GC INSIDER: Bronya, eine ereignisreiche Saison geht zu Ende. Welche sportlichen Highlights konntet ihr feiern?
Bronya Sykes: Wir können auf eine sehr starke Saison zurückblicken. An den Schweizer Meisterschaften gab es gleich mehrere Highlights: Der U19-Achter (Foto, oben) holte nach einem spannenden Rennen Silber – ein besonders schöner Erfolg, weil das Boot im vergangenen Jahr ohne Medaille geblieben war. Der Männer-Elite-Achter gewann souverän den Schweizer Meistertitel, und Leo Günthardt sowie Aaron Galatoire sicherten sich im U19-Zweier ohne Steuerfrau die Goldmedaille. Für mich persönlich war der Titel im Frauen-Elite-Zweier zusammen mit Olivia Roth natürlich ebenfalls sehr bedeutend, weil wir damit für GC den allerersten Schweizermeistertitel bei den Frauen gewinnen konnten.
Auch international haben wir Erfolge gefeiert. Bei der U19-Weltmeisterschaft in Trakai (Litauen) gewann der Doppelvierer mit Constantin Feuerstein Bronze. Beim Coupe de la Jeunesse in Linz-Ottensheim, für den ich als Trainerin selektioniert worden war, holte der Achter mit Levi Lechner und Alexander Bodmer die Silbermedaille, und Samuel Kahane ruderte im Zweier auf den siebten Rang. Und an den Ruder-Weltmeisterschaften in Shanghai belegte Olivia Roth in ihrem allerersten internationalen Elite-Event mit dem Doppelvierer den neunten Platz.
Aber auch in der neuen Disziplin «Beach Sprints» waren wir erfolgreich: Alex Bodmer gewann bei der Coupe de la Jeunesse Beach Sprints in Spanien im Mixed-Doppelzweier die Goldmedaille. Und Constantin Feuerstein erreichte bei den World Rowing Beach Sprints im Mixed-Doppelzweier das Finale der besten acht Boote.
Neben diesen vielen tollen Resultaten: Welche wichtigen Schritte konntet ihr als Team und im Umfeld des Clubs gehen?
Wir haben in diesem Jahr viel daran gearbeitet, was es bedeutet, eine Leistungssportlerin oder ein Leistungssportler zu sein. Dazu gehört, Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen und sich aktiv in den Trainingsprozess einzubringen: nicht nur erscheinen, das Programm absolvieren und wieder nach Haus zu gehen, sondern verstehen wollen, mitdenken, Fragen stellen und sich an Besprechungen beteiligen. Unser Ziel ist, dass jede und jeder im Training wirklich etwas lernt und sich bewusst weiterentwickelt. Ein wichtiger Teil davon ist auch, wie wir den Club nach aussen vertreten. Professionelles Auftreten, Verantwortung übernehmen und GC als Einheit präsentieren – das alles gehört dazu. Dieser Wandel braucht Zeit, weil er ein Umdenken verlangt. Für viele war das neu, aber das Team hat sich sehr gut darauf eingelassen, sodass wir bereits grosse Fortschritte erzielen konnten.
Du bist seit einem Jahr bei GC als Trainerin engagiert. Welche Fortschritte hast du in dieser Zeit gesehen, und in welchen Bereichen wollt ihr euch noch weiter steigern?
Wir haben in mehreren Bereichen klare Fortschritte erzielt. Besonders die Arbeit mit unseren Steuerfrauen und Steuermännern hat sich gelohnt: Sie prägen die Renntaktik, motivieren während des Rennens, managen die Crew – dafür braucht es Wissen, Führung und Übersicht, und genau dort haben sie sich stark entwickelt.
Wir wollen zudem weiter daran arbeiten, den Alltag im Leistungssport konsequent zu leben. Wir sind gut unterwegs, aber es gibt noch viel Potenzial. Auch unsere Trainingsstruktur entwickeln wir laufend weiter. Und selbstverständlich bleibt der Aufbau der Frauenabteilung ein Schwerpunkt.
Wo steht ihr aktuell in diesem Prozess?
Der Aufbau braucht Zeit, aber wir sind auf einem guten Weg. Wir haben eine Kerngruppe von rund sechs Athletinnen, die sehr regelmässig trainieren. Insgesamt umfasst das Team etwa zwölf Frauen, sodass wir jede Woche im Achter arbeiten können. Viele haben früher bereits gerudert und nach ihrem Umzug nach Zürich einen passenden Club gesucht – eine gewisse Erfahrung bringen die meisten also mit.
Die Atmosphäre im Team ist sehr gut. Genau das ist die Basis, um etwas Nachhaltiges aufzubauen. Im kommenden Jahr möchten wir mit dem Achter an mehreren Rennen starten. Das erste findet im März auf dem Zürichsee statt – dort wollen wir unbedingt mit dabei sein.
Was steht in der Winterphase auf dem Programm, und welche Schwerpunkte setzt ihr in der Vorbereitung auf die neue Saison?
Die Winterphase ist eine wichtige Trainingszeit, weil keine Rennen stattfinden. Wir konzentrieren uns auf Grundlagenarbeit: Kraft, Fitness und technische Präzision. Beim U19-Achter wollen wir einige technische Anpassungen vornehmen und weiter am Teamspirit arbeiten.
Bei den Frauen steht im Vordergrund, eine konstante Trainingspräsenz sicherzustellen und die gute Atmosphäre im Team zu stärken. Das ist die Grundlage, um im neuen Jahr gezielt auf Rennteilnahmen hinzuarbeiten.
Maurice Desiderato




