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GC Gesamtclub | 26.02.2021

UMFRAGE: GC NACHWUCHS IN CORONAZEITEN TEIL 1

Im 1. Teil der Umfrage, wie die GC Sektionen die Corona-Vorschriften in ihrer Nachwuchsabteilung umsetzen, schildern die Abteilungen Fussball, Eishockey, Landhockey und Unihockey die aktuelle Situation.

Die Pandemie diktiert weiterhin unser Leben und damit auch den Sport. Das ganze Land steht unter Lockdown. Bezogen auf den Sport heisst das, dass nur der Profis ihre Wettbewerbe durchführen können. Differenzierte Bestimmungen gibt's für die Nachwuchs-Sportler*innen. Der GC INSIDER hat bei den verschiedenen Sektionen nachgefragt, welche Vorkehrungen getroffen wurden, um beim Nachwuchs einen allfälligen Mitgliederschwund und/oder einen Niveau-Einbruch durch den Wegfall der Wettbewerbe zu vermeiden. Die Antworten Teil 1.

FUSSBALL: UNGEBROCHENES INTERESSE

Im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) und in der ganzen Nachwuchsabteilung mussten keine grossen Vorkehrungen getroffen werden. Im Fussball haben wir das Glück, mit allen Teams von der FE-12 bis zur U21 einen normalen Trainingsbetrieb aufrecht erhalten zu können. Die beiden höchsten Kategorien U21 und U18 werden als «Leistungssport», also mit professionellen Sportlern, eingestuft und diese Teams haben anfangs Februar 2021 mit der Meisterschaft begonnen. Bei den jüngeren Kategorien (U16, U15 und Footeco) ist die Meisterschaft unterbrochen, da finden keine Wettkämpfe, sprich Spiele gegen andere Teams statt.
 
So konnte, im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen, der normale Trainingsbetrieb in der Nachwuchsabteilung auch in der Pandemie durchgeführt werden. Eine kleine Einschränkung ist, dass sich nicht alle Spieler in den Kabinen umziehen und duschen dürfen, sie kommen schon umgezogen zu Training und fahren dann nach Trainingsende sofort wieder nach Hause. Aus diesem Grund hat sich die Geschäftsleitung entschieden, den Spielern eine Reduktion von 20 Prozent auf den Ausbildungsbeitrag der laufenden Saison 2020/21 zu gewähren.
 
Somit haben wir bezüglich Mitgliederschwund keine Probleme. Im Gegenteil, die Nachfrage um beim Grasshopper Club Zürich in der Nachwuchsabteilung zu spielen ist immer noch riesig.
 
Ob es zu einem Niveau-Einbruch in der Ausbildung kommen wird, werden wir erst in ein paar Jahren sehen. Diese Frage interessiert uns Technische Leiter der Vereine sehr. Vor allem in den jüngeren Kategorien Footeco und U15/U16 fehlt der wöchentliche Challenge des Spiels. Spiele können durch kein Training ersetzt werden und gehören so auch in das Ausbildungsprogramm der jungen Sportler. Mit internen Spielen und Turnieren wollen wir die Spiele simulieren, so dass eine gewisse Spannung aufgebaut werden kann. Aber allzu lange darf diese Pause nicht mehr dauern. Vor allem wenn man im internationalen Vergleich sieht, dass in anderen Ländern gespielt werden darf und so ein Rückstand in diesen Alterskategorien auf die ausländische Konkurrenz entsteht. Dies gilt es gut zu beobachten und wie gesagt sind wir froh, dass wir anfangs Februar 2021 die Meisterschaft in den Kategorien U21 und U18 wieder aufnehmen konnten. (rh)

EISHOCKEY: KEINE BESONDEREN VORKEHRUNGEN

Wir haben bis jetzt keine besonderen Vorkehrungen für die beiden von dir erwähnten Fälle getroffen. Bei allen U16 Stufen läuft der Trainingsbetrieb ganz normal. (Die Meisterschaft wurde Mitte Januar abgebrochen.) Lediglich bei den beiden Breitensport Teams U17 A und U20 A (können weder trainieren noch spielen) verzichten wir auf den Skateathon-Pflichtteil von 400.- Franken, falls sie diesen beim Skateathon nicht erreichen. Bei den Leistungsteams der Ü16-Alterskategorie (U17 Elite und U20 Elite) findet der Tranings- und Spielbetrieb wie gewohnt statt.

