Menu
GC Rugby | 22.11.2019

RUGBY | GC AN DER WELTMEISTERSCHAFT

Zugegeben, der Titel ist etwas reisserisch, aber nicht gänzlich falsch. GC Mitglied und ex-Spielerin Veronika Mühlhofer war an der Rugby WM in Japan vor Ort, als Mitglied des World Rugby Council, wo sie seit zwei Jahren als einzige Frau Einsitz hat. Und auch Kurt Köhl, GC Rugby-Vorstandsmitglied, verantwortlich für die Finanzen, war dabei, als Experte des Schweizer Fernsehens bei den Live-Übertragungen. Und die GC Spieler waren indirekt dabei - sie verfolgten den Final auf der Carfahrt zum Meisterschaftsspiel in Genf.

Während sechs Wochen standen die Rugby-Fans weltweit unter Strom, als in Japan die gut organisierten Weltmeisterschaften ausgetragen wurden. Auch Fernsehzuschauer in der Schweiz konnten am Event teilnehmen, SFR übertrug die beiden Halbfinals und den Final live. Die Spiele wurden von Dani Kern kommentiert und der Grasshopper Spieler, -Schiedsrichter und -Funktionär Kurt Köhl stand ihm als Experte zur Seite. Er verstand es in Zusammenarbeit mit Kern glänzend, die Eigenheiten des Rugby und dessen Regeln „rüber zu bringen“.

Köhl und GC

Seit 1996, als Rugby in Zürich Fuss gefasst hat, war Kurt Köhl mit von der Partie, zunächst beim RC Zürich. Dort war ein glühender Anhänger der Fusions-Idee mit dem Grasshopper Club. „Der Brand GC hat uns viele Türen geöffnet“, stellt Köhl auch noch heute fest. Nach der Fusion war er Captain der 2. Mannschaft und gehörte Kraft dieses Amtes dem Vorstand an, zudem war er für die Spielkoordination zuständig. Nach einer berufsbedingten Pause als Funktionär trat er letztes Jahr wieder in den Vorstand ein und verantwortet die Finanzen.

Köhl als TV Experte

Beim Fernsehen hatte er während den Olympischen Spielen als Experte für das Seven’s Rugby erste Erfahrungen gesammelt. Und für die diesjährige WM kamen die TV-Verantwortlichen relativ kurzfristig auf ihn zu, weil sie kurzfristig die Rechte für die Halbfinals und den Final erwerben konnten. Köhl musste nicht lange überlegen, sondern sagte sofort zu, zumal mit diesem Engagement keine Reise verbunden war: Die Kommentare wurden im Zürcher Fernsehstudio gesprochen. Einziger Nachteil aus Köhls Sicht, dass er dadurch nicht das ganze Spielfeld einsehen konnte, da die Kamera jeweils dem Ball folgt. Um so mehr freut er sich über die positiven Rückmeldungen. Für die Zuschauer war interessant, dass sich SRF nicht nur auf die Liveübertragung beschränkte, sondern auch Vorberichte und Studio-Gespräche während der Spiel-Pause produzierte. „Die Präsenz vor der Kamera war für mich kein Problem, nach nur wenigen Minuten ist man „drin“ und konzentriert sich voll auf die Aufgabe“, gibt der Neo-Reporter zu Protokoll, der auch einem Faux-pas verhindern konnte: „Als ich ins Studio kam, lag dort als Blickfang ein American Football... Ein no-go, weshalb ich meinen Rugby-Ball mitbrachte“, erzählt er schmunzelnd.

„Ich habe mich riesig gefreut, dass die Südafrikaner den Titel geholt haben. Dieser Erfolg wird dem ganzen Land gut tun“, sagt Kurt Köhl. „Dass sie den Favoriten England besiegt haben, unterstrich einmal mehr, dass man mit Herz, Leidenschaft und einem besonderen Teamspirit auch gegen übermächtig scheinende Gegner bestehen kann“.

Köhl - der Schweiz-Kanadier

Kurt Köhl ist in Frankreich geboren und wuchs dort auf, bevor er, 14-jährig mit seinen Eltern (der Vater ist Schweizer, die Mutter Kanadierin) in die Schweiz kam, wo er die internationale Schule in Kilchberg besuchte und dort zum Rugby gekommen ist. „Wir trugen nationale und internationale Spiele aus, was eine tolle Erfahrung für uns war“. Nach der Matura studierte der Schweiz-Kanadische Doppelbürger während fünf Jahren in Kanada Politische Wissenschaften und Sprachen. In der Freizeit blieb er dem Rugby treu - auch nach der Rückkehr in die Schweiz.

Heute ist Köhl neben seiner Vorstandstätigkeit für GC Rugby in seinem Sport als Schiedsrichter unterwegs („Meine beiden fünf- und sieben-jährigen Buben begleiten mich jeweils und beschäftigen sich während des Matches auf dem Spielplatz“) und gehört der Disziplinarkommission von Swiss Rugby an.

Köhl: Informatiker und Kapitän

Beruflich ist Kurt Köhl bei einer Grossbank als Informatiker tätig, wo er vornehmlich neue Software im Testmanagement prüft. Daneben ist er Kapitän bei der Vierwaldstätter Schifffahrt. „Ja, ich fahre an etwa drei Tagen pro Woche Kurs- und Ausflugs-Schiffe mit bis zu 300 Passagieren", erklärt Kurt Köhl. Dass er zu dieser Tätigkeit kam ist eher dem Zufall geschuldet. Früher war er für eine englische Firma tätig, die eines Tages entschied, den Sitz nach England zu verlegen und er dadurch frei wurde. „Die finanzielle Abfindung wollte ich nicht einfach absitzen und auf einen neuen Job warten, sondern habe entschieden, eine für mich absolut neue Herausforderung zu suchen“. Kurt Köhl fand sie bei der Vierwaldstätter Schifffahrt, wo er vom Kontrolleur bis, nach einjähriger Ausbildung, zum Kapitän aufstieg. „Diese Abwechslung erfüllt mich total. Mit meinem Hauptarbeitgeber konnte ich einen entsprechenden Deal machen, sodass ich beide Aufgaben zu meiner Zufriedenheit ausführen kann - und auch die Engagements für den geliebten Rugby-Sport“, stellt Kurt Köhl fest.

Eugen Desiderato