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GC Unihockey | 23.11.2018

UNIHOCKEY | PHYSIO-PARADIGMENWECHSEL

Stand in früheren Jahren ein Physiotrainer bei GC Unihockey vor allem während der Saisonvorbereitung temporär für die Spieler zur Verfügung, hat man auf diese Saison hin mit dem Engagement von Luca Nussbaumer als Athletik Coach einen Paradigmenwechsel vollzogen. „Geburtshelfer“ dabei war Teamarzt Dr. Fabian Schaller. 

Luca Nussbaumer lernte gegen Ende letzten Jahres anlässlich eines im Universitätsspital Balgrist den Teamarzt von GC Unihockey, Fabian Schaller kennen, zu einem Zeitpunkt, da Schaller dem GC INSIDER zu Protokoll gab, dass die damals zu beklagenden fünf schweren Verletzungen mit Zufälligkeiten zusammen hängen können, „aber wir analysieren gründlich die Situation. Die Auswertungen werden zeigen, wie und wo wir uns in Zukunft verbessern können. Sie werden näheren Aufschluss geben, ob es bezüglich Saisonvorbereitung Anpassungen braucht, oder in der Trainingssteuerung usw. Der Prävention werden wir in Zukunft grössere Priorität einräumen müssen.“ 

Dr. Schaller schritt zur Tat und nachdem sich das Gespräch während den morgendlichen Kaffeepausen zwischen Schaller und Nussbaumer oft um das Unihockey drehte, einer der Lieblingssportarten von Fabian Schaller, kam bald einmal die Idee auf, dass Luca Nussbaumer die richtige Lösung sein könnte. Schaller empfahl den Verantwortlichen, Nussbaumer als Athletik Trainer zu engagieren. Die sportliche Leitung hat den Teamarzt erhört und gehandelt. Kurz nach dem Ausscheiden des GC Teams im Halbfinal traf sich Luca Nussbaumer erstmals mit dem Spielerrat. Trotz anfänglicher leichter Skepsis seitens einiger Spieler wurde der neue Athletik-Trainer positiv aufgenommen, er fand in kurzer Zeit das Vertrauen, nicht zuletzt aufgrund seiner fundierten Kenntnisse (Bachelor in Sports Science und diverse Weiterbildungen, u.a. in Neuro Athletik). Aber auch aufgrund seines Wesens und seines Engagements. 

Luca Nussbaumer im „Hoppogramm“, dem GC Unihockey-Matchprogramm: „Ich wurde gut aufgenommen. Das Team wie auch der Staff schenken mir das Vertrauen. Ich konnte meine klare Vorstellung vom Sommertraining umsetzen und war froh, dass meine Ideen auf positiven Tatendrang stiessen. Das Team übernahm meine Philosophie. Der Paradigmenwechseln von motorischem Output- hin zu sensorischem Input-Training wurde verstanden und gut aufgenommen und hat die Spieler auf neue Möglichkeiten hingewiesen. Ich war von Beginn weg sehr motiviert und wollte nicht nur mir beweisen, dass ich meine Pläne und Versprechen einhalten kann. Dafür investiere ich sehr viel Zeit und Kraft, weil eben auch der Groove stimmt. Mir gefällt es, Teil einer Entwicklung sein zu können, das Unihockey weiter voranzutreiben und gerade auch im physischen Bereich noch viel mehr zu optimieren und professioneller zu gestalten.“

Im Sommer wurde der Fokus in verschiedenen Phasen stark auf das Bewegungsverständnis und die Bewegungskontrolle gelegt. Ein Bereich, in dem Luca Nussbaumer viel Potential ausgemacht hat. Schliesslich wurden beim Kraft- und Ausdauertraining spezifisch die Bedürfnisse des Unihockey berücksichtigt. Die bis dahin vorherrschende Meinung, wonach „ein guter Spieler im Sommer gemacht wird“, ist nur zum Teil zutreffend. In meiner Planung müssen die Spieler nicht zu Beginn der Saison ihre maximale Leistung abrufen können, sondern vor allem in der „heissen Phase“, gegen Ende der Saison in bester Verfassung sein, dann, wenn es um die Wurst geht.“

Aus dieser Überlegung heraus fördert und pusht Luca Nussbaumer, in Zusammenarbeit mit der Physiotherapeutin Karin Sutter die Spieler individuell. Nicht nur die angeschlagenen Akteure erhalten angepasste Trainingspläne, sondern mit dem gesamten Kader wird im Dialog die jeweilige Trainingswoche individuell angepasst. Dieses Vorgehen ermöglicht, auf allfällige Defizite Rücksicht zu nehmen. Sicher ist auch die Regeneration ein wichtiges Thema. Und Luca Nussbaumer will sich auch vermehrt den Torhütern widmen, die seiner Meinung im Unihockey noch oft zu kurz kommen, mit intensiver Betreuung aber noch einen grösseren Schritt vorwärts machen können. 

Luca Nussbaumer überwacht die Ergebnisse seiner Arbeit sehr akribisch: „Ich bin allgemein sehr selbstkritisch und der erste, der die Ursachen für allfällige Verletzungen eruiert. Ich überprüfe meine Arbeit ständig, versuche aus allfälligen Fehlern die nötigen Schlüsse zu ziehen, um tatsächlich die Spieler auf meinem Gebiet weiterzubringen. Dabei ist das ständige persönliche Gespräch mit den Akteuren sehr wichtig, auch, dass sie sich mir gegenüber öffnen. Seit meiner bisherigen Arbeit beim GC habe ich schon einige Erfahrungen gemacht, die in die Pläne für das nächste Jahr einfliessen werden.“

Luca Nussbaumer und GC, das scheint zu passen. Die Chemie zwischen dem Athletik Coach, dem Staff und vor allem den Spielern stimmt, das gegenseitige Vertrauen ist vorhanden. Deshalb ist zu wünschen, dass die Zusammenarbeit mit Luca Nussbaumer auch längerfristig angelegt werden kann. Sein Wirkungsfeld könnte im Interesse der Spieler noch weiter ausgebaut werden, so könnten in Zukunft auch die Junioren von dieser Verbindung profitieren. Luca Nussbaumer: „Ich würde meine Aufgabe gerne auch noch in Jahren erfüllen, denn es gibt noch viel zu tun. Vor allem auch bei den Nachwuchsspielern ist die Sensibilisierung für die  Bewegungen und die Gelenke sehr bedeutend. Immer mit dem Ziel, Verletzungen nach Möglichkeit zu verhindern.“

Eugen Desiderato / „Hoppogramm“