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GC Fussball | 25.09.2020

FUSSBALL | FRAUEN SPIELEN SICH AUS DEM SCHATTEN

Mit zahlreichen Änderungen auf und neben dem Platz sind die GC Fussballerinnen in die neue Saison gestartet. Eine neue Führung, ein neuer Trainer, ein neuer Name für die höchste Schweizer Frauenliga. Der Frauenfussball macht einen weiteren Entwicklungsschritt und will aus dem Schatten treten. Die ersten Spielrunden nähren die Hoffnung, dass das GC Team eine gute Rolle in der noch jungen Meisterschaft spielen kann.

Nun haben auch die Frauen ihre Super League

Im Juni präsentierte der Schweizerische Fussballverband (SFV) erstmals eine Presenting Partnerin für die höchste Schweizer Frauenliga. Aus der National League A wurde nun die AXA Women’s Super League. Gemeinsam hat man die Vision den Schweizer Frauenfussball auf das nächste Level zu bringen, in medialer wie auch in finanzieller Hinsicht. Zwei Monate später folgte mit der Präsentation der SRG als neuem Medienpartner ein weiteres klares Zeichen. Die Zeiten von verwackelten Handy-Videos, Lichtmasten oder Fangnetzen im Sichtfeld gehören der Vergangenheit an. Neben bis zu neun TV-Livespielen sind neu sämtliche 112 AWSL-Partien im Livestream auf dem neuen Liga Webportal (www.awsl.ch) zu sehen. Allerdings müssen die Klubs nach der Testphase zu Saisonbeginn, fortan selbst für die Streaming-Kosten aufkommen. Dennoch bietet dieser professionelle Service einen deutlichen Mehrwert. Das Medieninteresse am Fussball der Frauen ist zumindest in den ersten Monaten spürbar gestiegen.

Neue Führung – neuer Trainer

Mit der Wahl von Claudia Donatsch in den Sektionsvorstand haben die GC Fussballerinnen eine neue Vorsteherin erhalten. Sie ersetzt Mirjam Dobler, die aber dem GC Frauenfussball erhalten bleibt, sie kümmert sich um die Finanzen.

Im sportlichen Bereich ist es gelungen mit Sascha Müller den Wunschkandidaten als Trainer zu verpflichten. Nach elfjähriger Tätigkeit im GC Nachwuchs der Männer, zuletzt als Trainer der U16, kennt er den Verein bestens. Sein Vorgänger Walter Grüter kehrte als Konditionstrainer in den GC Nachwuchs zurück, die bisherige Co Trainerin Alexandra Szarvas erhielt die Möglichkeit als Assistentin zum Schweizer Frauen U17-Nationalteam zu wechseln, ergänzend erhielt sie eine Anstellung im Nachwuchs des BSC YB. Sascha Müller, der nun erstmals ein Frauenteam trainiert, lässt nicht nur in einem neuen Spielsystem spielen, dort wo in der Garderobe vorher Jubelbilder aus vorangehenden Partien zur Motivation hingen, sind nun Ausdrucke von Videoanalysen platziert. Ein dritter Platz oder eine Halbfinalteilnahme im Cup sollen fortan nicht mehr als Erfolg gewertet werden.

Zahlreiche Veränderungen im Team

Im Gegensatz zu früheren Jahren ist es im Kader zu einigen Wechseln gekommen. Nach den Abgängen von Malin Gut (zu Arsenal), Stefanie Da Eira (zu YB), Flavia von Känel (zu Luzern), Jamie-Lee von Allmen (zurück zu Winterthur) und dem beruflichen Abgang von Noa Schärz, gilt es, einiges an Qualität und Erfahrung zu kompensieren. Mit Jessica Schärer (vom FCSG-Staad) stiess vorerst nur eine Spielerin, die bis anhin regelmässig in der obersten Liga zum Einsatz gekommen ist, neu zum Team. Neben Sarah Umiker (zurück vom FCRJ), kamen im weiteren auch Aurélie Csillag und Dzenita Ramcilovic aus dem eigenen U19-Team, sowie Ana Maria Markovic (FCZ U21), neu zum AWSL-Team. Bis zur Schliessung des Transferfensters Ende August, konnten mit Eleni Rittmann (vom FCSG-Staad) und der langjährigen GC Spielerin Victoria Laino (temporäre Rückkehr aus den USA) noch zwei weitere Spielerinnen engagiert werden.

Schwieriger Saison-Start in neuer Umgebung

Als Sascha Müller sein Team am 13. Juli 2020 zum Trainingsauftakt begrüsste, tat er dies nicht wie alle seine VorgängerInnen im GC/Campus. Dies nicht etwa, weil er neue Wege einschlagen wollte, vielmehr wurde die sich im Aufstiegskampf befindende erste Mannschaft der Männer im eigenen Trainingsgelände isoliert, um teamübergreifende Covid-19-Infektionen zu verhindern. Auf der Sportanlage Au in Opfikon-Glattbrugg, auf der gewöhnlich die Nachwuchsteams U14 bis U17 trainieren, erhielten die Frauen eine vorübergehende Bleibe. Es blieb auf den Tag genau ein Monat bis zum Eröffnungsspiel. Die drei Vorbereitungsspiele wurden von den Verletzungen von Rekordspielerin Sarah Steinmann und Neuzuzug Jessica Schärer überschattet. Beide sollten dem Team in der Folge mehrere Wochen fehlen. Da Yllka Kadriu und Jasmin Wirthner nach ihren operativen Eingriffen in der Corona-Zwangspause erwartungsgemäss auch noch nicht wieder zur Verfügung standen, wurden die personellen Sorgen immer grösser.

Dennoch stieg die Vorfreude nach 172 Tagen endlich wieder einen Ernstkampf bestreiten zu dürfen. Neben der Vorfreude war allerdings auch die Anspannung grösser als üblich. Denn die erste Partie der GC Frauen gegen den FC St. Gallen-Staad wurde zum Saisoneröffnungsspiel der neuen Liga erkoren. Gespielt wurde im kybunpark vor der maximal erlaubten Anzahl von 1'000 Zuschauern, zugleich wurde erstmals eine Meisterschaftspartie der Frauen live im TV übertragen. Viele neue Einflüsse die sich nicht positiv auf die Leistung auswirkten. Es setzte dann auch eine 0:2-Niederlage ab. In der zweiten Runde stand das Zürcher Derby an. Obwohl Caroline Müller mit dem ersten GC Treffer der Saison ihr Team bereits früh in Führung brachte, reichte es erneut nich zu Punkten. Die Partie ging 1:2 verloren. In der dritten Runde traten die GC Frauen erneut auswärts an. Beim FC Lugano durfte ausnahmsweise auf dem Hauptplatz im Stadio Cornaredo gespielt werden. Die Zürcherinnen brachten, ohne wirklich zu glänzen, mit einem 5:0-Sieg ihre ersten drei Punkte ins Trockene. Zum Abschluss der englischen Woche zeigten die GC Girls dann eine klare Steigerung und holten im ersten Heimspiel gegen YB mit einem 3:1 die nächsten drei Punkte. Eine Woche später lief die GC Tormaschinerie im Schweizer Cup gleich weiter, beim FC Bühler (1. Liga) resultierte ein 14:1-Erfolg. Zurück in der Meisterschaft kam es dann allerdings erstmals seit sieben Jahren wieder zu einer Nullnummer. Immerhin kam dadurch gegen den FC Luzern ein weiterer Punkt auf das Konto. Rang vier und die zweibeste Defensive nach fünf Runden, darauf lässt sich aufbauen.

Ronny Frei