Dass die Spielerinnen von GC Basketball den B-Meistertitel holten, ist keine Überraschung. Sie blieben während der gesamten Saison ungeschlagen. Mitte Mai spielten sich die Zürcherinnen im Final Four gegen Muraltese Basket ins Final, wo sie auf Riva Basket trafen. GC trat dabei gewohnt geschlossen und fokussiert auf und holte sich so den Schweizermeistertitel in der zweithöchsten Liga mit 65:49. Damit ist ihnen der Aufstieg in die NLA sicher. «Die Atmosphäre in Riva San Vitale war super», schwärmt Spielerin Niki Chioupoulos, die trotz verrenktem Fussgelenk am Final teilnehmen konnte. «Zwar hatte es nicht allzu viele Zuschauende. Dadurch, dass sich diese aber nah am Spielfeldrand befanden, schwappte die gute Stimmung schnell zu uns herüber.»
Harte Arbeit, Leidenschaft und Fokus
Gemäss Niki ist es keine Selbstverständlichkeit, dass das Team so geschlossen auftreten konnte. In den ersten zwei, drei Monaten der Saison mussten sich die erfahrenen und die neuen Spielerinnen zuerst finden. «Es brauchte harte Arbeit, Leidenschaft und Fokus, um Selbstvertrauen und Vertrauen in das Team aufzubauen», weiss sie. Für Niki war es die erste Saison bei GC. Nachdem die Griechin mit ihrem Verlobten in die Schweiz gezogen war und an ihrem neuen Wohnort Luzern kein Basketball-Frauen-Team finden konnte, entschied sie sich für GC. «Nun bereits den Titel zu holen, ist eine riesige Ehre für mich. Ich bin stolz und dankbar, in diesem Team spielen zu dürfen.» Mit aufsteigen wird sie jedoch nicht, um sich zukünftig mehr auf ihre Funktion als Juniorinnen-Trainerin konzentrieren zu können.
Spannend bis zum Schluss
Auch die Männer von GC Basketball gingen als Favoriten ins Final, wo sie sich in einer Best-of-Five-Serie gegen Bernex Basket beweisen mussten. Die ersten zwei Spiele in Zürich konnten sie souverän gewinnen, das dritte Spiel in Genf verloren sie in letzter Sekunde, als sich Bernex mit einem Glückswurf rettete. Auch am vierten Spiel, ebenfalls in Genf, gingen die Zürcher als Verlierer vom Platz. Am fünften und letzten Spiel, das GC vor Heimpublikum bestreiten durfte, blieb es spannend: «Wir haben zwar immer geführt, das Spiel drohte aber mehrmals zu kippen», erinnert sich Spieler Dylan Schommer. Mit 77:61 sicherten sie sich schliesslich den Meistertitel und damit ebenfalls den Aufstieg in die NLA. Geholfen haben auch die Zurufe der Fans. «Zu Beginn der Saison fanden jeweils rund 60 Fans den Weg an die Spiele», so Dylan. «Dank stetigen Bemühungen des Marketing-Teams stieg die Zahl bald auf 350 bis 500 Personen pro Spiel und gipfelte am Finale schliesslich in einem Rekord von über 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer.»
Höhenflüge und Durststrecken
Auch für das Männer-Team war der Meistertitel zwar von Beginn der Saison an in Reichweite, trotzdem hatten sie hin und wieder mit Durchhängern zu kämpfen: «Nachdem wir im Cup beispielsweise gegen eine Nati-A-Mannschaft gewonnen hatten, was seit 2014 keinem NLB-Team mehr gelungen ist, wurde es in zwei Spielen gegen schwächere Gegner plötzlich eng», verrät Dylan, der als Profi bereits bei Basel, Fribourg und im Ausland gespielt hat. «Unser Trainer hat es aber immer geschafft, uns aus solchen Downs zu holen, indem er uns Feuer gemacht und unser Training intensiviert hat.» Mit dem Aufstieg wird es nun noch intensiver: Aus bisher vier Trainings pro Wochen werden fünf Abendtrainings mit zusätzlichen Morgen- oder Mittagstrainings.
Professionalisierung vorantreiben
Der Erfolg bedeute nicht nur GC sehr viel, auch für die Deutschschweiz sei es wichtig, dass sie wieder in der obersten Liga vertreten ist. Denn neben Basel ist GC der einzige Deutschschweizer Verein in den Basketball-Ligen. «Während der ersten Saison in der NLA heisst das Motto ‹ Überleben›», so Dylan. Denn vielen der anderen Teams ständen vier- bis fünfmal so hohe Budgets zur Verfügung wie GC. Das ermögliche deren Spielern, alles auf die Karte Basketball zu setzen, während bei GC Studenten und Berufstätige spielen. Das Ziel der GC Basketballsektion sei jedoch, sich weiter zu professionalisieren, damit auch ihre Spielerinnen und Spieler von diesem Sport leben können. «Mit diesen Aussichten können wir langfristig auch in der NLA weit kommen», ist sich Dylan sicher.
Pamela Schefer





