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24.05.2017

SQUASH | ERFOLGSSTORY GC CUP

Anfangs der siebziger Jahre bildete sich eine in Zürich lebende Gemeinschaft von Angelsachsen und Schweizern, die im Ausland Squash spielen und lieben gelernt hatten. Brian McHugo von der GC Sektion Tennis ergriff dann die Initiative, eine Squash-Anlage in direkter Nachbarschaft zur GC-Tennishalle zu bauen.

1974 konnte mit dem Bau der Anlage, bestehend aus zwei Courts und einer Garderobe, begonnen werden. Im Jahre 1975 stieg die Zahl der aktiven Mitglieder auf über 200 an. Zu dieser Zeit entstand die Idee, ein international besetztes Turnier durchzuführen. 1979 fand der erste GC Cup statt. Norman Ingledew (RSA) und Colin Fletcher (RSA) standen sich damals im Final gegenüber. Danach wurde jedes Jahr ein Profiturnier auf Weltklasseniveau durchgeführt, zuerst als Einladungsturnier, später als offizielles Turnier des Weltverbandes. In den Achtzigern und Neunzigern gab sich die Weltspitze bei GC Squash die Klinke in die Hand. 

Seit 1992 gibt es eine allgemeine Sättigung im Squash-Sport und das Aufkommen neuer Trendsportarten hat dafür gesorgt, dass Squash mehr und mehr aus dem Blickfeld geriet. Letztmals fand der GC CUP 2001 statt. Letztmals? Nein! Denn 2011 reifte der Gedanke, dieses legendäre Turnier wieder aufleben zu lassen. Treibende Kraft war Steve Buchli, seit jeher GC Squash-Mitglied und heute Vizepräsident und Aktuar. Er erinnert sich: „Am 125 Jahr Jubiliäum des Grasshopper Club, nach den Spielen und bei einem Bier kam ich dann mit einem Mitspieler ins Gespräch. Wir unterhielten uns über (verbleibende) Ziele im Leben. Als ich spontan die Auferstehung des Grasshopper Cup als internationales Topturnier der Squashszene nannte, meinte er nur, warum wir das denn nicht anpacken. Schon bald waren die ersten Take-off-Sitzungen geplant und mit Mark Meyer und Michi Baer zwei tatkräftige Mitstreiter gefunden.

GC Squash: Steve, welche Ziele hattest Du für die Wiederbelebung des GC CUP gesetzt?

Steve Buchli: Anfänglich (2012) wollten wir einfach ein internationales Profiturnier durchführen, das grösste und wichtigste Squashturnier der Schweiz zwar, aber nicht unbedingt mit der absoluten Weltspitze. Und klar: Der Anlass sollte wieder in unseren Hallen stattfinden.

Was war nach dem Kick-Off die grösste Herausforderung?

Das wichtigste Ziel war, ein schlagkräftiges und motiviertes OK-Team zu finden, das zielgerichtet auf die Durchführung eines professionellen Turniers hinarbeitet. Nachdem die richtigen Personen zusammen gekommen waren (heute arbeiten zehn im OK), nahm die Sache dann rasch Fahrt auf.

Der GC CUP 2012 und 2013 wurde bei GC Squash durchgeführt. Weshalb in so bescheidenem Rahmen?

Wir wollten den GC CUP nachhaltig aufbauen und mussten dafür den Markt für ein solches Turnier testen, die richtigen Kontakte finden etc. Das brauchte Zeit, aber wir sammelten in dieser Phase sehr wichtige Erfahrungen und hielten gleichzeitig unser finanzielles Risiko in Grenzen. Wir waren und sind ja alle im normalen Arbeits- und Familienleben eingebunden und organisieren den GC CUP weiterhin im Nebenamt.

Bereits zum Turnier 2013 zog es Top 20-Spieler nach Zürich, trotz bescheidenem Preisgeld. Was machte das Turnier bereits zum beliebten Saisonhöhepunkt für die Spieler?

Da spielte der legendäre Ruf des GC CUP der 80er und 90er Jahre eine Rolle, dann aber auch unser erfolgreiches Turnier im Vorjahr, welches uns viel positive Beachtung in der internationalen Profi-Squashszene bescherte. Zudem bestanden zu jenem Zeitpunkt bereits einige sehr gute Kontakte zu den Stars der Szene (Daryl Selby spielte beispielsweise für die Nationalliga A Mannschaft unserer Sektion), ferner lockte auch die Stadt Zürich mit ihrer Schönheit und Lage die Profis zu uns.

