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PETER FANCONI: «STILLSTAND GEHÖRT NICHT ZU GC»
Foto: zVg

PETER FANCONI: «STILLSTAND GEHÖRT NICHT ZU GC»

Peter Fanconi ist im April nach sechs Jahren als Zentralpräsident des Grasshopper Club Zürich zurückgetreten. Seine Nachfolge übernimmt Andreas Csonka. Im Interview spricht Fanconi über die Entwicklung des Clubs, besondere Momente seiner Amtszeit und seine Wünsche für die kommenden Jahre. Dem Vorstand bleibt er weiterhin erhalten und wird sich damit auch künftig für die Entwicklung von GC engagieren.

GC: Peter, worauf bist Du mit Blick auf Deine Amtszeit besonders stolz?

Peter Fanconi: Was mich besonders freut, ist, dass sich der Grasshopper Club Zürich nach vorne entwickelt und sich immer wieder erneuert. Stillstand gehört nicht zu GC. Das zeigt sich für mich besonders daran, wie sich die Bedeutung der Frauen im Sport und innerhalb des Clubs entwickelt hat.

In der Rudersektion waren bis vor wenigen Jahren nur Männer als Mitglieder zugelassen. Dies wurde inzwischen geändert, Frauen sind herzlich willkommen. Die Sektion hat dafür auch das Clubhaus umgebaut und neue Garderoben geschaffen. Dass Olivia Roth und Bronya Sykes 2025 Geschichte geschrieben und für GC den ersten Schweizermeistertitel bei den Frauen gewonnen haben, passt sehr gut zu dieser Entwicklung.

Auch im Frauenfussball hat sich viel bewegt. Die Fussballsektion und der Zentralvorstand haben die Entwicklung unter der Führung der ehemaligen Spitzenspielerin Lara Dickenmann früh vorangetrieben. Heute verfügt der GC Frauenfussball über solide Strukturen – und spielt bereits um den Titel.

Diese Entwicklung beschränkt sich aber nicht auf einzelne Sektionen. Überall im Club sieht man, wie viel Energie, Qualität und sportlicher Ehrgeiz vorhanden sind: in der Squash-Sektion mit den Aushängeschildern Dimitri Steinmann, Cindy Merlo und Yannick Wilhelmi, beim Handball-Frauenteam mit seiner grossartigen Saison oder im Curling mit starken Leistungen auf internationaler Bühne. Man könnte noch viel mehr nennen. Aber Erfolg ist nicht alles. Was mich ebenso stolz macht, ist das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb von GC.

Der Grasshopper Club Zürich vereint zwölf Sektionen, viele Persönlichkeiten und eine lange Geschichte. Was macht diesen Club für Dich im Kern aus?

GC ist für mich weit mehr als die Summe seiner sportlichen Erfolge. Der Club lebt von gemeinsamen Werten, von seiner Geschichte, vom sportlichen Anspruch und vor allem vom Einsatz seiner Mitglieder.

Besonders beeindruckt mich das Milizsystem. Sehr viele Menschen leisten in den Sektionen enorme Arbeit, freiwillig, oft ohne finanzielle Entschädigung und meist im Hintergrund. Von aussen sieht man vielleicht ein Spiel, einen Wettkampf, ein Turnier oder einen Titel. Was es braucht, damit Kinder und Jugendliche trainieren können, damit Teams funktionieren, Veranstaltungen stattfinden und Talente gefördert werden, bleibt oft unsichtbar.

Genau dort liegt eine grosse Stärke von GC. In allen Sektionen übernehmen Menschen Verantwortung. Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen, ihre Leidenschaft auszuüben, sich zu entwickeln, Teil einer Gemeinschaft zu werden und sportliche Erfolge zu feiern. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich. Es ist ein zentraler Teil dessen, was den Grasshopper Club Zürich ausmacht.

Gab es eine Begegnung, ein Erlebnis oder einen Moment, in dem Du besonders gespürt hast, was den Grasshopper Club Zürich auszeichnet?

