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24.02.2017

FUSSBALL | VORBILD LAVANCHY

GC Verteidiger Lavanchy, mit dem ungewöhnlichen Vornamen Numa, liest gerne, vor allem Krimis und Biografien. Zur Zeit liegt die Biografie von Roger Federer auf seinem Nachttisch. Auf die Zeitungslektüre indessen wird er in jüngerer Zeit wohl verzichtet haben...

...zu oft hätte er lesen müssen, dass er das Captainamt, das ihm nach der Flucht des Schweden Kim Källström vom Trainer übertragen worden war, nicht ausüben könne. Zu jung sei er um Verantwortung zu übernehmen, mutmassten einige Medien. Dabei wurde Numa Lavanchy Wochen zuvor noch von den selben „Kennern der Szene“ neben Källström zum Vorzeigespieler der Hoppers erhoben worden, einer der nicht nur verteidigt, sondern auch den Angriff ankurbelt. Einer, der seinen Weg machen wird, eben erst von der Challenge League ins Oberhaus aufgestiegen und dort auf Anhieb „eingeschlagen“ hat. Er verpasste kein Ligaspiel, erzielte zwei Tore und gab zu weiteren sechs den entscheidenden Pass. Sein Marktwert ist in dieser Zeit sprunghaft gestiegen.

Trainer Pierluigi Tami erklärte seinen Entscheid, Lavanchy zum Captain benannt zu haben: „Numa hat in jedem der Vorrundenspiele konstant qualitativ hochwertige Leistungen gezeigt. Er ist trotz seiner Jugend ein Vorbild mit ausgezeichnetem Charakter.“ Sein Vertrag wurde folgerichtig auch frühzeitig bis 2021 verlängert. Numa Lavanchy seinerseits ist intelligent und demütig genug und schätzte die neue Ehre und Bürde richtig ein: „Ich war überrascht, gleichzeitig aber auch glücklich und stolz, als mir die Entscheidung kommunziert wurde, als Captain eingesetzt worden zu sein. Als dann aber Munas Dabbur verpflichtet werden konnte, war für mich klar, dass er die Binde tragen muss, schliesslich hat er für GC annähernd 100 Spiele bestritten und war auch schon letzte Saison Vize-Captain." Numa Lavanchy hat sich erneut einzigartig verhalten und nicht aus Versagerangst, wie von gewissen Seien vermutet.

Der aus Grandvaux stammende Verteidiger freute sich im letzten Sommer über die Anfrage des Grasshopper Club: „Das Angebot kam zur richtigen Zeit“, sagt er, „es war für mich Zeit für eine Luftveränderung“. Er verliess das Elternhaus in der Nähe von Lausanne, und seinen Stammverein Lausanne. Er fokussierte sich auf den Fussball, unterbrach sein Wirtschafsstudium auf unbestimmte Zeit und stellt rückblickend fest: „Es war eine riesige Umstellung für mich, die ich aber gemeistert habe.“ Seine beiden Brüder Theo (25) und Mael (17) sind weit weg. Seine Freundin Giulia (23) auch, mit der er schon das Gymnasium besuchte, studiert in Lausanne, wird aber in absehbarer Zeit abschliessen und dann zu Numa ziehen. Ein Umstand, der Numa glücklich macht. Er ist zufrieden und zuversichtlich zugleich, nachdem er mit GC schon in der Vorrunde erlebt hat, dass das Team eine Baisse (nach schweren Niederlagen gegen YB (zweimal in einer Woche sang- und klanglos untergegangen) überwunden und sich wieder gefangen hat. Eine ähnliche Reaktion erhofft er sich in der jetzigen Situation und er selbst wird an seiner neuen Aufgabe weiter wachsen, sofern seine Kollegen am selben Strang ziehen und ihre spielerischen und kämpferischen Fähigkeiten auch ausspielen, woran eigentlich nicht zu zweifeln ist. 

Eugen Desiderato