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24.05.2017

UNIHOCKEY | "ICH HABE MIT DEM NACHWUCHS NOCH VIEL VOR."

Seit inzwischen zwei Jahren zeichnet der Wädenswiler Marco MEier (35) für die Leitung der Ausbildung im Nachwuchs (U21, U18, U16 und U14, sowie im Juniorenbereich C, D, E) verantwortlich. Er führt zudem als Trainer die U21 Equipe.

GC Unihockey hat in den letzten Jahren die Nachwuchs-Arbeit kontinuierlich strukturiert, was die erzielten Resultaten zeitigten. Wo noch der Hebel angesetzt werden musste, war die individuelle Entwicklung talentierter Spieler mit dem Ziel, eine nachhaltige Basis für das NLA-Team zu schaffen. Man hat sich dazu bekannt, mit grossmehrheitlich eigenen Talenten Spitzen-Unihockey zu spielen. Um den durch diese Zielsetzung nötigen Mehraufwand leisten zu können, wurde nach Verstärkung in der Führung der Nachwuchsabteilung gesucht. In der Person von Marco Meier wurde sie gefunden.

GC INSIDER traf den umtriebigen Funktionär in seinem Lieblingslokal in Wädenswil, wo er von allen Seiten herzlich begrüsst wird. Man kennt den 35-Jährigen, kein Wunder, wohnt er doch schon seit 1988 dort. Er erzählt, dass er sich zuletzt nach der langen Saison einige Ferientage gegönnt habe. „Nichts Spektakuläres. In Holland wollte ich herunterfahren“, wie er es nennt. „Das war auch nötig, und es ist mir gelungen. Jetzt bin ich wieder bereit, die vielfältigen Aufgaben mit Elan anzugehen“, erzählt Marco Meier. Am Montag ging’s wieder los mit den Trainings und der Vorbereitung der neuen Saison, die noch besser werden soll als die vergangene.

Bestehende Basis weiter ausgebaut

Sportchef Valentin Spahr und Assistenztrainer des NLA-Teams Maurizio Mastropietro haben in der Vergangenheit eine gute Basis für die Nachwuchsabteilung gelegt. So wurde u.a. der U21 Meistertitel gewonnen, und die übrigen Resultate waren nicht schlecht. Für die Umsetzung der von der Vereinsleitung vorgegeben Philosophie war aber eine personelle Aufstockung unumgänglich, da die bestehende Crew aus beruflichen Gründen ihr Engagement nicht ausweiten konnte. Marco Meier: „Ich bin glücklich, dass mich GC Unihockey vor zwei Jahren angefragt und engagiert hat. Im ersten Jahr musste ich einen grösseren Aufwand betreiben als vorgesehen, obwohl ich doch die Organisation durch meine inzwischen neunjährige Tätigkeit als Trainer der U15-Kantonalauswahl ziemlich gut gekannt habe. Der Einsatz hat sich aber gelohnt, inzwischen läuft vieles rund. Auch dank der guten Junioren-Trainer, auf die ich zählen kann“. 

Unter der Führung von Marco Meier hat sich die Nachwuchs- und Juniorenabteilung erfreulich entwickelt. Cyrill Pedolin wurde vor einem Jahr vom Nachwuchs ins NLA-Kader aufgenommen, die beiden Super-Talente Moritz Mock und Florian Wenk, beide im U16-Alter zum GC Unihockey gekommen, haben kürzlich an der U18 WM teilgenommen und stehen als U21 Spieler zuoberst auf der Liste zum Einbau ins NLA Team. „Schade, dass Cyrill Pedolin wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers verhindert war, dem Aufgebot zur U18 WM Folge zu leisten, sonst hätte GC ein Trio an der WM gehabt“, bedauert Marco Meier. Ein weiterer Erfolg ist auch, dass GC als einziger Schweizer Verein alle Nachwuchsteams der höchsten Leistungsklasse mindestens in die Halbfinals gebracht hat, die U16 und U18 schafften es in den Final und die U16 holte gar den Titel. Darüber hinaus stellt der GC sieben Spieler in der U17-Nati und vier in der U15-Kantonalauswahl. Zusammen mit HC Rychenberg haben die Grasshopper als einzige Schweizer Unihockey-Clubs das Label für zwei Nachwuchsteams, für die U21 sowie die U18 erhalten, was bedeutet, dass die Teams von zertifizierten Trainern geleitet werden. 

Einheitliche Spielphilosophie

Es wurden schon viele Ideen umgesetzt, vor allem auch die „Durchlässigkeit“ erreicht, dh. die Spielphilosophie wurde vereinheitlicht. Alle Teams spielen offensiv, machen Druck, was nicht unbedingt heissen muss, dass sie – wie das NLA Team jüngst mehrmals – wegen Vernachlässigung der Defensive einem Rückstand nachrennen müssen. Auch in diesem Punkt sind die Teams auf gutem Weg. Die sogenannten Förderkaderspieler, jene, die für die älteren Stufen vorgesehen sind, können ohne weiteres auf höherer Stufe eingesetzt werden, wo sie sich sofort zurechtfinden. Florian Wenk hat das zum Beispiel verschiedene Male gezeigt.

Also alles paletti? Marco Meier relativiert: „Bei allen guten Resultaten, an erster Stelle steht für uns aber die individuelle Entwicklung der Spieler. Das bedeutet, dass wir vor allem an der Basis noch intensiver arbeiten, dh. gut ausgebildete Trainer für die jüngsten Juniorenkategorien finden müssen. Was allerdings nicht leicht zu machen ist.“ Gestandene Spieler, die für eine solche Aufgabe beste Voraussetzungen hätten, wollen in den meisten Fällen nach Beendigung ihrer Aktivkarriere eine Pause einlegen. „Es fehlt die zweite und dritte Spieler-Generation, die wir für den Trainerjob einsetzen könnten“, bedauert Marco Meier, hofft aber gleichzeitig, dass vielleicht die erste Unihockey-Generation jetzt mit ihren Söhnen den „Wiedereinstieg“ finden. Eigentlich wäre dies relativ einfach, da das Schweizer Unihockey (noch) keine Vorschriften bezüglich Lizenzen kennt. Mit einem J+S Kurs wäre die Voraussetzung, als Trainer ein Juniorenteam zu übernehmen, gegeben. „Auch Quereinsteiger sind willkommen, will heissen, Sportler anderer Sportarten. Ein Kollege kommt aus der Leichtathletik, der natürlich sehr gute Inputs bezüglich Laufschule etc. geben kann“, wirft Marco Meier ein. Auch seine Unihockey-Erfahrung beschränkt sich auf hobbymässiges Spiel in kleineren Clubs, auf dem Grossfeld hat er zum Beispiel nur eine Saison bestritten. Aber er hat sehr viel für die Klubs gearbeitet, sich ständig weitergebildet. Vor allem hatte er von jeher Freude an der Trainingsleitung. Und er hat alle J+S Ausbildungen absolviert und von arrivierten Trainern viel gelernt. Heute zählt er zu den ausgewiesenen, erfolgreichen Trainern. Dereinst wird er ein NLA-Team führen, das ist sein Ziel: „Nicht kurz- oder mittelfristig, denn ich habe noch viel mit dem Nachwuchs des Grasshopper Club Zürich vor, schliesslich soll es weiter aufwärtsgehen. Auch die Rekrutierung der Jüngsten muss noch verstärkt werden, was für den Fortbestand eines prosperierenden Vereins vonnöten ist.“ 

Eugen Desiderato