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GC Eishockey | Vorschau | 29.03.2019

EHRENAMT | HEUTE: ZWEI "STRAFBÄNKLER"

Alle GC Sektionen könnten ohne ehrenamtliche Helfer den Trainings- und Spielbetrieb nicht aufrecht erhalten. Ihre Arbeit wird hoch geschätzt. Auch GC INSIDER würdigt die wertvolle Mitarbeit der Helfer, die, wenn überhaupt, monetär nur sehr gering entschädigt werden. Bei den GCK Lions braucht's zum Beispiel 35 Funktionäre, damit ein Heimspiel überhaupt stattfinden kann. Zwei davon betreuen die Strafbänke und sind zusammen 171 Jahre alt: Hans Frischknecht (89) und Hans Pitschi (82).

Seit vielen Jahren stehen die beiden im Dienste des Eishockeys auf der Kunsteisbahn KEK in Küsnacht. Spiel für Spiel betreuen Hans Frischknecht und Hans Pitschi de beiden Strafbänke, wo sie Spieler empfangen und rechtzeitig wieder entlassen. Wer sich vorstellt, dass die Bösewichte auf der Bank toben und ihren Frust auslassen, täuscht sich. Beide Volontiert machen gute Erfahrungen mit den bestraften Spielern und sind sich einig: „Wir bleiben jung, wenn wir um junge Sportler sind.“

Frischknecht und sein Knie

Ein Phänomen ist Hans Frischknecht. 89-jährig steht er bei dem jedem Heimspiel der GCK Lions am Törchen der gegnerischen Strafbank und hatte nie Probleme mit einem bestraften Spieler. Einige sind sogar gesprächig, andere sitzen einfach brav ihre zwei Minuten oder mehr ab und warten, bis Frischknecht sie wieder aufs Eis lässt. 

Zum Eishockey kam der Funktionär durch seinen Sohn. Als dieser beim SC Küsnacht begann Eishockey zu spielen, wurde Frischknecht gefragt, ob er als Funktionär mithelfen könne. Prompt übernahm er in allen Chargen verschiedenste Chargen. Und er ist bis heute geblieben, jetzt eben bei den GCK Lions. Einmal bestand ein Engpass beim Personal um die Mannschaft. Da sprang Frischknecht als Materialchef ein. „Die jungen Spieler unterstützten mich, wo sie konnten. Es war wurderbar.“

Als Elektro-Mechaniker arbeitete er bis zu seiner Pensionierung bei der Gemeinde Küsnacht. Danach half Frischknecht in seiner Werkstatt vielen Leuten mit Reparaturen von Geräten. Auch bei Geräten, auch bei solchen die man normalerweise wegschmeissen würde. Leider leidet der 89-Jährige zurzeit an grossen Knieschmerzen. Vor mehr als einem halben Jahr wurde ihm ein neues Kniegelenk eingesetzt, doch seither sind die Schmerzen schlimmer als zuvor. Jetzt hilft ihm ZSC-Arzt Gerry Büsser von der Schulthess Klinik bei der Abklärung, was für eine Besserung zu unternehmen ist. Denn für Hans Frischknecht ist eines klar: Er will 100 Jahre alt werden.

Pitschi, der Zunftreiter

Hans Pitschi ist der Funktionär bei der einheimischen Strafbank auf der KEK. Er war früher Bank- und Versicherungsfachmann und ist dafür von Chur nach Zürich ausgewandert. "Wenn schon, dann richtig". sagte sich Pitschi und wurde Mitglied der Zunft Fluntern. Und weil Reiten sein grosses Hobby war, wurde er Zunftreiter und ritt während 30 Jahren am Sechseläuten mit und umkreiste den Böögg. Vor einiger Zeit hat er mit dem Reiten aufgehört.

Pitschis zweites Hobby war das Radfahren. Er erreichte mehrmals das Alpenbrevet, das heisst vier Pässe an einem Tag zu überwinden. Zudem nahm er als Ski-Langläufer siebenmal am Engadiner Marathon teil.

Durch seinen jüngsten Sohn, ein Nachzügler, kam Hans Pitschi auf dem Dolder zum Eishockey und wurde gleich als Funktionär eingespannt. Bei den Grasshopper half er zuerst im Dolder, dann im Neudorf und nach der Fusion folgte er den GCK Lions nach Küsnacht. Eishockey ist heute seine Leidenschaft. Unfall hin oder her: Einmal hat der 82-Jährige während dieser Saison eine Rippe gebrochen, als er über das Eis marschierte, um die Pucks einzusammeln und dabei stürzte.

Während den Spielen hat Pitschi immer ein kleines Dilemma. Einerseits freut er sich, auf der Strafbank die Spieler der GCK Lionszu treffen und ab und zu auch mal ein Schwätzchen zu machen. Andererseits ist es natürlich nicht schön, wenn GCK Lions-Spieler bestraft werden. Aber er erfüllt seine Pflicht stets gewissenhaft und sorgt dafür, dass die Spieler wieder rechtzeitig die Bank verlassen können.

aus "Overtime" | Hampi Rahtgeb