Swiss Ice Hockey: Wie geht es nun weiter mit der Saison 2020/21?

Für Swiss Ice Hockey ist es eminent wichtig, dass alle Spieler*innen unter 16 Jahren nach wie vor in ihren Clubs auf dem Eis trainieren dürfen. Dies hat oberste Priorität. Einerseits für die physische und psychische Gesundheit der Spieler*innen, andererseits für die Entwicklung als Eishockeyspieler*innen. Auch wenn die Absage der Meisterschaft sicher schmerzt, bieten doch vor allem die Trainings die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und den Spass am Eishockey zu fördern.

Zusätzlich zu den Trainings sind wie oben erwähnt die verschiedenen Auswahlturniere im März auf den Stufen U15, U14 und U13 nach wie vor geplant.

Falls es erlaubt sein wird ab März auch wieder Wettkämpfe durchzuführen im Nachwuchseishockey, bietet Swiss Ice Hockey zudem die Unterstützung für die Durchführung von Freundschaftsspielen, Turnieren oder sonstigen Spielformen auf allen Nachwuchsstufen an.

LANDHOCKEY: MIT EINEM LEISTUNGSABFALL WIRD GERECHNET

Wir versuchen den Trainingsbetrieb für Jugendliche unter 16 Jahren nach Möglichkeit aufrechtzuerhalten sofern die Umstände das erlauben. Der Trainingsbetrieb besteht aus einer Kombination von Präsenz- und Online Trainings. Für U18m/f wurden individuelle Athletikübungen zusammen gestellt welche die Athletinnen selbstständig durchführen.
 
Eine adäquate Kompensation für die ausgefallenen Meisterschaftsspiele gibt es nicht. Wir rechnen mit einem Leistungsabfall bzw. Stagnation in der Entwicklung der sportlichen, taktischen und athletischen Fähigkeiten. Wir gehen davon aus das die Jugendlichen rund 6-10 Monaten Rückstand haben auf das Ausbildungsprogramm.
 
Einen Mitgliederschwund haben wir bisher nicht festgestellt. Mit gezielter Kommunikation zwischen den Trainern und den Jugendlichen soll der Austausch aufrecht erhalten werden und ein wenn auch minimaler Austausch erfolgen. Wir rechnen nicht mit einem realen Verlust von Jugendlichen, jedoch werden wir das Wachstum der vergangenen Jahre von 10% p.a. nicht erreichen, was zu einem nominalen Verlust gegenüber der Planwert führt. (mg)


UNIHOCKEY: LEICHTER NIVEAU-VERLUST VERMUTLICH NICHT ZU VERMEIDEN

Wir haben insbesondere bei den Nachwuchsteams (U-Teams) alles daran gesetzt, folgenden Grundsätzen treu zu bleiben: a) Wir bleiben aktiv mit den Spielern in Kontakt und informieren transparent, b) Wir bieten regelmässige Alternativen zu den Hallentrainings an (z.B. Lauftrainings ausserhalb der Halle oder Online Challenges, bei welchen die Spieler Videos hochladen müssen). Wir prüfen auch, ob wir allenfalls bei den Mitgliederbeiträgen etwas machen können, was aber wiederum schwierig ist, weil die finanzielle Situation in der Sektion angespannt ist. Ein leichter Niveau-Verlust ist aber vermutlich nicht zu vermeiden. Das sehen wir ja selbst in der NLA, wo nach der Wiederaufnahme der Saison teilweise Qualitätsunterschiede in den verschiedenen Teams spürbar sind bzw. eine "Aufwachphase" notwendig ist. (am)