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GC Landhockey | 25.01.2019

LANDHOCKEY | U15 NEUJAHRS KICK-OFF IN PISA

Mit einem konsolidierten U15 Landhockey-Team reisten wir Ende Weihnachtsferien in die pittoreske Toskana. Der profane Nachtbus brachte uns nach Florenz wo wir auf den Trenitalia nach Pisa umstiegen. Der Rückweg führte dann über Genua, wo wir dank charismatischem Kellner und entsprechender Küche genährt und gutgelaunt den Gotthard bei Nacht und Nebel bezwangen. Überraschend pünktlich durften wir die Sprösslinge den glücklichen Eltern übergeben. Vermutlich bot der folgende Tag (Sonntag) dann willkommene Erholung nach den intensiven Tagen ennet den Alpen.  

Das Team bestand aus drei Mädchen und fünf Knaben. Da kurzfristig kein Coach für den ambitiösen Ausflug zu gewinnen war wurde Taktik und Aufstellung im do-it-yourself Ansatz bewältigt: Dies unter der so entspannten wie souveränen Moderation des Dienstältesten, Jakob Siemssen. Einige der Spieler waren knapp zu alt, und auch etwas zu geschwind. Diese nahmen sich spielerisch zurück, sassen trotz Adrenalinschub geduldig auf der Bank und überliessen das Toreschiessen und die kurzen Ecken den jüngeren Kollegen. Dieses abgeklärte und sportliche Verhalten verhalf zu spannenden Spielen und begeisterte den Organisator derart, dass GC der "Fair Play" Preis zugesprochen wurde. Thalia Ender wurde zusätzlich als beste Torhüterin des Turniers geehrt. Im brodelnden Center Court hielt uns Elin Haberthür dank Tor und Lara Recupido mit wasserdichter Verteidigung im Rennen. Anton Adank schoss das Team in letzter Minute ins Penalty-Shootout. Lars Enders verwertete danach souverän, jedoch Nationalspieler Imanuel Poulastrou ging die entscheidende Aufgabe zu nonchalant an, so dass wir die Trophäe zähneknirschend Savona überlassen mussten.

Kulinarisch liessen wir uns in Pisa nichts entgehen, trotz penetrantem Lobbying einiger Junioren zum seelenlosen Allerwelts-Fast Food. Smartphones wurden nach Sonnenuntergang skrupellos eingezogen. Dies führte zu romantischen und althergebrachten Kartenspielen. Für den einen oder die andere ging das Zocken zu tief in die Nacht, was den jeweiligen Gesichtern am Frühstück unschwer anzusehen war. Wenig überraschend und der Tradition entsprechend wurden bei den Knaben sämtliche Kleider breitflächig und mehrschichtig im Zimmer verteilt – vermutlich um sich wie zu Hause zu fühlen. 

Das lockende Mittelmeer liessen wir uns trotz arktischer Kälte mit einem Ausflug nach Marina di Pisa nicht entgehen. Ein schneeweisser Carrara-Marmor-Stein-Strand gerahmt von einem übertrieben blutroten Abendrot liess auch abgebrühte Jungs emotional nicht kalt. Am Turnierabend wurden wir mit toskanischen Leckerbissen verwöhnt. Als Teambetreuer durften wir den bei uns aus der Mode gekommenen Chianti wiederentdecken. Vom familiären Hotel Villa Kinzica sahen wir das berühmte Wahrzeichen der Stadt; morgens und abends gar in einsamer Erhabenheit. Übrigens wäre Pisa auch ohne gravierenden Baumangel eine Reise wert. Galileo begegneten wir nicht, dafür dem europaweit vermutlich eifrigsten Hockey-Fan: Nennen wir ihn Ermenegildo. 

Unserem ironischen Ziel als Botschafter der Schweiz aufzutreten, sind wir dem Vernehmen nach gerecht geworden. Und ich denke  die Junioren werden sich bei einer allfälligen Hochzeitsreise nach Pisa selbst in glücklichster Ehe mit Wehmut an das Turnier mit den Kolleginnen und Kollegen erinnern.

Denis Raschpichler