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GC Fussball | 26.03.2021

SERENA FORGIONE VOM FUSSBALL BUSINESS FASZINIERT

Seit 2019 ist Serena Forgione fürs Ticketing und Merchandising der Grasshopper Fussball AG zuständig. Die junge, engagierte Mitarbeiterin spricht über ihre Liebe zum Fussball, ihre berufliche Erfahrungen, ihr Aufgabengebiet, den wegen Corona verhinderten persönlichen Kontakt mit den Fans - und freut sich auf ein anstehendes persönliches Highlight.

Die Zuschauer sind von den Spielen ausgeschlossen, da könnte die Meinung aufkommen, die Verantwortliche für das Ticketing habe keine Arbeit. „Mitnichten“, sagt Serena Forgione, „die Corona-Vorschriften sind streng und erfordern einen erhöhten administrativen Aufwand, so müssen zum Beispiel alle Personen erfasst werden, die für ein Spiel im Stadion einen Arbeitsauftrag haben, wie zum Beispiel für das Aufstellen der Banden, die TV Mitarbeiter, die Journalisten, die Scouts etc. Aber selbstverständlich bin ich in diesem Bereich nicht voll ausgelastet, aber das ist auch im „Normalbetrieb ohne Corona“ so, sonst könnte ich die vielfältigen Aufgaben im Merchandising nicht übernehmen.“ Serena Forgione führt aus, dass in diesem Bereich sehr viel läuft, die Fans offenbar hungrig auch auf Neuerscheinungen sind. Wenn sie schon nicht ins Stadion können, wollen sie sich zumindest im Alltag mit entsprechenden Outfits als GC Fan zu outen. „Unser aktueller Sale läuft sehr, sehr gut und ich kann versprechen, dass verschiedene neue Artikel in der Pipeline sind, sprich in der Vernehmlassung. Überhaupt sind wir mit unserem Partner ständig daran, neue Ideen umzusetzen. Ich freue mich schon darauf, wenn ich diese vorstellen kann. Die Fans werden begeistert sein.“

Serena Forgiones Strahlen zeigt, dass sie ihren Job mit Freude ausführt. „Nur der persönliche Kontakt face-to-face, zum Beispiel an der Stadionkasse oder beim Stadioneintritt, wo man in normalen Zeiten mit den Anhängern ins Gespräch kommt, fehlt mir schon. Aber dieser Mangel wird mit schriftlichem oder telefonischem Austausch kompensiert, auch wenn nur annähernd.“ Nur eines bedrückt die agile Mitarbeiterin: „Wir haben den Fans, deren Konterfei bei den Geisterspielen im Stadion ihre Anwesenheit simulierten versprochen, die Pappfiguren in einer besonderen Aktion abzugeben. Corona macht uns aber einen Strich durch die Rechnung, wie auch bei anderen geplanten Aktion. Das tut weh. Aber ich kann versprechen, dass aufgeschoben nicht aufgehoben bedeutet.“ Die Ticketing- und Merchandising-Verantwortliche bittet auch um Nachsicht, wenn einmal ein neuer Artikel nicht „den Nerv der Fans“ treffen sollte: „Wir geben immer unser Bestes!“

Neben dem Daily Business widmet sich Forgione auch intensiv der Zukunftsplanung, „damit wir bei der erhofften baldigen Wieder-Öffnung des Stadions nur auf den Knopf drücken können...“

Und, Serena Forgione begleitet nach absolvierter Zusatzausbildung auch die beiden Lernenden der Grasshopper Fussball AG und bereitet sie auf einen erfolgreichen Abschluss vor. „Beide, eine Fussballerin und ein Nachwuchs-Fussballer geben hundert Prozent, was ich auch von Anfang an gefordert habe. Sie müssen Fussball und Lehrberuf klar trennen - und überall ihr Bestes geben. Das passt“, sagt die strenge Ausbildnerin. Zur Zeit bereiten die beiden Lernenden einen online-Schnuppertag vor. Forgione: „Es ist ein Versuch um Lehrstellen-Suchenden einen Einblick in unser Tätigkeitsgebiet zu geben, was ja derzeit aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht „vor Ort“ möglich ist.“ Serena Forgione und ihre Lernenden hoffen, dass dieser Pilot erfolgreich verlaufen wird.

Serena ist, ganz der Bedeutung ihres italienischen Namens „die Fröhliche“, eine freundliche, sympathische, offene Person, die sich schon beim Eintritt ins Berufsleben dem Sport hingezogen fühlte. In einer fussballbegeisterten Familie aufgewachsen, war es naheliegend, dass auch sie dem Ball nachjagte, im Mittelfeld des Damenteams des FC Wohlen. Die kaufmännische Ausbildung absolvierte sie dann in einer Handelsfirma für Papier und Kartonagen. Mit dem Diplom in der Tasche arbeitete sie ein halbes Jahr noch bei der Lehrfirma, wo sie das selbständige Handeln kennengelernt hat. Dann aber fühlte sie sich zum Sportbusiness hingezogen, weshalb „ich mich ausschliesslich bei Sportclubs um eine Stelle bewarb. Ich fand sie zunächst beim FC Aarau, vor dessen Aufstieg in die Super League.“ Dort war eine temporäre Vakanz auszufüllen, was sie gerne übernahm. Anschliessend entdeckte sie eine Ausschreibung des FC Wohlen, der seine Administration professionalisieren wollte. Dort „stand sie ihre Frau“ („Frauen sollte mehr Verantwortung übertragen werden, sie sind genau so leistungsfähig wie ihre männlichen Kollegen“, Zitat Forgione). Sie konnte trotz ihres zarten Alters auch im Vorstand mitarbeiten, „wo ich wertvolle Erfahrungen sammeln konnte“.

Um ihren beruflichen Horizont zu erweitern, trat sie anschliessend eine Stelle bei Teleclub (heute blue) im Backoffice und als Assistentin der Programmleiterin an. „Diese anderthalbjährige Tätigkeit war eine coole Erfahrung für mich“, so Serena Forgione. Aber wieder rief der Sport. So landete sie beim Grasshopper Club.

„Mein grösster Wunsch ist, dass die Zuschauer bald wieder ins Stadion können - und dass das GC Team wieder in die Super League aufsteigt“, so Serena Forgione. Bleibt nur zu hoffen, dass sie dann die speziellen Aufstiegs-Fanartikel konzipieren und die folgende Bestellungsflut bewältigen kann, damit sie sich anschliessend voll auf ihr persönliches Highlight vorbereiten kann: für die im Sommer geplante Hochzeit....

Eugen Desiderato