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GC Rudern | 24.08.2018

RUDERN | BRONZE AN DER STUDENTEN-WM ALS HÖHEPUNKT

Die Grasshopper, drei Brüder Merkt und Jakob Blankenberger, gewannen an den Studentenweltmeisterschaften in Shanghai im Vierer ohne die Bronzemedaille, womit erstmals seit Jahren ein Schweizer Boot wieder einen solchen Erfolg landen konnte. An den von 559 Booten beschickten Schweizermeisterschaften auf dem Rotsee, bei denen um insgesamt 27 Meistertitel gekämpft wurde, sorgten die GC Ruderer für einen wahren Medaillen-Regen. Enttäuscht waren hingegen die beiden Schweizer Boote (mit zwei Grasshopper Athleten) an den Junioren Weltmeisterschaften in Racice (CZ).

Bronze an Studentenweltmeisterschaften 

Der Bronzeerfolg bei der Studenten WM im Männer Vierer war die sportlich logische Fortsetzung der so erfolgreichen nationalen Saison 2018. Die Merkt Brüder (Alois, Marius und Emile) zusammen mit ihrem kongenialen 4. Mann, Jacob Blankenberger veredelten ihren Trip nach Shanghai mit der Bronzemedaille. Nach einer verdienten kurzen Pause nach den Schweizer Meisterschaften hatte sich der Vierer am heimischen Greifensee für die WM vorbereitet. Oft trainierten die Jungs in der großen Mittagshitze kurz aber zielführend, und konnten so den Organismus an die in China zu erwartenden klimatischen Verhältnisse anpassen. Nach intelligent und taktisch brillanten Vor- und Hoffnungsläufen lag der Fokus mental sowie physisch auf dem Finale. Dort erwartete die vier Grasshopper ein harter Fight mit den erwartet starken Briten, Italienern und Kanadiern. Am Ende ging die Rechnung auf – Bronze durch technisch brillantes Rudern im Leihboot und einer weiteren taktischen Meisterleistung sicherten sich die Grasshopper hinter den Briten und Italienern, aber vor den Kanadiern die Bronzemedaille. Marius Merkt: "Tolles Rennen. Nach den ersten 500 Metern waren wir noch eine Länge hinter dem Kanadischen Boot. Aber wir konnten nicht nur die Lücke schliessen, sondern die Ziellinie auch vor den Kanadiern überqueren." GC Cheftrainer Tom Böhme: "Dieser Erfolg manifestiert erneut, dass das Leistungslevel in Schweizer Clubs nicht zu unterschätzen ist und immer öfter auch internationale Erfolge zulässt."

Schweizermeisterschaften

Die diesjährigen Meisterschaften werden insbesondere aufgrund des zweiten Rangs in der Klubwertung und des erreichten Triple in den Männer Riemenbootskategorien in Erinnerung bleiben, hervorragende Ergebnisse, die vor allem auf die hervorragende Arbeit des Trainerteams um Thomas Böhme und Sam Glynn zurückzuführen sind. 

Begonnen hatte der Medaillen-Regen mit den Masters Ruderern, allen voran Michael Benn, der auch heuer wieder seinen Erwartungen gerecht wurde und in verschiedenen Renngemeinschaften einmal Gold und zweimal Silber gewann. Mit Andras Gurovits im Einer holte ein weiterer Masters-Ruderer wichtige Punkte für die Klubwertung. Im weiteren sicherten sich Medaillen Thomas Roth, Thomas Petertil und George Tintor. 

Die GC U17 Goldboys gewannen erwartungsgemäss das Doppelvierer-Rennen. Zudem holte sich Lars Pfister im U17 Einer trotz Krankheit die Bronzemedaille und Lionel Binggeli gewann den B-Final. Sein Zwillingsbruder Ulysse und Marino Kerler wurden hinter einem sehr starken Tessiner Doppelzweier sehr gute Zweite. 

Bei den U19 gab es jeweils Silber im Vierer-Ohne und im Zweier-Ohne. Tim Roth wurde im ersten Jahr U19 vielversprechender Dritter. 

Wie erwähnt gewannen die Männer das sehr hoch einzustufende Triple in allen Riemen-Kategorien. Die Trainingsgruppe verteidige die Schweizermeistertitel im Achter und im Vierer. Zusätzlich gewann Oldie Patrick Joye mit Spitzensportler Fiorin Rüedi den Zweier-Ohne. Zum ersten Mal seit Jahren musste zur Besetzung des Achters im Vorfeld zu den Schweizermeisterschaften Seat-Races gefahren werden. Dies spricht für die hohe Leistungsdichte im GC Kader. Das Achter-Rennen war wie erwartet höchst spannend. Trotz Verstärkung durch zwei Amerikanern aus Yale und einem Schaffhauser unterlagen die Seeclübler dem GC Boot.

Ausführlicher Bericht.

Junioren Weltmeisterschaften in Racice (CZ)

Tobi Führholz und Tim Roth starteten wie bei den Europameisterschaften im Vierer ohne und im Doppelvierer. Während der Vierer ohne in der gleichen Besetzung startete wie an den Europameisterschaften, wurde der Doppelvierer umbesetzt. Statt des Bielers Eric von Bodungen war Kai Schätzle von Reuss Luzern mit an Bord. Der Doppelvierer entsprach somit dem Reuss Vierer, welcher an der letzten SM mit dreissig Minuten Abstand die Juniorentitel im Doppelvierer und im Vierer ohne holte, verstärkt durch Tim. Die Rennen fanden auf sehr warmem Wasser und bei leichtem bis stürmischem  Schiebewind statt, was zu insgesamt elf Junioren-Weltbestzeiten führte.

Beiden Schweizer Booten lief es nicht wunschgemäss, kamen aber über den Hoffnungslauf in den Halbfinal. Dort fand der Vierer ohne nie richtig ins Rennen und kam ca. 17 Sekunden hinter den Weltbestzeit rudernden Briten ins Ziel. Dem Doppelvierer erging es, auf etwas höherem Niveau, ähnlich. Auf der zweiten Streckenhälfte versuchten die Athleten nochmals ihre sehr starke Physis einzusetzen, kamen aber mit gut sechs Sekunden Rückstand auf die Tschechen ins Ziel. Damit waren die Medaillenhoffnungen mit einem Schlag verflogen. Beide Mannschaften waren ziemlich deprimiert und unzufrieden mit ihrer Leistung. 

In den Final B Läufen um die Ränge sieben bis zwölf war dann auch entsprechend die Luft draussen. Tom Böhme: «Ich bin überzeugt, dass bei beiden Mannschaften der Kopf «leerer» war als die Beine». Der Vierer ohne landete auf dem zwölften und der Doppelvierer auf dem neunten Gesamtrang. Böhme: «Ich glaube beide Mannschaften hatten sich für die Regatta etwas mehr vorgenommen, konnten ihr Potential aber nicht abrufen. Entsprechend getrübt war bei beiden Vierern die Stimmung nach Abschluss der Weltmeisterschaften. Zu echten Champions gehört aber, dass man nach einer Niederlage aufsteht, noch mehr gibt und schlussendlich erfolgreich ist.»

Eugen Desiderato