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WELTMEISTERINNEN!
Foto: SWISSCURLING

WELTMEISTERINNEN!

Sie kamen, wischten und siegten. Nach einem missglückten Auftaktspiel gegen Japan reihten die Frauen von GC Curling an ihrer ersten Weltmeisterschafts-Teilnahme in Kanada 13 Siege aneinander und schafften so die Sensation: Als erstes Debütantinnen-Team überhaupt holten sie den WM-Titel in der Elite.

Kaum in der Elite angekommen, schreibt das GC Curling Team erneut Geschichte: Ende Februar setzten sich Xenia Schwaller (Skip), Selina Gafner (Third), Fabienne Rieder (Second) und Selina Rychiger (Lead) gegen die fünffachen Schweizermeisterinnen um Skip Silvana Tirinzoni durch und holten in Bern erstmals den Schweizermeistertitel in der Elite. Damit sicherte sich das junge Team GC das Ticket für die Curling Weltmeisterschaft vom 14. bis 22. März in Calgary, Kanada. Vor der Abreise gab sich Selina Gafner bereits zuversichtlich: «Wenn wir an unsere bisherigen Leistungen anknüpfen, ist eine Medaille möglich.»

Spannung bis zum vorletzten Stein

Und tatsächlich hielten die Weltranglisten-Sechsten ihr Niveau auch in Kanada konstant hoch: Bereits in der Round Robin, bei der alle Teams gegeneinander antreten, konnte GC elf von zwölf Spielen für sich entscheiden. Einzig gegen Japan kassierten sie zu Beginn eine Niederlage. Damit konnte das Team direkt in den Halbfinal einziehen, wo es Schweden mit 8:5 besiegte. Im Final trafen die Zürcherinnen auf die Gastgeberinnen aus Kanada, die sich zuvor gegen Japan durchgesetzt hatten. Das Team um Xenia Schwaller wirkte souverän und ruhig. Bereits im zweiten End gelang ihm ein erstes Zweierhaus, bei dem zwei Steine desselben Teams im Zielkreis liegen. Nachdem Kanada im vierten End ausgleichen konnte, ging GC wieder in Führung. Im siebten End konnten die Kanadierinnen mit einem sogenannten Steal auf 4:4 ausgleichen, das heisst, sie erzielten Punkte, obwohl sie nicht den letzten Stein hatten. Mit einem Zweierhaus übernahm GC im achten End aber erneut die Führung und zwang Kanada im neunten End, einen Stein zu schreiben. Damit führten die Zürcherinnen im zehnten und letzten End mit 6:5 und hatten gleichzeitig den Vorteil des letzten Steins auf ihrer Seite. Den starken vorletzten Stein von Xenia Schwaller konnte die kanadische Skip nicht mehr kontern, womit sie sich mit 7:5 schliesslich ihren ersten WM-Titel in der Elite sicherten.

Wie ein Traum

«Ich kann es noch gar nicht realisieren», meinte die 23-jährige Xenia Schwaller kurz nach dem Sieg. «Die letzten 24 Stunden, aber auch die letzten zwei Wochen waren wie ein Traum. Es ist krass, dass wir das geschafft haben.» Dieser Sieg gebe dem Team grosse Sicherheit, weiss sie. Auch die geschlagenen Kanadierinnen lobten das grosse Talent der Schweizerinnen: Skip Kerri Einarson räumte ein, dass den Schweizerinnen praktisch jeder Stein gelungen sei: «Sie gaben uns kaum Chancen.» Die GC Frauen konnten in den letzten Jahren immer wieder mit Souveränität und Teamspirit überzeugen, so zum Beispiel an der Junioren-Weltmeisterschaft 2024, wo sie ebenfalls den Titel nach Hause holten. Der neuste Titel geht wortwörtlich unter die Haut: Schon vor der WM haben sie beschlossen, sich – zu Ehren ihres Clubs – einen Grashüpfer als Tattoo stechen zu lassen, sollten sie die Goldmedaille gewinnen.

Link zum SRF-Beitrag «Curlerinnen krönen grossartige WM mit dem Titel»

Link zu «Beyond the rink» von SWISSCURLING ASSOCIATION

 

Pamela Schefer

  • Sie kamen, wischten und siegten: Xenia Schwaller, Selina Gafner, Fabienne Rieder und Selina Rychiger mit den Trainern John Epping und Andy Schwaller. Foto: SWISSCURLING
  • Zuvor setzte sich das Team um Skip Schwaller erstmals an den Schweizermeisterschaften gegen das Team Tirinzoni durch. Foto: SWISSCURLING
  • Die Weltmeisterinnen und Coach Andy Schwaller werden am Flughafen Zürich von Carole Oppenheim, André Lagger, Maurus Müller und Gioia Waser von der GC Curling Sektion (v.l.n.r.) in Empfang genommen. Foto: Hans Blaser