf den Heike auch einen Fokus legen will: „Die Sektion Curling funktioniert, da muss ich nicht alles auf den Kopf stellen. In erster Linie möchte ich aber versuchen, die Mitglieder bei der Stange zu halten, vielleicht durch weitere Anlässe. Wir wollen nicht nur den Sektions-Beitrag der Passiv-Mitgliedern kassieren, sondern ihnen auch etwas bieten. Dann gilt es auch, die Altersstruktur der Sektion im Auge zu behalten. Weil die Junioren vereinbarungsgemäss vom Curling Club Küsnacht betreut werden, ist es nicht ganz einfach, junge Leute zu akquirieren. Aber wir werden auch in anderen GC Sektionen werben, deren Mitglieder zu Freundschaftstreffen einladen, wie das schon seit längerer Zeit vor allem mit den Sektionen Eishockey, Rugby und Rudern gepflegt wird, sowie Schnupperkurse anbieten. Auch der anstehende Umbau der KEK, bzw. unter Umständen damit zusammenhängende Belegungs-Änderungen wird uns fordern.“

Als Jugendliche oft im Stadion Hardturm

Heike Hofer ist sportaffin. In ihrer Jugend, aufgewachsen auf der Forch, war sie oft bei Fussballspielen anzutreffen, selbstverständlich bei den Grasshopper. „Allein der Name hat mich fasziniert“, Zitat Hofer). Noch heute verfolgt sie die Spiele am TV. Später studierte sie Sport an der ETH Zürich. Bei einem Lageraufenthalt in Disentis ist sie, ausgerechnet beim Curling unglücklich aufs Knie gefallen und einen Tag später erlitt sie einen Skiunfall, der ihre sportlichen Ambitionen mehr oder weniger zunichte machte, was schliesslich auch dazu führte, dass sie das Studium nicht abgeschlossen hat. Dass sie dennoch dem Curling nicht gänzlich den Rücken gekehrt hat, ist bemerkenswert. Sie war immer mit dem Gedanken schwanger, es wieder einmal zu versuchen. Die damaligen Leistungen von Patrick Hürlimann (dreifacher Weltmeister und Olympiasieger 1998) und seinem Team hat sie immer wieder vor den Fernsehapparat gezogen. Erste Versuche auf dem Eis waren erfolgversprechend. Seit einigen Jahren spielt sie mit Kolleginnen alle zwei Wochen auf der KEK ein „Mätschli“. Daneben betreibt sie auch andere sportliche Aktivitäten, Badminton gehört ebenso dazu wie Skilanglauf wie auch Velofahren. Mit dem Zweirad ist sie übrigens auch zum Gespräch mit dem GC INSIDER gekommen.

Vielseitig begabt und interessiert

Heike Hofer ist überhaupt ein aktiver und auch entschlussfähiger Mensch. Nachdem sie vor Jahren ihren Daniel kennen gelernt hatte, war dessen Planung, beruflich nach Hongkong zu gehen, mit ihrem Vorhaben nicht kongruent. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt einen USA-Aufenthalt, wo sie schon als Kind war, gebucht. Um die junge Beziehung durch die „drohende“ räumliche Distanz nicht zu gefährden, verzichtete sie kurzerhand auf Amerika und begleitete stattdessen ihren Partner nach Asien, „rückblickend kein schlechter Entscheid“, sagt Heike Hofer augenzwinkernd. Dort war sie im kaufmännischen Bereich in der Textilbranche tätig, später nützte sie diese Kenntnisse und übernahm u.a. interessante Spezialaufgaben in einer Kleider-Produktionsfirma in Deutschland. Sie betrieb einen Weinhandel mit einer Produktionsfirma in Südafrika und, und und. Als dreifache Mutter (die Kinder sind inzwischen erwachsen) führte sie eine Spielgruppe, sass im Elternrat etc. Sie entwarf und stellte Modeschmuck her, bis sie von einer Freundin auf die Möglichkeit hingewiesen wurde, eine Quereinsteiger-Ausbildung zur Lehrerin zu absolvieren. Ganz nach ihrem Motto „alle paar Jahre wieder etwas Neues zu machen, um im Kopf frisch zu bleiben“, wagte sie diesen Schritt. Nach Abschluss des Vollstudiums („Nur Sport wurde mir aufgrund meines Sportlehrer-Studiums an der ETH erlassen“, Zitat Hofer) unterrichtet sie inzwischen im sechsten Jahr an der Mittelstufe. „Ich habe einen hohen Belastungslevel“, stellt Heike Hofer fest: Weil ich mit sechs Stunden Schlaf auskomme, habe ich jede Menge Kapazität.“ Deshalb ist ihr auch nicht bange vor der zu erwartenden Belastung durch das nun angetretene Präsidium der GC Sektion Curling.

Eugen Desiderato