Es war nicht ihr erstes grosses Turnier: 2024 hatten Elena Huizing und Filippa Haberthür bereits mit der U16-Nationalmannschaft an der Hockey5s-EM in Zagreb teilgenommen. In Glasgow ging es nun mit der U18 auf dem grossen Feld zur Sache – mit elf Spielerinnen, hohem Tempo und auf international starkem Niveau.
«Es war eine grosse Ehre, die Schweiz zu vertreten», sagt Elena, die als Verteidigerin eingesetzt wurde. «Auch wenn wir uns ein besseres Ergebnis erhofft haben, konnte ich viel Spielerfahrung sammeln. Jedes Turnier bringt mir mehr Spielsicherheit, besonders gegen internationale Gegnerinnen.»
Auch für Filippa, die im zentralen Mittelfeld spielte, war es ein prägendes Erlebnis: «Die Erinnerungen, die ich an diesem Turnier gesammelt habe, sind unvergesslich. Natürlich war es frustrierend, dass wir oft kurz vor Schluss noch Gegentore erhielten. Aber gleichzeitig war es unglaublich motivierend, im Schweizer Trikot aufzulaufen und die Nationalhymne zu singen.»
Emotionen auf und neben dem Platz
Dabei bleiben den beiden Spielerinnen einige Spiele stärker in Erinnerung als andere. Elena erzählt von der Auftaktpartie gegen Wales, in der das Team lange führte, am Ende aber unglücklich den Ausgleich hinnehmen musste. «Wir haben eigentlich super gespielt, das 1:1 kurz vor Schluss war schwer zu akzeptieren.»
Filippa erinnert sich an das Spiel gegen die Türkei: «In der ersten Halbzeit war ich total blockiert, nichts wollte klappen. In der Pause halfen mir meine Mitspielerinnen und Coaches, das Mindset zu wechseln und plötzlich lief es in der zweiten Halbzeit viel besser. Auch wenn wir verloren haben, habe ich viel über mentale Stärke gelernt.»
Neben den sportlichen Momenten bleiben auch die Erlebnisse abseits des Rasens: die gemeinsame Anreise zum Stadion, das Singen der Hymne vor dem Spiel oder die gegenseitige Unterstützung im Team. «Die Atmosphäre in unserem Team war unglaublich. Wir haben alle ein gutes Verhältnis zueinander und mit meinen Mitspielerinnen diese EM-Erfahrung zu teilen, war ein unvergessliches Erlebnis», schwärmt Elena.
Der entscheidende Sieg
Nach drei Niederlagen aus vier Spielen ging es im letzten Spiel gegen Litauen um alles. Mit einer konzentrierten Leistung sicherten sich die U18-Frauen mit einem 3:1-Sieg den 7. Platz und damit den Verbleib in der B-Division. «Dieser Moment war unbeschreiblich», erzählt Elena. «Wir konnten endlich zeigen, wie viel wir gearbeitet hatten.»
Auch Filippa spürte die Erleichterung: «Es war ein tolles Gefühl, endlich ein Spiel wirklich im Griff zu haben. Mit den drei Toren haben wir uns selbst belohnt und bewiesen, dass wir ein starkes Team sind.»
Blick nach vorn
Für Elena geht es im Herbst mit dem Talent Treff Tenero von Swiss Olympic weiter. 2026 folgt ein mit der U17-Nationalmannschaft ein Vorbereitungsturnier in England.
Für Filippa ist die EM in Glasgow der Abschluss ihrer U18-Nationalmannschaftskarriere. «Der nächste Schritt wäre die U21-Nationalmannschaft – das ist jedoch ein grosser Sprung. Jetzt möchte ich mich erst einmal auf den Club konzentrieren und dort mein Bestes geben.»
So oder so: Die beiden GC-Spielerinnen haben in Glasgow gezeigt, dass sie sich auch auf internationalem Parkett behaupten können. Mit Stolz, Leidenschaft und Teamgeist – und mit dem Wissen, dass diese Erfahrungen sie auf ihrem weiteren Hockey-Weg prägen werden.
Simone Schmid

