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PRÄSIDENT IM GESPRÄCH: RETUS GIERIET ÜBER JUBILÄUMSFEIERN UND ÜBERRASCHUNGSSIEGE
Foto: zVg

PRÄSIDENT IM GESPRÄCH: RETUS GIERIET ÜBER JUBILÄUMSFEIERN UND ÜBERRASCHUNGSSIEGE

Voller Einsatz für den Sport und den Club – das geht nicht nur auf dem Spielfeld. Mit Weitsicht, Geschick und Engagement legen die Vorstände im Hintergrund den Grundstein für Sport auf höchstem Niveau. Deshalb kommen in der Serie «Präsident:in im Gespräch» die Präsidentinnen und Präsidenten der GC Sektionen zu Wort und sprechen über Ziele und Herausforderungen – in dieser Ausgabe Retus Gieriet, Präsident von GC Landhockey.

GC INSIDER: Eishockey, Unihockey, Streethockey – es gibt zahlreiche Hockeyarten. Weshalb schlägt Dein Herz für Landhockey?

Retus Gieriet: Das ist purer Zufall. Ich war etwa 13 oder 14 Jahre alt, als mich mein Banknachbar nach der Schule einmal mit ins Training genommen hat. Der Mannschaftssport mit Athletik, Technik und Taktikelementen hat mir auf Anhieb gefallen. Dabei braucht es zwei bis drei Jahre, bis man die Technik einigermassen beherrscht. Denn beim Landhockey darf unter anderem der Ball nur mit der flachen Seite des Hockeystocks geführt und nicht mit dem Körper berührt werden.

Welche Meilensteine haben Deine sportliche Karriere geprägt?

1977 haben wir mit den Junioren A überraschend die Hallen-Schweizermeisterschaft gewonnen. Damit hat auch clubintern niemand gerechnet. Danach dauerte es fast zehn Jahre bis zum nächsten Meistertitel: 1986 wurden wir dann in einer ähnlichen Konstellation, aber als Erwachsene erneut Schweizermeister. Damit war der Bann gebrochen und es folgten weitere Meistertitel in der Halle und auf dem Feld. Und 2002 – damals war ich bereits Präsident von GC Landhockey – gelang uns ein weiterer Überraschungssieg: Im Finale der Schweizermeisterschaft in der Halle setzten wir uns gegen Rotweiss Wettingen durch, die kurz zuvor Europacup-Meister geworden waren und damit klar als Favorit galten.

Stehst Du heute noch auf dem Feld?

Vor fünf Jahren musste ich den Hockeystock aufgrund von Hüftproblemen an den Nagel hängen. Da meine Hüfte heute aber wieder in Ordnung ist, kann ich mir vorstellen, nun – mit über 60 Jahren – wieder einzusteigen. Im Seniorenteam spielen noch immer einige meiner früheren Teamkollegen und Freunde.

Du bist bereits seit über 20 Jahren Präsident von GC Landhockey. Wie kam es dazu?

Ich war davor schon lange als Kassier im Vorstand und wurde irgendwann Vize-Präsident. Als der damalige Präsident dann zurücktrat, war es ein logischer Schritt, den ich gerne wahrnahm. Ich konnte mich also langsam an dieses Amt herantasten, kannte die Vorstandsmitglieder bereits sehr gut und hatte als aktiver Spieler genügend Hintergrundwissen.

Du bist Leiter Finanzen und Informatik beim Chips-Hersteller Zweifel, hast Familie und mit GC Landhockey ein intensives Hobby. Wie kriegst Du das alles unter einen Hut?  

Ganz einfach: mit Begeisterung und Einsatz sowie Goodwill der Familie! Natürlich investiere ich viel Zeit in den Club und es gibt auch Aufgaben, die etwas beschwerlich sind, wie die Suche nach Geld, Helfern oder Schiedsrichtern. Aber mir liegt GC Landhockey am Herzen, weshalb ich mich gerne dafür engagiere. Und es hilft, dass noch viele ebenfalls begeisterte Hockeyfreunde am «Karren» ziehen.

Vergangenes Jahr wurde GC Landhockey 100-jährig. Wie habt Ihr das gefeiert?

Wir haben anlässlich des Jubiläums alle Final4-Turniere organisiert, bei welchen die besten vier Mannschaften der Schweiz gegeneinander antraten. Für den Sieg hat es dabei leider nicht gereicht, wir sind im Feld auf dem dritten Platz gelandet und haben in der Halle zweimal den Vizemeistertitel geholt. Clubintern haben wir den Anlass mit einem grossen Fest und mit einem Plauschhockey-Turnier gefeiert. Das war ein schöner Tag, den wir wiederholen werden!

Nach der Jahrtausendwende blieben die Erfolge sowohl der Männer als auch der Frauen lange aus. Vor zehn Jahren gab es zudem kaum noch Frauen, die bei GC Landhockey spielten. Wie habt Ihr es geschafft, das Steuer herumzureissen?

Das Problem war, dass viele Juniorinnen und Junioren im Alter von 16 bis 18 Jahren ausgeschieden sind, weil das Landhockey nicht mehr zu ihren Plänen passte. In diesem Alter geht man Beziehungen ein, man studiert im Ausland oder liebäugelt mit anderen Hobbys. Da wird es schwierig, einen Sport auszuüben, der zum Teil bis zu 30 Wochenenden pro Jahr einnimmt. Deshalb haben wir dann viel in den Nachwuchs investiert. Schon lange wird GC auch von vielen Zugezogenen verstärkt, die aufgrund ihres Berufs oder ihrer Ausbildung in die Schweiz gekommen sind. Aber am meisten bewirkt haben die Trainer aus Argentinien, die wir zu GC geholt haben. Sie bringen die nötige Professionalität mit und schaffen es, unsere Spielerinnen und Spieler zu motivieren. Mittlerweile spielen übrigens auch wieder rund 40 Frauen bei GC Landhockey und sie sind zurück in der obersten Liga

Was ist für Dich typisch GC Landhockey?

Bei GC Landhockey werden langjährige Freundschaften geschlossen. Ich glaube, das zeichnet nicht nur unsere Sektion, sondern ganz GC aus. Und das ist auch auf dem Feld spürbar: Der Zusammenhalt der Teams ist ausserordentlich stark.

Interview: Pamela Schefer

  • 1986 holte Retus Gieriet (unten rechts) mit GC Landhockey den zweiten Schweizermeistertitel in der Halle. Foto: zVg
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