Menu
26.05.2018

FUSSBALL | GELEBTE KOLLEGIALITÄT, DIE GC BOTSCHAFTER

Gegründet als ein Zusammenkommen von ehemaligen Sympathisanten des Grasshopper Club Zürich besuchen die «GC Botschafter» regelmässig die Meisterschaftsspiele des Fanionteams. Fritz Peter, ehemaliger GC-Präsident und Mitbegründer der GC Botschafter, erinnert sich an die Entstehung.

Der 13. April 2003 war ein emotionaler Tag – voller Erinnerungen, Anekdoten, Freundschaften und Lachen. Hier trafen sich ehemalige Spieler, Funktionäre, Mitarbeiter und Gönner des Grasshopper Club Zürich zum gemeinsamen Wiedersehen und Matchbesuch noch im alten Hardturm. Gespielt wurde damals ein 1:1-Unentschieden gegen Servette-Genf. Es sollte jedoch nicht das letzte Treffen sein. Seit 2014 nämlich besuchen die langjährigen GC-Sympathisanten als «GC Botschafter» regelmässig gemeinsam die Heimspiele von GC. So auch am letzten Meisterschaftsspiel gegen die Berner Young Boys am 19. Mai 2018. Fritz Peter, seit 51 Jahren GC-Mitglied erinnert sich an die Entstehung der GC Botschafter:

"Es gab mal eine Zeit, in der die Schulden der GC Fussball Sektion kleiner waren, als ein heutiges Spielersalär. Das waren die guten alten Zeiten, die sich unter anderem auch darin auszeichneten, dass Einnahmen und Ausgaben schwer zu kontrollieren waren. Vor allem die Ausgaben. Schon damals musste man sich was einfallen lassen. Und so kamen der Präsident und der Trainer, der Präsident und Gentleman Luk Keller und der einmalige Albert Sing darauf, einen besonderen Club ins Leben zu rufen, den legendären Donnerstag-Club. Ziel, unter anderem die Diskussionen um die Finanzierung neuer Spieler in geordnete Bahnen zu leiten. Charakter, Fähigkeiten und Anstand zeichneten die beiden Herren (richtig: Herren) aus. Und wer durch seine Mitgliedschaft beim Donnerstag-Club mithalf, finanzielle Probleme der GC Fussballer grosszügig zu lösen, genoss Achtung und Bewunderung in der Szene, gleichgültig ob Kellermeister oder Gärtnermeister. Daneben blühten natürlich auch die geschäftlichen Beziehungen auf und halfen damit indirekt auch der Fussball Sektion.

Dass altgediente Fussballer und GC Mitglieder diese neue «Kultur», diktiert durch kommerzielle Überlegungen zum Wohle von GC, mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis nahmen, war verständlich und nachvollziehbar.

Wie die Krawatte durch das schweissnasse Leibchen ersetzen, ergänzen, verbessern und vertiefen? Man beauftragte mich, ein Exposé zu verfassen, das am 6.11.2012 von René Hüssy (ein Ur-GC), René Thurnherr (Oberst im Gst.AD) und dem Verfasser unterzeichnet wurde. Irrtum vorbehalten, auch Hansruedi Fuhrer, Heinz Ingold, Donato Müller waren Teil der Arbeitsgruppe. Dann begannen die mühseligen Arbeiten: wie und woher gegen 400 Adressen suchen und finden? Der Running Gag: wenn man bei einem Namen nicht weiter wusste, war die Lösung: er wohnt im Altersheim Turbenthal. Die Adresse «Altersheim» wurde zum geflügelten Wort.

Aus heutiger Sicht muss man leider feststellen, dass nicht alle formulierten Ziele der GC Botschafter erreicht worden sind. Insbesondere die Ziele betreffend die sogenannten «unteren Mannschaften», die früher in der Region immer was taten, um den Namen GC zu festigen und die Landbevölkerung als potentielle Zuschauer zu gewinnen (ab und zu auch das Gegenteil!).

Wenn schon nicht die Landbevölkerung, so doch Fans und Legenden der Gegner: YB, St.Gallen, FCZ, aber auch die GC Ruderer, die GC Frauenfussballerinnen und auch die GC Eishockeyaner wurden schon zu unseren jährlichen Treffen eingeladen. Da schwebte ganz viel Sportgeist in der Luft, gemischt mit Kameradschaft, Freundschaft, Respekt und schlichter Freude."

Das letzte Treffen fand am letzten Heimspiel des Grasshopper Club Zürich am 19. Mai 2018 statt. Dabei verstärkten die alten Herren von Young Boys das YB Fanionteam als Gäste beim Botschafter-Anlass in der HRS Lounge. 

Fritz Peter und Fabienne Wildbolz