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GC Rudern | 20.11.2015

Reussfahrt, 12. September 2015

Reussfahrt, 12. September 2015

Philippe Obrist

 

Teilnehmer: Edgar Heggli, Niklaus Kunz, Claus Bally, Beat Witzig, Bernt Steng, Nicolas Kamber (kurzfristig für Tobias Rohner eingesprungen), Erni Fuchs, Ruedi Senn, Philippe Obrist.

 

Es ist ein wunderschöner Spätsommer-Samstag-Morgen, die Sonne ist eben aufgegangen, als frohgemut neun unternehmenslustige GC-Ruderer sich aus allen Himmelsrichtungen auf den Weg nach Perlen machen, bekannt für ihre bedeutende Papierfabrik im luzernischen Industriegürtel. Der Grossteil der Mannschaft trifft sich im Bootsthaus und fährt gemeinsam in die Innerschweiz, um rechtzeitig beim Schützenhaus bereit zu sein (gemäss klarer Ansage des Organisators). Edgar übernimmt liebenswürdigerweise den Bootstransport und begibt sich nach Baden, um Alexandra Steuer und Zoltan abzuholen, die unsere Fahrzeuge von der Einwasserungsstelle an den Zielort Bremgarten fahren werden. In Perlen ist wunderschönes Wetter, im Freiamt liegt Nebel und so kommt es, dass trotz Satellitennavigation und guten Ortskenntnissen der Fahrer die richtige Ausfahrt verfehlt – gut unterrichtete Kreise melden, dass ein Fahrzeug mit Anhänger auf dem Waffenplatz Bremgarten gesichtet wurde. Es dauert eine gefühlte halbe Ewigkeit, doch gross ist die Freude des Wiedersehens und Edgar erklärt uns wortreich, welche Kapriolen ihm der Nebel gespielt haben. Wir nutzen die Zeit, um Ruedi’s neueste Errungenschaft, eine  GoPro Hero 4 Kamera, mit viel Ingenieurfertigkeit im Heck des C-Gigs „Voga“ in luftiger Höhe zu montieren und fachmännisch mit viel Klebeband festzuzurren. Ruedi hat die Kamera vorgängig so programmiert, dass sie jede Sekunde ein Bild aufnimmt. Auf einer Fahrt von zweieinhalb Stunden ergibt das nach Adam Riese 9‘000 Bilder, wenn nicht… ja, es wurden exakt 8‘271 Bilder gespeichert bis die Batterie leer war. Hier die kleine Frage: um welche Zeit stoppte die Kamera, wenn die wagemutigen GC-Ruderer um 9:45 Uhr in Perlen einwasserten?

 

 

Inzwischen sind alle bereit und es kann losgehen. Behutsam tragen wir die C-Gigs ans Reussufer und wassern ein. Gemäss Beat ist der Wasserstand – im Vergleich zu den Vorjahren – eher tief. Bug voran und mit fünf kräftigen Zügen geht’s hinaus in die Strömung und alsbald gleiten wir dahin auf dem quirlig gurgelnden Wasser. Den C-Gig „Genève“ steuert Edgar, am Schlag Philippe mit Niklaus, Claus und Beat; die „Voga“ steuert Bernt, am Schlag Nicolas mit Herbert, Erni und Ruedi.

 

 

 

Der erste Teil der Flussstrecke führt uns entlang der Autobahn und in leichten Mäandern an Gisikon, Honau (Drei-Kantone-Eck: Luzern Aargau Zug), Rotkreuz und Hünenberg vorbei nach Sins. Der Himmel ist tiefblau und die Sicht glasklar und so geniessen wir aus unterschiedlichen Winkeln einmal den Pilatus und ein andermal die Rigi. Die Morgenluft ist rein und angenehm kühl, der Steuermann redselig, die Mannschaft entspannt und so gleiten wir auf den ersten 13 Kilometern ruhig dahin. Doch plötzlich bricht grosse Hektik aus: zwischen der neuen Betonbrücke und alten Holzbrücke beim Zollhus Sins treibt uns die Strömung nahe an den Brückenpfeiler; klare, beherzte Kommandi des Steuermannes und ein kräftiges Ziehen der Mannschaft, aber nichts da, der C-Gig gerät in untiefes Wasser und letztlich auf die Kiesbank. Nanu, was ist geschehen? Die Insassen waren sich nicht einig, ob Flussnymphen oder anderweitige Schönheiten am Reussufer den Steuermann ablenkten, aber der Blick war getrübt und so verwundert es nicht, dass rasch der Übernahme Schettino die Runde machte. Der zweite C-Gig meistert die Schlüsselstelle souverän und schliesst fasst zum ersten C-Gig auf.

 

Weiter geht’s durch die parkähnliche Reusslandschaft vorbei an Mühlau, Obfelden (Nachbardorf von Merenschwand oder seit 1999 besser bekannt Dank „Duschen mit Doris“) nach Ottenbach. Wir geniessen die tolle Stimmung auf dem Wasser, leeren unterwegs eine prallvolle Pinkelflasche, setzen kurzfristig zum Kurzenstreckensprint zwischen „Genève“ und „Voga“ an und wechseln die Steuermänner ohne Auszuwassern.

 

 

Mittlerweile hat die Reuss kaum noch Strömung, sie schlängelt sich durch Auen und wird zusehends breiter. Ab der schwungvollen Eisenbrücke in Unterlunkhofen öffnet sich die Reuss und es beginnt das Naturschutzgebiet des Flachsees, eine Folge der Flussstauung in Zufikon bei Bremgarten. Traumhaft schön präsentiert sich am heutigen Tag diese Auenlandschaft, gesäumt von dichten Schilfrohrgürteln und buschigen Sandbänken – kurzum ein idealer Lebensraum für bedrohte Vogel- und Amphibienarten. Wir halten uns an die Fahrtordnung und bleiben auf der linken Flussseite. Nach gut 5 Kilometern erreichen wir den Damm in Zufikon, nicht ohne vorher nochmals auf einer Sandbank aufzulaufen.

 

 

Die Boote sind rasch abgeriggert und verladen, so dass wir frische Kleider überziehen und den kurzen Fussmarsch nach Bremgarten antreten können. Hier erwartet uns eine riesige Überraschung: Alexandra Steuer hat im schmucken Garten ein reichhaltiges Buffet mit vielen mit Hingabe zubereiteten Häppchen aufgetischt – was für eine Augen- und Gaumenfreude! Glücklich und zufrieden geniessen wir den Augenblick und lassen die gut 35 Kilometer lange Wanderfahrt auf der Reuss Revue passieren. Danach wechseln wir auf die rechte Flussseite und setzen uns auf der Terrasse des Restaurants Bijou an den Mittagstisch.

 

 

Ein herzliches Dankeschön an Edgar für die Organisation dieser tollen Wanderfahrt, an Beat für das Organisieren des Bootstransportes als auch der beiden Fahrer und an Alexandra für den köstlichen Apéro, der ohne Vermittlung von Beat so nicht stattgefunden hätte – grand merci an alle!