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GC Fussball | 16.10.2020

0:1 BEI XAMAX: OPTISCH GUT REICHT NICHT

GC erleidet die erste Saisonniederlage. Das frühe Gegentor lässt Xamax den eigenen Strafraum verbarrikadieren und die Grasshoppers ertragslos anrennen. Für den vielen Ballbesitz gibt's zwar für die Zürcher gute Haltungsnoten, aber keine Punkte.

Um den Kunstrasen zu bewässern, öffnet der Platzwart eine Stunde vor Matchbeginn alle Schleusen. Dabei erwischt ein aus dem Boden schiessender Strahl um ein Haar Schiedsrichterinspizient Andreas Schluchter. Während der Wasserkelch am Chef von Spielleiter Urs Schnyder vorbei geht, erwischt's dafür die Grasshoppers schon früh im Spiel. Die Dusche in Form eines verwandelten Freistosses muss sich GC auf die eigene Rechnung schreiben lassen. Den sehr streng gepfiffenen Freistoss an der Strafraumgrenze drescht Louis Mafouta zur Führung rein. Goalie Matteo Matic hat gegen den abgelenkten Knaller keine Abwehrchance. Dieses frühe Gegentor ist Gift und erweist sich leider als schwere Hypothek. Als zu schwere.

Die Hoppers geben in der ersten Halbzeit klar den Ton an. Immer wieder füttern Petar Pusic von rechts und Nikola Gjorgiev von links die Zentrumsspieler mit Bällen. Die Zürcher aber sind zu verspielt. Zwar gut gemeint und fürs Auge nett anzusehen, geht der erfolgreiche Abschluss leider laufend vergessen. Trainer Pereira reagiert zur Pause und bringt für die zweite Spielhälfte Connor Ronan und Ermir Lenjani. Vor allem Ronan kurbelt das Spiel zusätzlich an. Den Ball in die Füsse bekommen, spielt der Ire jeweils rassig die Kugel weiter und sorgt für schnelle Kombinationen.

Die Gastgeber ziehen sich komplett zurück und überlassen dem Grasshopper Club Zürich das Spiel. Immer mehr gelingt es GC die Xamaxien nach hinten zu drängen und die Hausherren einzuschnüren. In der 80. Minute kommen die Grasshoppers genau an der selben Stelle zu einem Freistoss, von der die Neuenburger eine Stunde zuvor in Führung gegangen sind. Fabio Fehr nimmt paar wenige Schritte Anlauf, schiesst und... Die Zeit scheint in diesem Moment in der Maladière stehen zu bleiben. Es ist mausestill im Stadion, keiner getraut sich zu atmen, die Münder der Zuschauer sind offen. Der Ball von Fehr segelt in die verwaiste Torecke, landet aber ganz knapp neben dem Gehäuse.

In der Schlussphase fliegen die Bälle im 30 Sekunden-Takt in den Xamax-Strafraum. GC strebet vehement den Ausgleich an. Die letzte Torchance hat Aleksandar Cvetkovic auf dem Kopf. Der Cornerball kommt allerdings einen Hauch zu hoch in die Mitte geschlagen und so kann der GC-Captain den Ball nicht mehr entscheidend drücken. Die Grasshoppers haben vor allem in der ersten Halbzeit gefühlte 80 Prozent Ballbesitz. Und dennoch hat der Zuschauer zu keinem Zeitpunkt der Partie das Gefühl, jetzt falle dann für Blauweiss der Ausgleich. GC stirbt an diesem Abend irgendwie in Schönheit.

Auf Grund der Resultate der anderen Partien bleibt der Grasshopper Club Zürich trotz der ersten Saisonniederlage Tabellenführer. Immerhin. Klar aber ist, dass GC gegen nächste Gegner, die wohl ähnlich defensiv auftreten werden, variantenreicher auftreten muss. Am kommenden Dienstag steht für GC mit der Partie beim SC Kriens das nächste Auswärtsspiel an.

Hopp GC!