Ein Jahr danach wurd der Anlass ins EWZ in Zürich Selnau verlegt. Grosses Kino: mit speziell aufgestelltem Glass-Court, vielen Tribünenplätzen und Liveübertragungen auf PSA Squash-TV...

Wir hatten in den beiden Vorjahren den Sponsoren, den Matchbesuchern und allen anderen Beteiligten gezeigt, dass wir einen Top-Anlass durchführen konnten und alle Seiten waren dann auch begeistert, als wir unsere neuen Pläne mit dem Glascourt etc. vorstellten. Unsere Ticket-Sales vervielfachten sich dank einer grossen Tribüne, wir konnten Shops und ein Catering betreiben, die Einnahmen stiegen also gleichzeitig mit dem grösseren Engagement unserer treuen Sponsoren (u.a. Schelling AG, Kaspar Fleischmann), sodass auch die Mehrausgaben gedeckt werden konnten. Es war natürlich ein unternehmerisches Risiko, aber es lohnte sich!

Bis heute stieg das Preisgeld praktisch im Jahres-Rhythmus. Wie kannst Du für die Randsportart diese tolle Begeisterung und das grosse Engagement der Sponsoren auslösen?

Squash ist eine mitreissende, dynamische Sportart, die seit den 70er Jahren eine eigene, starke Community in der Welt - und auch hier in der Schweiz - aufgebaut hat. Wer einmal vom "Squash Virus" infiziert wurde, der wird ihn nicht mehr los, selbst wenn die eigenen Aktivitäten im Court zwischenzeitlich zu Ende gegangen sein sollten. Heute zählen wir auf ehemalige Spieler, die ihr Interesse und Engagement im Squash Sport immer aufrecht erhalten haben und gleichzeitig eine grosse Verbundeneit mit dem Grasshopper Club aufweisen, wie Beat Schelling, Kaspar Fleischmann, Urs Stieger und Heinz Soom. Deren Begeisterung übertrug sich dann offensichtlich auf ihre Gäste, die sie an den GC-CUP jeweils mitnahmen und die zwischenzeitlich uns auch unterstützen.

2015 hast Du einen grossen Schritt gewagt und den GC CP auf ein neues Niveau gehoben: Noch grösser, neuer Austragungsort (PULS 5 im Industriequartier Züri-West). Haben Dich nie Ängste vor einem tiefen Fall befallen?

Da wir den GC CUP kontinuierlich aufbauten, konnte ich das Risiko stets kontrollieren. Aber natürlich, es gibt immer Momente, an denen man die ganze Organisation und allfällige Eventualitäten hinterfragt und Worst Case Szenarios durchspielt. Auf der anderen Seite: Wer nichts wagt, der gewinnt auch nichts!

2016 gab es erstmals Damen-Show-Matches auf höchstem Niveau. Können wir zusätzlich ein Damenturnier erwarten?

Wir arbeiten daran. 2016 hatten wir zwei Topspielerinnen und am GC CUP 2017 waren es bereits vier (u.a. die Weltnummern 2, 3 und 4). Gleichzeitig testen wir die Reaktionen des Publikums und lassen dies alles in die Planung einfliessen. Damen Squash ist höchst attraktiv, hat ein eigenes Publikum und ermöglicht uns, noch mehr Spiele zu präsentieren, was ein grosser Vorteil sein kann.

Wie geht es weiter nach dem GC-CUP 2017, der eine Preisgeldsumme von 100’000 Dollar erreichte?

Wir haben (natürlich) schon spektakuläre Pläne für den Event 2018 und wollen weiter wachsen! Diese Pläne werden wir aber zuerst unseren bisherigen, treuen Sponsoren präsentieren und uns mit ihnen austauschen. Denn: Nur ein starkes Team kann den GC CUP, dh. Weltklasse Squash in Zürich, voran bringen.

Wie jeder Grossanlass braucht der GC CUP viele freiwillige Helfer. Wie findest du jedes Jahr wieder aufs neue eine motivierte Crew?

Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir eine lebendige und motivierte Sektion haben, woraus wir einen Grossteil der freiwilligen Helfer rekrutieren können. Darüber hinaus beteiligen sich jedes Jahr eine Vielzahl begeisterter Squashspieler aus der ganzen Schweiz am Auf- und Abbau sowie dem Betrieb der Eventstruktur. Alle wollen am GC-CUP Feeling teilhaben und ihre Stars live in action sehen.

Interview: Michael Baer