GC INSIDER: Was bedeutet dir das Tennis?
Jean-Michel Fürst: Tennis hat, wie einige andere GC Sportarten, seine Wurzeln im alten England. Die Kultur des Gentlemen-Sports findet man bei GC wieder: Sie steht unter anderem für Fairplay, sozialen Austausch und Jugendförderung. In diesem Sport muss man sich mit sich selbst auseinandersetzen und sich immer wieder hinterfragen, um sich weiterzuentwickeln. Talent hilft sicher, aber ab einem gewissen Punkt muss man sich den Erfolg hart erarbeiten.
Wie bist du zum Tennis gekommen?
Ich war als Kind und Jugendlicher polysportiv unterwegs, habe Leichtathletik gemacht, bin Ski gefahren und habe Fussball gespielt. Auch Squash und Reiten habe ich ausprobiert. Zum Tennis bin ich erst mit etwa 17 Jahren gekommen – und schliesslich dort hängengeblieben. Allerdings war GC damals noch in weiter Ferne: Mein Vater war GC Fussball-Anhänger, weshalb ich mich in meiner rebellischen Phase auf die Seite des FCZ geschlagen habe. Irgendwann bekennt man sich aber zu den eigenen Wurzeln: 2013 kam ich mit dem Tennis dann doch zu GC.
Seit 2024 betreust du im Vorstand das Ressort Sponsoring. Wie kam es dazu?
Ich wurde 2018 angefragt, das Präsidium des Schoeller Cups zu übernehmen. Im ersten Jahr habe ich noch mit dem bisherigen Präsidenten Christian Jenny zusammengearbeitet, 2019 habe ich das Präsidium ganz übernommen. Meine Hauptaufgabe war das Sponsoring, das meine Vorgänger bereits gut aufgebaut haben. Durch meine Geschäftsbeziehungen im Bereich Executive Search, wo ich mit vielen Schweizer und internationalen Marken zu tun habe, konnte ich das Sponsoring weiter ausbauen und festigen. Dass ich nun das Ressort Sponsoring im Vorstand betreue, war also eine logische Konsequenz.
Welche Arten von Sponsoren arbeiten mit euch zusammen?
Viele der Sponsoren sind in der Umgebung Zürich Seefeld ansässig: Ein Nachbar und Sponsor von GC Tennis Couvert ist beispielsweise die Klinik Hirslanden wie auch die Bank Lombard Odier. Andere Sponsoren kommen direkt aus der GC Familie, wie die Albers & Co AG, deren Inhaber langjährige Mitglieder von GC Tennis Couvert sind. Und dann gibt es noch solche, die ich meinen Geschäftsbeziehungen zu verdanken habe, wie Porsche Zentrum Zürich oder Illy Café. Wenn ich geschäftlich mit interessanten Marken in Verbindung stehe, denke ich dabei auch immer an den GC Schoeller Cup.
Was sind die grössten Herausforderungen im Sponsoring?
Dazu gehört sicher, die professionellen Beziehungen zu den bestehenden Sponsoren zu pflegen und eine konstante Qualität zu bieten. Das hängt stark von der verfügbaren Zeit ab. Auch Corona war eine grosse Herausforderung, wir konnten jedoch enorm vom Goodwill vieler Marken profitieren: Dass sie uns auch während dieser herausfordernden Zeit treu geblieben sind, ist nicht selbstverständlich. Beim Sponsoring braucht es auch immer ein wenig Glück, genau wie beim Tennis, wenn ein Ball auf dem Netz hängenbleibt und dann per Zufall auf die Seite des Gegners fällt.
Welche Rolle spielt Sponsoring für die Finanzierung der Tennissektion?
Eine grosse Einnahmequelle von GC Tennis Couvert sind die Mitglieder-Beiträge. Hinzu kommen die Einnahmen, die wir mit dem Schoeller Cup erwirtschaften, eben zum Beispiel mit Sponsoring, aber auch mit den Nenngeldern. Im Gegensatz zu GC Tennis Ouvert haben wir weniger finanzielle Möglichkeiten, dafür haben wir auch eine weniger grosse Anlage zu betreiben.
Welche Vorteile oder Gegenleistungen erhalten Sponsoren vom Verein?
Zwischen Weihnachten und Neujahr verschicken wir jeweils ein gedrucktes Turnierheft zum Schoeller Cup für sämtliche GC Mitglieder an etwa 3500 bis 4000 Haushalte. Darin sind auch unsere Sponsoren präsent. Zudem organisieren wir während dem Schoeller Cup den traditionellen Friday Open House-Apéro mit mediterranem Buffet, einer Tombola und der Möglichkeit, sich auszutauschen und zu vernetzen. Die Sponsoren sind dabei auch immer gut vertreten. Vor einigen Jahren haben wir ausserdem einen Sponsoren-Anlass im Porsche Zentrum Zürich in Schlieren durchgeführt, eine Networking-Veranstaltung rund um die Themen Luxus, Investitionen und Kunden. Da das für uns einen sehr grossen Aufwand bedeutet hat, haben wir ihn bisher aber nicht wiederholt.
Du nimmst jeweils auch selbst am Schoeller Cup teil. Was war dein bisher grösster Erfolg?
Die Verpflichtung von Sponsoren, zufriedene Teilnehmer und ein reibungsloser Ablauf, das ist mein grösster Erfolg. Wo ich auf der Rangliste stehe, ist Nebensache. Ich kann mich dann an den Schweizermeisterschaften austoben. Aber am Schoeller Cup ist mein Fokus ein anderer.
Wie bringst du dein Hobby, dein Engagement für GC Tennis Couvert und deine Arbeit unter einen Hut?
Das geht nur mit einem exzellenten Team. Ich habe das Glück, mit der Turnier-Leitung Heidi und Pascal Raemy sowie mit Chantal Coens, die für Kommunikation und PR verantwortlich ist, kompetente und motivierte Partner an meiner Seite zu haben. Ich bin ihnen sehr dankbar für ihre Unterstützung, ohne sie wäre das nicht möglich. Es gibt immer wieder turbulente Zeiten, aber wenn man positiv bleibt, improvisieren kann und die Probleme anpackt, statt nur darüber zu reden, dann ist vieles möglich mit dem Teamgedanken!
Pamela Schefer


