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GC Fussball | 23.04.2022

LUNA LEMPÉRIÈRE: «FÜR DEN CUP-SIEG BRAUCHT ES JEDE EINZELNE VON UNS»

In ihrer ersten Saison bei GC Frauenfussball konnte Luna Lempérière überzeugen: Im Cup-Halbfinal versenkte sie den letzten Elfmeter und sicherte dem Team damit den Einzug in den Final. Im Interview verrät die 21-Jährige, mit welchen Gefühlen sie während des Penaltys zu kämpfen hatte, was sie sich vom Cup-Final verspricht und welches ihre nächsten Ziele sind.

> GC INSIDER Video-Interview mit Luna Lempérière, Innenverteidigerin GC Frauenfussball 


GC INSIDER:
GC Frauenfussball hat Ende März gegen Servette den Cup-Halbfinal gewonnen. Was bedeutet dieser Erfolg für Euch als Mannschaft?

Luna Lempérière: Wir hatten uns den Einzug in den Cup-Final als Ziel gesetzt. Dass wir das nun erreichen konnten, ist ein mega cooler Erfolg. Es hat unglaubliche Emotionen freigesetzt, die wir nach dem letzten Penalty schon auf dem Feld und danach in der Garderobe rausgelassen haben. Dieser Sieg wird uns für das Saisonfinale nochmals richtig viel Energie geben.


Du hast im Elfmeterschiessen Verantwortung übernommen und den letzten und entscheidenden Elfmeter geschossen und verwandelt. Was sind Deine Erinnerungen daran?

Es war der Horror, ich war sehr nervös. Jedes Team hatte ja bereits sechs Penaltys geschossen. Und da ich im erweiterten Kreis war, sagte mir die Trainerin Theresa Merk, dass ich als nächste schiessen solle. Freiwillig hätte ich es wahrscheinlich nicht getan. Aber als ich den Ball im Netz zappeln sah, war dies natürlich ein grandioses Gefühl. Nun bin ich happy, dass Theresa mir die Verantwortung übertragen hatte.


Der Cup-Final wird ein sehr spezielles Spiel. Nicht nur, weil es ein Derby gegen den FCZ ist, der zudem die Tabelle der AWSL anführt, sondern auch weil Ihr damit gegen Dein ehemaliges Team antretet, bei dem Du acht Jahre lang gespielt hast. Mit welchen Gedanken blickst Du auf das Spiel?

Mit sehr grosser Vorfreude. Ich hoffe, dass sich möglichst viele Zuschauer im Letzi einfinden werden, damit wir vor einer beeindruckenden Kulisse spielen können. Ich verspüre aber natürlich auch eine gewisse Anspannung. Der Final ist eine tolle Chance, etwas Grosses zu erreichen. Ich stand ja bereits letztes Jahr mit dem FCZ im Finale, den wir dann verloren haben – es gibt also auch für mich persönlich etwas gutzumachen.


Ihr habt vor wenigen Tagen in der Meisterschaft gegen den FCZ gespielt und, im Gegensatz zur Vorrunde, gewonnen. Was nehmt Ihr aus diesem Spiel mit, um den Favoriten auch im Cup-Final zu bezwingen?

Dass wir die Generalprobe gewonnen haben, gibt uns viel Selbstvertrauen. Wir haben gesehen, dass es möglich ist, den Dominator der letzten Jahre zu bezwingen. Es wird aber sehr anspruchsvoll werden, vor allem auch mental. Für den Sieg braucht es jede einzelne von uns.


Du hast den Cup bereits 2018 mit dem FCZ gewonnen. Was ist heute anders?

Damals war ich noch sehr jung. Ich stand zwar im Kader, bekam aber nur wenige Spielminuten. In dieser Saison habe ich eine viel wichtigere Rolle und kann viel mehr zum Erfolg beitragen. Deshalb würde mir der diesjährige Cup-Sieg auch viel mehr bedeuten.


Im letzten Sommer hat es im GC Frauenfussball erhebliche Veränderungen gegeben, sowohl im Team wie auch in der Führung. Nun ist die erste Saison beinahe vorbei. Ihr steht aktuell auf dem 3. Rang. Wie beurteilst Du die Saison bis zum jetzigen Zeitpunkt?

Wir haben bis jetzt eine unglaublich tolle Saison gespielt. Im letzten Sommer hätte kaum jemand darauf gewettet, dass wir jetzt auf dem dritten Tabellenrang und im Cup-Final stehen. Das Projekt von GC Frauenfussball ist genial. Es soll etwas aufgebaut werden mit langfristiger Wirkung. Und gerade unsere General Managerin Lara Dickenmann investiert unglaublich viel, macht einen super Job und geht mit Überzeugung voran. Das gefällt mir gut, und ich fühle mich sehr wohl hier bei GC.


Abgesehen vom Cup-Sieg, was sind Eure Ziele für die verbleibenden Spiele?

Wir wollen die bisher erfolgreiche Saison bestätigen und den dritten Tabellenrang sichern. Das gibt uns eine gute Ausgangslage für die Playoffs. Und in den K.O.-Spielen ist alles möglich.


Was sind Deine persönlichen Ziele für die mittelfristige Zukunft?

Ich möchte weiter vorankommen, wachsen, Fortschritte erzielen. Und ich möchte damit auch Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernehmen. Natürlich würde ich gerne irgendwann auch für die Nati auflaufen.
Und wenn alles gut läuft, ist auch der Schritt ins Ausland eine Möglichkeit. Mir ist es aber sehr wichtig, dass ich spielen kann. Deshalb werde ich einen solchen Schritt nur wagen, wenn ich sehe, dass ich Chancen habe, mich auch tatsächlich durchsetzen zu können.


Interview/Text/Video: Maurice Desiderato