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GC Fussball | 25.01.2019

FUSSBALL | MARCO BASIC "WIE EIN TOPTRANSFER"

Mittelfeldspieler und Pechvogel Marco Basic trainiert nach zwei Kreuzbandrissen im rechten Knie wieder mit dem Team und fühlt sich wohl. Ende dieses Monats, anfangs Februar wird entschieden, wann und in welchem Umfang er wieder in den Meisterschaftsbetrieb des GC Teams eingreifen kann. Aus vergangenen Tagen haben er und die GC Verantwortlichen aber die Lehren gezogen und planen eine schrittweise Rückkehr. 

"Marco Basic ist für GC wie ein Toptransfer. Elf Monate lang war der Mittelfeldspieler verletzt. Nun hat er beim 4:0-Sieg gegen den FCZ wieder von Beginn an gespielt – auf beeindruckende Weise", schrieb die NZZ am 23. Oktober 2017. Wir erinnern uns: Im November 2016 geschah's in einem Spiel gegen den FC St. Gallen: Basic spürte nach 9 Spielminuten einen Knacks im Knie, liess sich kurz an der Seitenlinie das Knie checken - und bekam grünes Licht, weiter zu spielen und lief auch in den beiden folgenden Spielen auf, bis grössre Schmerzen auftraten und festgestellt wurde, dass das vordere Kreuzband gerissen war. Die Hoffnung, die Verletzung konservativ behandeln zu können, zerschlug sich, worauf sich die Parteien für eine Operation entschieden. Nach der monatelangen Reha fühlte sich Basic wieder fit. Er wollte unbedingt der Mannschaft helfen und spielte sofort wieder jeweils über die gesamte Spieldauer. Heute weiss er, dass das zu viel war.

Das Unheil folgte. Im April 2017 verletzte sich der "Toptransfer" erneut, wieder in einem Spiel gegen den FC St. Gallen. Die Ärzte diagnostizierten wieder einen Kreuzbandriss im selben (rechten) Knie. Während die erste Verletzung ohne Fremdeinwirkung passierte ("Ich machte einen Richtungswechsel - und es knackste in meinem Knie", erinnert sich der Pechvogel), passierte es zuletzt in einem Zweikampf. "Wir hatten zu jener Zeit etwelche Probleme auf dem Platz und im Team, ich war Captain und fühlte mich für alles verantwortlich, was mich stresste und wohl negativen Einfluss auf meine Konstitution hatte", blickt Marco Basic zurück. 

Was ging ihm im Moment des Unfalls durch den Kopf? "Da denkt man an sein fortgeschrittenes Alter (Anmerkung: Basic war zu jenem Zeitpunkt 29-jährig), an seine Frau, an die beiden Buben (6- und 4-jährig), an eine lange Rehazeit usw. Aber positiv war, dass ich einen laufenden Vertrag bis Sommer 2020 habe". Auf jeden Fall entschloss sich Basic zusammen mit den GC Verantwortlichen, im Gegensatz zur ersten Verletzung nicht zunächst auf konserative Behandlung zu setzen, sodern sofort zu operieren. "Ich wusste, was mich in der Reha erwarten würde, also konnte ich mich viel besser als das erste Mal darauf einstellen. Die Arbeit mit unserem Physiotherapeuten Marc Gähwiler war erfolgreich, ich konnte von ständigen Fortschritten profitieren. Dafür musste ich aber hart arbeiten, man darf nicht annehmen, man könne während dieser Zeit eine ruhigere Kugel schieben, habe mehr Zeit für die Familie usw.. Wenn man seriös arbeitet, ist man Tag für Tag sieben Stunden von zu Hause weg", erzählt Marko Basic. Der Kroate hat aber alles durchgestanden und ist bald wieder bereit, ins GC Team zurück zu kehren. "Obwohl wir die Saisonvorbereitung bis zum Trainingslager in der Türkei ausschliesslich auf Kunstrasen machten, sind keine Probleme bei mir aufgetreten. Ich spüre eigentlich jeden Tag eine Verbesserung, tanke Selbstvertrauen", schildert Basic, "schlechte Gedanken lasse ich nicht aufkommen. In schwierigen Phasen muss man im Kopf stark sein, ganz nach dem Motto "never give up". Ich darf mich aber auch nicht selbst zu sehr unter Druck setzen, muss mich bremsen und mit Kurzeinsätzen versuchen, mich wieder ins Spiel zu integrieren und mit für die Startaufstellung zu präsentieren. Ich vergleiche die Situation mit einem U21-Spieler, der auf dem Sprung in das Fanionteam ist, auch er kommt in der Regel über Kurzeinsätze näher an die Mannschaft heran."

Apropos junge Spieler. Marco Basic betont, dass im Team viele junge Spieler sind, mit viel Qualität. "Einige von ihnen haben jetzt doch schon einige Spielerfahrung in der  Super League gesammelt, jetzt müssen sie ihre Fortschritte auch selbstbewusst im Spiel zeigen. Ich sage selbstbewusst, nicht überheblich." Hier spricht der erfahrene Leader, der seinen Beitrag zur Weiterentwicklung der jungen Akteure leisten wird.

Auch Sportchef Matthias Walther betont: "Wir brauchen Marco Basic in der schwierigen zweiten Saisonhälfte. Auch wenn er nicht von Beginn an wieder voll einsteigen kann, so ist er für uns auch als Typ wichtig. Mit seiner Erfahrung, dank seinem Charakter ist er ein Vorbild und kann der Mannschaft auch neben dem Spielfeld sehr viel bringen."

Was die NZZ damals schrieb, trifft hoffentlich auch demnächst wieder zu, wenn Marko Basic wieder auf dem Feld stehen wird. 

Eugen Desiderato