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GC Rugby | 26.10.2018

RUGBY | "GC INTERNATIONAL"

Die Rugby-Abteilung des Grasshopper Club etabliert sich sportlich im nationalen Rugby. Mit Hugh Kisielewski (Männer) sowie Gregor Gray und Marvon Alla (beide U18) hat sie drei Spieler gestellt, die mit ihrer jeweiligen Schweizer Nationalmannschaft im 7-er Rugby den Europameister-Titel gewannen. Die Männer steigen damit in die B-Konferenz auf und zählen zu Europas Top 20. Und das Schweizer U18-Team wird nach dem historischen Erfolg nächstes Jahr gar nach dem Aufstieg in die A-Konferenz auf die grossen Sechs Europas treffen. Nach dem aktuellen Stand werden dies England, Frankreich, Irland, Italien, Schottland und Wales sein. Und die ehemalige GC Aktive Veronika Mühlhofer wurde ins Council von World Rugby gewählt. 

Traditionell überwiegt in Europa im Männer-Rugby das 15-er Rugby, das 7er Rugby stagniert eher. Das 7er Rugby ist aber, nachdem auf dem gleich grossen Feld nur je 7 Spieler agieren, schneller, attraktiver. Der nationale wie auch der internationale Verband setzen deshalb auf die Ausbildung und forcieren bei den Junioren die attraktivere Form ihres Sports. Bei den Westschweizer Vereinen hat sich das 7-er Rugby in den Nachwuchsteams schon länger etabliert, vor drei Jahren hat auch der Grasshopper Club nachgezogen und forciert es bei den U16- und U18-Junioren mit je einer eigenen Meisterschaft. Dass damit nach dieser relativ kurzen Zeit ein Beitrag zum Erfolg der Schweizer U18-Nati geleistet werden konnte, macht die Hopper stolz. „Das ist natürlich eine tolle Sache“, stellt Veronika Mühlhofer, CEO des Schweizerischen Rugby-Verbandes (Rugby Suisse) zufrieden fest. Sie selbst war bis vor kurzem Spielerin im GC Damen-Team. Im Zuge eines Generationenwechsels im Team trat auch sie zurück: „Jetzt wird ein junges Team aufgebaut, das in Zukunft sicher seinen Weg machen wird“, ist Mühlhofer überzeugt, die weiterhin dem GC die Treue hält. Sie selbst konzentriert sich jetzt auf ihre vielfältigen Aufgaben im Schweizer Verband (Rugby Suisse), wie auch im World Rugby mit Sitz in Dublin,dem internationalen Verband, in den sie vor kurzem berufen wurde, wo sie zusammen mit dem Präsidenten des europäischen Verbandes die nationalen Verbände des europäischen Kontinents vertritt. 

Grosse Ehre für eine Schweizer Vertreterin

Eine grosse Ehre für Mühlhofer, die seit nunmehr 20 Jahren im Sport tätig ist. „Ich war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort könnte man sagen, der Welt-Verband wollte sein Council verjüngen und nach Möglichkeit auch eine Frau ins Gremium bringen. Beides konnte ich bieten“, erzählt Veronika Mühlhofer. Sie verschweigt dabei, dass sie auch über ein gerüttelt Mass an Wissen und Erfahrung verfügt. Nach ihrem Master-Abschluss in Soziologie an der Stanford University und dem Studium in Sports Management gründete Mühlhofer ihre eigene Dienstleistungsfirma, mit der sie Sportverbände unterstützt. So leitete sie den Kanu-Verband, ist CEO von Rugby Suisse, und bei Olympischen Spielen, sowohl im Winter als auch im Sommer als Venue Manager tätig. Je nach dem in welchen Schlüsselbereichen die Organisations-Kommitees Spezialisten zuziehen, kann sie im sporttechnischen wie auch im Medien-Bereich Unterstützung bieten. Zuletzt war sie bei den Winterspielen in Pyeongchang im Eishockey Venue Manager und unterstützte die Local Teams im Medienbereich. Sie stellte sicher, dass die Infrastruktur, die Hotels, die Transporte und die Medienarbeitsplätze allen Anforderungen entsprachen. Ihre Arbeit beginnt in der Regel schon ein Jahr vor dem entsprechenden Event. „Es ist eine anspruchsvolle, fordernde Tätigkeit, in meinem Beruf sind Olympische Spiele das absolute Highlight, zumal ich auch an den olympischen Gedanken glaube“, sagt Veronika Mühlhofer. Nach inzwischen fünf Olympischen Spielen und den European Games in Aserbeidschan denkt sie nach Abschluss eines Events, „jetzt ist genug“. Wenn aber die nächsten Olympischen Spiele anstehen, „packt’s mich wieder“, erzählt Mühlhofer. 

Rugby in der Schweiz prosperiert

Die Rugby-Klubs hierzulande haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt, vor allem auch in der Deutschschweiz. „Es wird intensiv mit der Jugend gearbeitet, auch im Grasshopper Club, mit der zusammen mit der Rugby Union Zürich betriebenen Zurich Rugby Academy. Es braucht initiative Leute, die diese Projekte forcieren. Coaches und Manager und auch die Spieler leisten gute Arbeit, wie auch bei GC“, sagt Veronika Mühlhofer und verweist u.a. auch auf Robin Wickli. „Er ist mit Herzblut dabei, bringt zusammen mit seinen Mitstreitern der Zurich Rugby Academy die Jungs voran.“ Auch die Zusammenarbeit mit den Schulen wurde intensiviert und es werden Kurse und Sportcamps angeboten. „Die Jugend-Ausbildung ist zwar kostenintensiv“, wirft Mühlhofer ein, „aber es ist eine Investition in die Zukunft“. 

„Jetzt fehlt nur noch, dass hierzulande die Medien unserem Sport mehr Aufmerksamkeit widmen“, wünscht sich Veronika Mühlhofer. Der Verband selbst hat in dieser Hinsicht die Initiative ergriffen und überträgt via swiss-sport.tv im Internet während der Meisterschaft an jedem Wochenende die Bilder eines Spiel live. Für besondere Spiele konnte zu günstigen Konditionen ein professioneller Kommentator aus England verpflichtet werden.

Eugen Desiderato