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«DASS ICH NICHT DER GRÖSSTE BIN, NUTZE ICH ALS VORTEIL»

«DASS ICH NICHT DER GRÖSSTE BIN, NUTZE ICH ALS VORTEIL»

Für Unihockey-Ass Elia Seiler läuft es rund. In der vergangenen Saison spielte er erstmals für das NLA-Team von GC, wo er als blitzschneller Center für gefährliche Angriffe sorgte. Und an der U19-WM holte der ehrgeizige Sportler mit dem Schweizer Team die Silbermedaille. Im Interview erzählt der 18-Jährige, was er für die Zukunft noch geplant hat.

GC INSIDER: Wie würdest Du Dich als Unihockey-Spieler beschreiben?
Elia Seiler: Mein Spielstil ist schnell, ich bin ein guter Sprinter. Und da ich nicht der Grösste bin, möchte ich genau das zu meinem Vorteil nutzen und meine Schnelligkeit ins Spiel einfliessen lassen. Zudem versuche ich stets, meine Schussqualitäten zu verbessern. Das zahlte sich zum Beispiel an der WM aus, wo ich einige Tore schiessen konnte.

An der WM habt Ihr die Silbermedaille geholt. Mit welchen Gefühlen blickst Du auf Deine erste WM-Erfahrung zurück?
Kurz nach der Niederlage im Finale stand die Enttäuschung im Vordergrund. Aber jetzt im Nachhinein blicke ich voller Stolz und Freude auf diesen Event zurück. In den vergangenen Wochen wurde mir erst richtig klar, was wir als Team erreicht haben. Ich bin stolz, dass ich das beste Junioren-Unihockey der Welt miterleben durfte, und dass wir das erste Mal seit langem wieder eine Silbermedaille für die Schweiz holen konnten.

Wir war die Atmosphäre an der WM?
Die WM war in Dänemark, was nicht als Unihockeyland bekannt ist. Deshalb waren auch nicht so viele Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort. Umso mehr ist aufgefallen, dass wir auf riesige Unterstützung von Müttern, Vätern und Freundinnen und Freunden zählen durften. Dass wir an einer WM im Ausland vor so vielen eigenen Fans aus der Schweiz spielen durften, war ein grosses Highlight.

Im Final sah es lange gut aus, dann haben die Schweden den Sack zugemacht. Wie lief es für Dich?
In der Vorrunde hatten wir gegen Schweden verloren und lagen schon nach 10 Minuten 3:0 im Rückstand. Deshalb haben wir uns vor dem Final vorgenommen, gerade in den ersten zehn Minuten voll dabei zu sein und den Gegnern dicht auf den Fersen zu bleiben. Das hat sich bis zum dritten Drittel bewährt. Dann sind sie irgendwie davongezogen. Wir haben blöde Fehler gemacht, zum Beispiel einen Wechselfehler, und waren nicht mehr ganz bei der Sache. Gegen ein Team wie Schweden, das solche Qualitäten hat, geht das nicht.

Bei GC stehst Du erstmals im NLA-Kader. Wie unterscheiden sich die Spiele in der NLA von den Matches an der WM?
Das Niveau der WM ist auf jeden Fall auf Augenhöhe mit der NLA. Technisch sind die jungen Spieler der Top 4-Nationen brillant, vielleicht sogar noch stärker als in der NLA. Aber das Körperliche ist in der NLA ganz klar auf einem anderen Level. Vor allem die Playoffs waren noch um einiges schneller und härter.

Und auf welcher Position spielst Du im Normalfall?
Ehrlich gesagt ganz verschieden. Bei GC spiele ich Center, also Mittelfeld, an der WM war ich Stürmer. Das wechselt sich also ab, aber grundsätzlich würde ich mich als Center beschreiben.

Was sind Deine Ziele für die Zukunft?
Bei GC habe ich einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben. In diesen zwei Jahren will ich mich bestmöglich weiterentwickeln. Dann möchte ich den Sprung vom Junioren- zum Herrenunihockey vollständig schaffen. Gerade körperlich möchte ich mithalten können. Und obwohl wir nächste Saison ein neues Team haben, möchte ich um den Meistertitel spielen. Denn die Qualitäten dazu hat unser Team.


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