Es gibt sehr viele solche Momente. Spontan denke ich gerne an die Erfolge unserer Curlerin Xenia Schwaller zurück. 2024 durfte ich ihr zum Juniorinnen-Weltmeistertitel gratulieren, im März dieses Jahres dann zum Weltmeistertitel bei den Aktiven. Das ist eine ausserordentliche Leistung. Xenia und ihr Team sind ein starkes Aushängeschild für GC: engagiert, zielstrebig, offen und mit grossem Willen.

Ein anderes Beispiel ist der GC Cup der Squash Sektion. Wenn sich jedes Jahr die Squash Weltspitze im Zürcher Hauptbahnhof versammelt und um den GC Cup spielt, ist das schlicht grossartig. Das muss man erlebt haben.

Solche Momente gibt es aber auch abseits der ganz grossen Bühnen. Wenn ein Spieler wie Joel Rüegger nach über 400 Unihockey-Spielen im GC Trikot seine Aktivkarriere beendet, zeigt das ebenfalls sehr viel über diesen Club. Eigengewächs, Captain, Leader und Identifikationsfigur – solche Persönlichkeiten prägen GC genauso wie Titel. Und wenn man im Rugby sieht, mit wie viel Kameradschaft, Zusammenhalt und Respekt gegenüber dem Gegner gespielt wird, dann spürt man, dass Sport bei GC auch Haltung bedeutet.

Was wünschst Du dem Grasshopper Club Zürich für die kommenden Jahre?

Ich wünsche dem Grasshopper Club Zürich viele glückliche Momente und grosse Erfolgserlebnisse für alle Sektionen und ihre Mitglieder. Ich wünsche mir, dass es uns weiterhin gelingt, Kinder und Jugendliche für den Sport und für GC zu begeistern. Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie wichtig Sport gerade in der Jugendzeit sein kann.

Ich wünsche mir auch, dass die Sektionen den eingeschlagenen Weg weitergehen: mit Zusammenhalt, guter Nachwuchsarbeit, sportlichem Ehrgeiz und Freude am Clubleben. Ob im Basketball mit den Ambitionen bei den Damen und Herren, im Tennis mit traditionsreichen Turnieren wie dem Schoeller Cup, im Landhockey mit seiner tollen Nachwuchsförderung oder in vielen anderen Bereichen – überall gibt es Menschen, die GC voranbringen.

Ein besonderer Dank gilt meinen Kolleginnen und Kollegen im Zentralvorstand für die tolle Zusammenarbeit, die Freundschaft und das gemeinsame Engagement für den Club. Andi Csonka wünsche ich für seine neue Aufgabe viel Freude, Erfolg und breite Unterstützung. Ich werde mich weiterhin im Vorstand einbringen und ihn in seiner Arbeit als neuer Zentralpräsident gerne unterstützen.

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Der Zentralvorstand dankt Peter Fanconi herzlich für seine sechsjährige Tätigkeit als Zentralpräsident des Grasshopper Club Zürich. Mit grossem Engagement, Weitblick und persönlicher Verbundenheit hat er die Entwicklung des Clubs geprägt und die Zusammenarbeit zwischen den Sektionen gestärkt. Wir freuen uns, dass Peter Fanconi dem Vorstand erhalten bleibt, und danken ihm für seine weiterhin wertvolle Unterstützung.

  • Peter Fanconi (links) am GC Cup 2025, gemeinsam mit Rolf Meyer, ehemaliger Sektionspräsident GC Squash, und mit Steve Buchli, Präsident des Vereins Grasshopper-Cup. – Foto: zVg
  • Präsidenten unter sich. 2023 trifft sich GC Zentralpräsident Peter Fanconi (l.) mit zweien seiner Vorgänger, Uli Albers (m.) und Andres Iten (r.), im Restaurant Heugümper.
  • GC Zentralpräsident Peter Fanconi (l.) weiht gemeinsam mit Silvan Keller, Präsident der GC Fussballsektion, das neue GC Archiv im Stadtzentrum ein. - Foto: zVg