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GC Fussball | 26.06.2020

RANDBEMERKUNG | ALS DIE GC FUSSBALLER IN PINK AUFLIEFEN

Die Fussballer des Grasshopper Club Zürich hatten schon oft die Nase vorn, als erstgegründeter Fussballclub in Zürich, als erstes Schweizer Team, das auf ausländischem Boden antrat, als Rekordhalter bezüglich Meistertitel und Cupsieg, als Gastgeber des hierzulande ersten Länderspiels unter Flutlicht, im damaligen Stadion Hardturm, usw. Und dann auch auch als Mode-Trendsetter...

Erinnern Sie sich, als die Grasshopper in der Saison 2012/13 in den gegnerischen Stadien in Pink antraten? Der Aufschrei, der durchs Land ging, wurde mit hämischen Kommentaren in den Gazetten begleitet. Männer in Rosa, ein Ding der Unmöglichkeit. Rosa galt im nördlichen Europa im Männersport über Jahrzehnte als Farbe für Schwächlinge und Frauen.

Aber es ging doch: Die Medien irrten und die Zuschauer gewöhnten sich an die Aufritte der Rosa-Grasshopper, wohl nicht nur, weil sie in jener Saison den bis dato letzten Titel, den Cupsieg holten. Die rosa-farbenen Fan-Shirts wurden zum Verkaufsschlager, gingen weg wie warme Semmel.

Genau genommen folgten die Grasshopper nur dem Beispiel südlicher Länder, wie z.B. Palermos Fussballern, die seit Jahrzehnten in Rosa antreten, oder auch Juve der Jahre um 1900. Und schliesslich erscheint schon seit Jahrzehnten die italienische Sportzeitung schlechthin, die Gazzetta dello Sport, in der Farbe Rosa. Und auch in der Formel 1 tritt Pink auf.

Und jetzt wird uns Männern die Farbe Pink auch für den Alltag schmackhaft gemacht. Da lese ich doch unter „Konsumkultur“ im NZZamSonntag-Magazin, dass „der Mann, der breiten Annahme zum Trotz, Rosa sei eine Mädchenfarbe, dem zarten Ton eine Chance geben soll...“ Schliesslich soll Rosa ursprünglich die bedeutendste Bubenfarbe gewesen sein.

Soll ich? Da ich doch schon seit etlichen Jahren dem Bubenalter entwachsen bin, kann ich wohl darauf verzichten, freue mich aber über GC als Trendsetter. Und meine Freude wäre noch viel grösser, wenn die Hopper-Fussballer auch wieder einem früheren Trend nachleben könnten, zum Beispiel dem eines Spitzenteams.

Eugen Desiderato