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GC Fussball | 22.11.2019

FUSSBALL | ALS GC YOUNGSTERS U17-WELTMEISTER WURDEN

Vor fast genau zehn Jahren gelang der Schweizer U17 Nati an den Weltmeisterschaften der grosse Coup. Sie gewann den bisher einzigen WM-Titel für den Schweizer Fussball. Teil des Teams waren vier Spieler aus der GC Ausbildung: Charyl Chappuis, Haris Seferovic, Raphael Spiegel und Nassim Ben Khalifa, wie auch der kürzlich zum GC gestossene Oliver Buff. Im Final besiegten die Schweizer die favorisierten Nigerianer 1:0.

Dany Ryser war der Trainer. Heute ist er für die Uefa in der Aus- und Weiterbildung von Trainern und bei EM-Endrunden der U17 und U21 als technischer Berater tätig. Kürzlich stellte er in der Zuger Zeitung seine WM-Helden vor und plauderte zum Teil aus dem Nähkästchen. Jene Aussagen, die die GC Youngsters betreffen, haben uns besonders interessiert.

Dany Ryser: «Das zentrale Mittelfeld bildeten Oliver Buff und Pajtim Kasami. Buff war ein richtig guter Box-to-Box-Spieler, fussballerisch ausgezeichnet. Er fand auch auf engem Raum immer ideale Lösungen. Seine letzten Pässe, seine Abschlüsse und seine Standards waren wichtig. Neben dem Platz war er durch seine eigene, sympathische Art wichtig im Team. Auch in schwierigen Situationen hat er häufig unfreiwillig alle zum Lachen gebracht.

«Mit Nassim Ben Khalifa und Haris Seferovic hatten wir ein hervorragendes Sturmduo. Es war aber nicht nur einfach mit den beiden. Sie spielten beide bei GC, harmonierten aber nicht wirklich. Beide gönnten einander die Tore nicht, Querpässe vor dem Tor waren ihnen fremd, weil sie das Tor lieber selbst schiessen wollten. Ich suchte das Gespräch mit beiden, sagte: «Wenn ihr so weitermacht, nehme ich nur einen mit an die WM. In Einzelgesprächen fragte ich sie zudem, was sie glauben, für wen ich mich entscheiden würde. Beide antworteten: für Ben Khalifa. Ja, Nassim war zu diesem Zeitpunkt weiter als Seferovic. Aber ich stellte klar: Wenn sich nur Seferovic mannschaftsdienlich verhält, würde ich Ben Khalifa zu Hause lassen.

Am Ende wurden die zwei ein unglaublich gut harmonierendes Sturmduo, das viel Freude machte. Ben Khalifa war einer der besten Spieler des Turniers, obwohl Akteure wie Mario Götze oder Neymar dabei waren. Und Seferovic überzeugte durch seine Konstanz. Er spielte sich in einen richtigen Flow, erzielte Tor um Tor. Im Abschlusstraining vor dem Final stellte ich aber wieder fest, dass bei beiden der Egoismus zurückkehrt ist. Es war wie vor dem Turnier. Ich stellte sie noch einmal zur Rede. Ich wusste: Es geht darum, wer Torschützenkönig wird. Sie führten das Klassement mit je vier Toren gemeinsam an. Darum fragte ich: «Wollt ihr morgen Weltmeister werden oder Torschützenkönig?» Ben Khalifa antwortete: «Beides!» Daraufhin machte ich ihnen klar, dass wir so garantiert nicht Weltmeister würden. Sondern genau das brauchen, was uns bis zu jenem Zeitpunkt so stark machte.

Im Final funktionierte das Zusammenspiel aber wieder, Seferovic schoss gegen Nigeria gar das einzige Tor. Ich war nicht ganz unglücklich, dass er nicht Torschützenkönig wurde. Der Spanier Borja Bastón schoss im Spiel um den dritten Rang ebenfalls ein Tor, kam auch auf fünf Treffer und zog an Seferovic vorbei, weil er einen Assist mehr hatte. Dafür war Seferovic Weltmeister! Und dann gab es kein Halten mehr.“

Die U17-Weltmeister und wo sie heute spielen:
Nassim Ben Khalifa (GC), Oliver Buff (GC), Haris Seferovic (ex GC Benfica Lissabon), Charyl Chappuis (ex GC; Muangthong, Thailand), Raphael Spiegel (ex GC; FC Winterthur), Benjamin Siegrist (Dundee United), Joel Kiassumbua (Servette), Fréderic Veseli (FC Empoli), André Goncalves (FC Linth 04), Robin Vecchi (Karrierenende), Sead Hajrovic (FC Winterthur), Janick Kamber (Xamax), Bruno Martignoni (Chiasso), Ricardo Rodriguez (AC Milan), Maik Nakic (Karrierenende), Granit Xhaka (Arsenal London), Pajtim Kasami (Sion), Igor Mijatovic (GC Biaschesi), Kofi Nimeley (Karrierenende), Matteo Tosetti (Thun), Roman Buess (FC Winterthur),

Der Schweizer Weg zum Titel:
1/8-Final: Schweiz – Deutschland 4:3 n.V.; Viertelfinal: Schweiz – Italien 2:1; Halbfinal: Schweiz – Kolumbien 0:4; Final: Schweiz – Nigeria 1:0.