Urs Gredig punktete bei den Anwesenden nicht nur mit seinem Bekenntnis, seit früher Jugend Anhänger des GC zu sein. Er überzeugte auch mit einem sympathischen Auftritt. Die Anwesenden hatten schnell das Gefühl, mit einem «alten Bekannten» zusammenzusitzen, den sie in der lockeren Gesprächsrunde mit unzähligen Fragen löchern konnten. Breiten Raum nahm dabei sein Talk «Gredig direkt» ein. Besonders interessiert waren die Legenden an seinem Interviewstil, der Vorbereitung auf die Gespräche und der Auswahl seiner Gäste. Er blieb keine Antwort schuldig.
Auf Augenhöhe
Inzwischen wurden über 200 Talks ausgestrahlt. Die Sendung wird sehr geschätzt. Einen entscheidenden Anteil an diesem Erfolg hat sicher Gredigs Interviewstil, der als «empathisch‑fordernd» oder «wertschätzend» beschrieben werden kann. Kritiker mögen behaupten, Gredig sei zu «lieb», zu wenig konfrontativ. Diese Beurteilung greift aber zu kurz. Er stellt sehr wohl direkte, teils kontroverse Fragen und betont, dass er hartes Hinterfragen nicht ausschliesst, es aber in einem respektvollen Rahmen halten möchte. Dabei betont er eigene Werte wie Respekt, Neugier und Interesse am Gegenüber. Sein immer ruhiger, eher unterhaltsamer Ton schafft bei den Gesprächspartnern Vertrauen und wirkt auf den Fernsehzuschauer wohltuend.
Illustre Talk-Gäste
Bei der Gesprächsführung kommt ihm sein grosser journalistischer Erfahrungsrucksack und nicht zuletzt seine aktuelle Tätigkeit als Moderator der Nachrichtensendung «10vor10» zugute. So kann er sich mit Gästen aus allen Bereichen – sei es Politik, Wirtschaft, Showbusiness usw. – blendend unterhalten.
Die Legenden erfuhren auch, dass Gredig, zusammen mit einem kleinen Redaktionsteam, die Gäste selbst bestimmen kann. Dass für die inzwischen über 200 Sendungen eine Vielzahl illustrer Gesprächsteilnehmer gewonnen wurden, spricht für die gute Arbeit seiner Crew. Die Schweizer Prominenz gibt sich beim wöchentlichen Talk die Klinke in die Hand – aber auch zahlreiche ausländische Prominente waren schon zu Gast, wie Angela Merkel, Herbert Grönemeyer, Hape Kerkeling, Helene Fischer, Robbie Williams oder Jean‑Claude Juncker.
Gredig und Fussball
Und dann stellten die Fussball‑Legenden natürlich auch Fragen zu Gredigs Bezug zum Fussball. Auch da konnte er mithalten. Als Jugendlicher jagte er dem Fussball nach – bis zur Stufe A‑Junioren. Doch die Liebe zu diesem Sport ist ungebrochen. Auch wenn er, seiner mehrjährigen Tätigkeit als SRF‑Korrespondent in England geschuldet, heute vor allem die Premier League verfolgt, kennt er sich auch im Schweizer Fussball aus und beobachtet insbesondere seinen Herzensverein, den Grasshopper Club Zürich. Schon als Achtjähriger unterstützte er mit einer selbst gebastelten Fahne das GC Team im Stadion Hardturm. Diese Liebe ist bis heute geblieben. Jetzt hofft er, dass in dieser Saison der Ligaerhalt realisiert werden kann.
Urs Gredig hat an diesem Nachmittag neue Fans gewonnen. Eine im Ausland lebende Legende, die «Gredig direkt» bisher nie gesehen hatte, zeigte sich so begeistert, dass sie spontan über ein TV-Abo nachdachte. Mit einem Augenzwinkern wies Urs Gredig darauf hin, dass sein Talk auch im Internet zu sehen ist, notabene gratis. Mit diesem Hinweis verabschiedete sich Urs Gredig – die Arbeit rief. Zurück blieben begeisterte GC Legenden.
Kurzbiografie:
Urs Gredig (geb. 3. Juni 1970 in Davos) studierte Geschichte und Journalismus an der Universität Freiburg. Er war Redaktor und Moderator bei Radio 24 sowie Redaktor bei SRF, u.a. bei der «Tagesschau», deren Hauptausgabe er von 2007 bis 2013 als Anchor moderierte. Anschließend war er rund drei Jahre SRF‑Korrespondent in Grossbritannien. 2017 wechselte er zu CNNMoney Switzerland als Chefredaktor. 2020 kehrte er zu SRF zurück und moderiert seither die wöchentliche Talkshow «Gredig direkt» sowie Beiträge für «10vor10».
Eugen Desiderato

