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MIT «EHRLICHEM» FUSSBALL ZURÜCK ZUM ERFOLG
Foto: zVg

MIT «EHRLICHEM» FUSSBALL ZURÜCK ZUM ERFOLG

Mit einer grossen Willens- und Teamleistung hat sich der Grasshopper Club Zürich in der Barrage gegen den FC Thun durchgesetzt. Der Klassenerhalt gibt GC die Gelegenheit, den unter den neuen Besitzern vor wenigen Monaten eingeschlagenen Weg in Ruhe weiterzugehen. Mit Teamgeist, Leidenschaft und der verstärkten Förderung des eigenen Nachwuchses will sich der Rekordmeister kontinuierlich stabilisieren.

In der Thuner Stockhorn Arena läuft die Nachspielzeit des zweiten Barragespiels. Die Fussballschweiz stellt sich auf die Verlängerung ein. Nicht so GC. Noch einmal ein Eckball, noch einmal ein Kopfballduell – und dann stochert Asumah Abubakar das Leder mit letztem Einsatz über die Linie. Zwei-zu-eins. Und als sich die Thuner vier Minuten später anschicken, den Klassenerhalt von GC doch noch einmal in Frage zu stellen, ist da Goalie Justin Hammel und tut das, was grosse Spieler tun: In der wichtigsten Situation der ganzen Saison zeigt er seine grösste Parade. Schlusspfiff, Klassenerhalt, grenzenloser Jubel.

Teamgeist und neue Reize

Die Thuner haben dem Rekordmeister in den beiden Spielen alles abverlangt. Der Druck und die Belastung waren für alle Beteiligten riesig. Und trotzdem hat Sportchef Stephan Schwarz die Anspannung positiv erlebt, weil er immer gespürt habe, dass die Mannschaft diesen Sieg um jeden Preis will. Die Grundlage für den Erfolg war der totale Zusammenhalt, der die Mannschaft bereits die gesamte Saison über ausgezeichnet hat. Das Team hat immer funktioniert. Marco Schällibaum ist es dann nach seiner Verpflichtung im April gelungen, daran anzuknüpfen und neue Reize zu setzen: «Er hat dafür gesorgt, dass das Team mit einer gemeinsamen Idee auf den Platz ging», erklärt Schwarz. «Er hat den Spielern einen klaren Plan mitgegeben, damit jeder genau wusste, was seine Aufgabe ist, wie wir gemeinsam verteidigen und wie wir zu Chancen und Toren kommen wollen.»

Leidenschaft für den Club

Ein Abstieg in die Challenge League hätte nach dem Einstieg des LAFC einen herben Rückschlag bedeutet. Stattdessen gibt nun der Klassenerhalt der neuen Führung die Chance, den erst vor wenigen Monaten eingeschlagenen Weg weiterzugehen und den Aufbau weiterzuverfolgen. Gleichzeitig hat die Barrage gezeigt, wie viel Leidenschaft im Team und im Club steckt und dass unter der neuen Führung bereits wichtige Weichenstellungen erfolgt sind, um GC mit kontinuierlicher und professioneller Arbeit zu stabilisieren. Dabei ist es entscheidend, dass alle an einem Strang ziehen: «Ein Team spürt sofort, wie die Stimmung im Club ist», erklärt Schwarz. «Und das färbt ab. Deshalb braucht es für den Erfolg nicht nur die Spieler, sondern den ganzen Club. Der Erfolg fängt beim Management und beim Staff an.»

Aufbau einer Philosophie

In der Vorbereitung auf die neue Saison wird die begonnene Arbeit fortgesetzt. Dabei geht es zu grossen Teilen auch darum, dass Schwarz und Schällibaum wieder eine gemeinsame Philosophie für GC entwickeln und aufbauen: Für welche Art von Fussball soll GC stehen? Was passt zum Club und zu Zürich? Dazu hat Schwarz eine klare Meinung: «Wir wollen intensiven, lauffreudigen, schnellen und zielstrebigen Fussball spielen. Ehrlichen Fussball. Und erfolgsorientiert. Daran arbeiten Marco und ich täglich.» Schällibaum verkörpere diesen Spielstil perfekt. «GC ist für ihn die reinste Passion. Und das lebt er vor. Diese Werte, diesen bedingungslosen Einsatz brauchen wir.»

Kontinuierliche Entwicklung

Schwarz ist überzeugt, dass die Fans nur schon dank einer intensiveren, konsequenteren und lauffreudigeren Spielweise in der neuen Saison ein anderes, verbessertes GC zu sehen bekommen werden. Gleichzeitig ist sich die sportliche Führung bewusst, dass das Team punktuelle Verstärkungen braucht: «Wir benötigen insbesondere mehr Identifikationsfiguren. Spieler, die eine starke Bindung zu GC und zum Schweizer Fussball haben; mit der Zeit möglichst auch Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die sich für GC einsetzen.» Ein derartiger Veränderungsprozess muss aber behutsam angegangen werden und braucht Zeit. Einerseits, weil das Team gut funktioniert, andererseits, weil selbstverständlich die bestehenden Verträge zu respektieren sind. Hinzu kommt, dass die Führung auf Langfristigkeit und eine kontinuierliche Entwicklung setzt statt auf schnellen Erfolg mit Spielern, die den Verein nach einer Saison bereits wieder verlassen.

Juniorenförderung als wichtige Stütze

Ein wichtiges Puzzleteil für den mittel- und langfristigen Erfolg ist die Nachwuchsabteilung. Deshalb wird auch hier fleissig an der Zukunft gearbeitet. Ende Mai konnte der Verein verkünden, dass mit dem technischen Leiter Remo Gaugler und dem Ausbildungschef Sandro Chieffo eine neue Führungsstruktur für die Juniorenabteilung gefunden wurde. Damit soll die traditionell starke Jugendarbeit von GC wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten und verbessert werden, um vermehrt Talente an GC zu binden und zu entwickeln, berichtet Schwarz: «Bereits hier müssen wir den Spielern die gemeinsame Spielidee und Philosophie mitgeben, damit sie bestens vorbereitet sind, um dereinst für die erste Mannschaft auflaufen zu können.»

Maurice Desiderato

  • Die Grundlage für den Erfolg war der totale Zusammenhalt der Mannschaft. Foto: zVg
  • Der Dank geht insbesondere auch an die Fans, die die Mannschaft gerade in diesen wichtigen Spielen vorbehaltlos unterstützt haben. Foto: zVg
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