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PRÄSIDENTIN IM GESPRÄCH: HEIKE HOFER ÜBER KONTAKTPFLEGE UND SCHEINWERFERLICHT
Foto: zVg

PRÄSIDENTIN IM GESPRÄCH: HEIKE HOFER ÜBER KONTAKTPFLEGE UND SCHEINWERFERLICHT

Voller Einsatz für den Sport und den Club – das geht nicht nur auf dem Spielfeld. Mit Weitsicht, Geschick und Engagement legen die Vorstände im Hintergrund den Grundstein für Sport auf höchstem Niveau. Deshalb kommen in der Serie «Präsident:in im Gespräch» die Präsidentinnen und Präsidenten der GC Sektionen zu Wort und sprechen über Ziele und Herausforderungen – in dieser Ausgabe Heike Hofer, Präsidentin von GC Curling.

GC INSIDER:  Heike, Deine ersten Versuche im Curling waren nicht gerade positiv: Du bist damals unglücklich aufs Knie gefallen. Heute hast Du in diesem Knie ein künstliches Gelenk…
Heike Hofer: In einem Lager in Disentis, das ich Anfang der 80er-Jahre leitete, haben wir im Freien Curling gespielt. Dabei bin ich – wie viele Anfänger – mit dem Knie aufs Eis gefallen. Das war an sich noch nicht dramatisch. Als ich aber am folgenden Tag auf Skiern über eine Schanze sprang, habe ich mir dann dasselbe Knie so schlimm verdreht, dass ich mein Sportstudium an den Nagel hängen musste. Da das Knie nie mehr richtig genesen konnte, habe ich vor zwei Jahren schliesslich ein künstliches Gelenk erhalten. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Sturz beim Curling und dem Skiunfall hab, kann ich aber nicht sagen. Vielleicht war es ein blöder Zufall.

Trotzdem bist Du später 2012 mit Deinem Mann zu GC Curling gestossen…
Es ist nicht so, dass das Erlebnis in Disentis das Curling für mich verdorben hätte. Durch meinen Mann, der lange im Vorstand der GC Rudern Sektion war, hatten wir gute Kontakte zu Ruderern, die auch Curling spielten, beispielsweise zu Christopher Oechsle, der in beiden Sektionen aktiv ist. Im Gegensatz zum Rudern können mein Mann und ich Curling gemeinsam ausüben. Es gefällt mir, dass wir hier mehrheitlich in gemischten Teams spielen. Zudem wird man auch als Anfänger sofort gut ins Team integriert – das macht für mich den «Spirit of Curling» aus.

2019 hast Du als erste Frau überhaupt in der Geschichte der GC Curling Sektion das Präsidium übernommen. Was zeichnet dich als Präsidentin aus?
Im Gegensatz zu meinen Vorgängern bin ich wohl etwas leiser. Ich stehe nicht gerne im Scheinwerferlicht. Nach mehreren Ansprachen, die ich jeweils am Ball der GC Trophy halten muss, bin ich mittlerweile aber etwas geübter darin. Meine Stärken liegen eher im organisatorischen Bereich und in der Kontaktpflege. Ich finde es beispielsweise wichtig, dass ich mich so oft als möglich an Turnieren der Juniorinnen blicken lasse und sie regelmässig zu uns nach Zürich hole. Da sie auch in anderen Clubs spielen, hilft ein guter Austausch, damit sie sich mit GC identifizieren können.

Du warst vor Deinem Amt als Präsidentin nicht im Vorstand aktiv, sondern bist ins kalte Wasser gesprungen. Wie war der Einstieg damals?
Man hat mir den Einstieg sehr angenehm gemacht. Ich wurde von allen Seiten sehr gut unterstützt und es haben alle viel Geduld mit mir bewiesen. Neben Vera Schmid-Gugolz und Carole Oppenheim hilft mir unter anderem auch Renato Saitta, der in den Nullerjahren Präsident war, immer wieder weiter. Als wir beispielsweise nach der Sanierung der Kunsteisbahn Küsnacht KEK neue Verträge aufsetzen mussten, hat er aus dem Archiv die alten Verträge hervorgezaubert.

Welche Aufgaben des Präsidentenamts gefallen Dir am besten?
Ich gehe sehr gerne an die Konferenzen der GC Präsidenten. Es ist unglaublich spannend, was man da über GC als Dachverband erfährt, und es fördert die sektionsübergreifende Zusammenarbeit.

Was konntest Du seit Deinem Einstand bewegen?
Da wir eine sehr kleine Sektion sind, die mit einem starken Mitgliederschwund zu kämpfen hat, hat sich in den letzten Jahren nicht sehr viel geändert. Auch Corona hat uns viel Wind aus den Segeln genommen. Trotzdem haben wir versucht, mit neuen Angeboten auf die schwindende Mitgliederzahl zu reagieren. Den früheren Heugümper-Cup führen wir heute zum Beispiel als Einzelmeisterschaft durch: Bei weniger Teilnehmenden macht es Sinn, wenn wir statt in Teams als Einzelpersonen antreten. Und mit dem sektionsübergreifenden Anlass «GC meets Curling» wollen wir auch Mitglieder anderer Sektionen für Curling begeistern.

Welcher GC Anlass gehört für Dich zu den Highlights des Jahres?
Die GC Trophy mit dem anschliessenden Galaabend im Hotel Baur au Lac ist eines der grössten Highlights, nicht nur für mich. Für diesen Anlass kommen jeweils sogar ehemalige Mitglieder nach Zürich, die mittlerweile am anderen Ende der Schweiz leben.

Wie wird sich die Sektion Curling weiterentwickeln, welche Herausforderungen stehen an?
Die wohl grösste Herausforderung ist die Suche nach neuen Mitgliedern. Damit wir als Curling Club attraktiv sind, muss unser Mitgliederbestand stabil bleiben. Doch viele Mitglieder scheiden alters- oder krankheitsbedingt aus oder ziehen weg. Leider hat der Erfolg der Schweizer Curling-Teams in den letzten Jahren auch nicht zu mehr Mitgliedern geführt. Im Gegenteil: Schweizweit gibt es immer weniger Curlerinnen und Curler. Hinzu kommt, dass wir bei GC keinen Nachwuchs ausbilden, also müssen wir innovativ sein. Wir versuchen zum Beispiel, neue Curlerinnen und Curler anzuwerben, indem wir unseren Mitgliedern sowie interessierten Firmen die Möglichkeit bieten, mit Arbeitskolleginnen und -kollegen oder mit Familie und Freunden Curlingevents durchzuführen. Damit haben wir bereits gute Erfahrung gemacht.

Wie oft stehst Du noch selbst auf dem Rink?
Ich trainiere jeden zweiten Mittwoch. Dazu komme ich manchmal sogar von den Bergen nach Hause.

Was ist für Dich typisch GC Curling?
GC Curling zeichnet die familiäre Atmosphäre aus. Es ist eine überschaubare Sektion, man kennt sich untereinander und heisst jeden willkommen. Hier spielen Anfänger gemeinsam mit ehemaligen Spitzensportlern, man sitzt nach den Turnieren mit den Gegnern zusammen und verbringt gerne Zeit miteinander.

 

Interview: Pamela Schefer

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