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GC Handball | 24.05.2019

HANDBALL | PERSONELLE ÄNDERUNGEN IM SPORTBEREICH

GC Amicitia geht mit neuem Führungspersonal in die neue Saison. Norman Kietzmann übernimmt die sportliche Leitung, während Toni Kern, bisher als Sportchef Frauen und Trainer des SPL-1 Teams zuständig, den Club verlässt, dem Schweizer Nachwuchs-Handball aber an anderer Stelle erhalten bleibt. Für ihn übernimmt Ike Cotrina die Trainerverantwortung der SPL1 Frauen. Arno Ehret, führt hingegen seine im Verlaufe der Saison 2018/19 erfolgreich übernommene Aufgabe als Cheftrainer der NLA-Mannschaft weiter.

Norman Kietzmann: Sportlicher Leiter

Als Rekordmeister und Topclub war GC Amicitia im Schweizer Handball das Mass der Dinge. Jetzt will der Zürcher Club wieder zu einer Grösse im nationalen Handball werden. Dazu müssen klare sportliche Strukturen aufgebaut und die Projekte zielorientiert und konsequent vorangetrieben werden.  Der neue sportliche Leiter, der die Ziele erreichen soll, ist ein Altbekannter: Norman Kietzmann, seit 2007 bei GC Amicitia, zunächst als Spieler und später als erfolgreicher Nachwuchs-Trainer. Er wird zweifelsfrei sein umfangreiches Fachwissen einbringen. Schon während seiner Spielerkarriere hatte Norman Kietzmann begonnen, ein solides Fundament im Dienste des Sports zu legen. Abgeschlossene Studien in Sportwissenschaften sowie Management-Economics schaffen beste Voraussetzungen für zeitgemässe und leistungsfähige Strategien. Er verfügt über die Fitnesstrainer A-Lizenz und wird die A-Lizenz des Schweizerischen Handball Verbandes in diesem Jahr erwerben. Zuvor absolvierte er bereits die Ausbildung zum Berufstrainer.

2007 aus Deutschland gekommen, war Kietzmann in einer schwierigen Zeit des Umbruchs als Aktiver im Team für den linken Rückraum zuständig, eine Aufgabe, die er mit Kompetenz und Enthusiasmus ausführte. Nach Beendigung seiner Aktiv-Karriere trainierte er den männlichen Nachwuchs auf den Stufen U15 bis zu U19 - mit Erfolg, was sieben nationale Medaillen unterstreichen. Gegen Ende Saison 2017/18 übernahm er die freigewordene Trainerstelle, um die Voraussetzungen für den Ligaerhalt der NLA Mannschaft zu schaffen. Mit drei Siegen in Serie schaffte er nach einem 0:2-Rückstand in den Playouts die Wende, was die Liga-Sicherung bedeutete. 

Toni Kern sagt adieu

Der Assistent an der Seite von Norman Kietzmann war Toni Kern. Dieses Amt führte er allerdings zusätzlich zu seiner Haupttätigkeit als GC Amicitia-Frauen-Sportchef und Trainer des SPL1-Teams aus. 

Als deutscher Handballprofi in Zürich in die erste Mannschaft gekommen, durfte Toni Kern gleich zum Champions-League-Einsatz antreten. Nach dem abrupten, verletzungsbedingten Aktiv-Karriereende musste er sich neu orientieren. „GC Amicitia hat mich weit über das Übliche hinaus unterstützt, als ich mich persönlich neu erfinden musste“, sagt er rückblickend. Es folgte ein abenteuerlicher Werdegang mit den Frauen von GC Amicitia, geprägt von vielen Auf und Ab: „Grundsätzlich kann man aber von einem klaren Aufstieg sprechen“, sagt Toni Kern. Unvergesslich bleiben die Finalspiele der FU19 Elite, als das Team seinen besten Handball zeigte und den erreichten Erfolg kaum fassen konnte. Kern: „Der Schweizer Meistertitel verblasste für mich neben der aufopfernden Leistung der Girls.“ Toni Kern wird neu beim HSC Suhr-Aarau als Leiter Nachwuchs Leistungssport tätig sein, GC Amicitia aber ideell verbunden bleiben Sein Wunsch? "Meine grösste Hoffnung ist, dass die SPL1 Frauen von GC Amicitia am gemeinsam erarbeiteten Credo festhalten und auf Kurs bleiben.

Ike Cotrina neuer SPL1 Trainer

Damit Toni Kerns Wunsch in Erfüllung geht, wird in erster Linie Vicente Cotrina Cabal, oder kurz Ike Cotrina mit seiner überzeugenden Art sorgen. Er versteht es, Spielerinnen zu motivieren und zu begeistern, denn sein Herz schlägt für den Handballsport.

Ike Cotrina wurde in Gijón im Norden Spaniens in einer handballbegeisterten Familie geboren, in einem Land, in dem der Handballsport eine ganz andere Bedeutung hat, als hierzulande. Er war Torhüter - bis er in der zweithöchsten Liga zu oft auf der Ersatzbank sass und eher zufällig, aufgrund mangelnder Beschäftigung, an einen Job als Jugendtrainer geriet. Damit nahm seine weitere Karriere ihren Anfang. Er verdiente als Assistenztrainer namhafter Handball-Coaches seine Sporen ab. Beim Spitzenclub Bera Bera wurde seine Arbeit gleich mehrfach mit Meistertiteln und Cupsiegen belohnt. Sein Wirken blieb hierzulande nicht unbeachtet, so wurde er 2016 in die Schweiz gelotst, zum BSV Stans. Parallel fuhr er mit dem Nationalteam von Chile im vergangenen Winter an die Männer WM nach Dänemark. 

Ike absolviert im Spanischen Olympischen Komitee sowie an der Universidad Católica San Antonio de Murcia (UCAM) ein Studium für Leistungssport, das er mit dem Master abschliessen wird. Seit seiner Ankunft in der Schweiz im Jahre 2016 lernt er die deutsche Sprache – und setzt sie bereits heute erstaunlich sicher in Wort und Schrift ein. Der Sprachunterricht steht auch weiterhin regelmässig auf seinem Programm, denn Ike weiss um die Wichtigkeit der Kommunikation zwischen Coach und Team.

Eugen Desiderato