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05.11.2000

Die Grasshoppers sind an der Tabellenspitze

GC - Yverdon Sport 1:0 (0:0)

Hardturm, 4'800 Zuschauer. Schiedsrichter: Reto Rutz (Urs Weber, José Gonzales). - Tor: 60. Bieli 1:0.

Bemerkungen: GC ohne Joller, Cabanas, Chapuisat, Jehle, Berner, Hodel (alle verletzt), Schwegler (gesperrt). - Gelbe Karten: 32. Esposito (Foul), 49. Petric, 51. Gil (beide wegen Schwalbe), 57. Gohouri, 74. Melunovic (beide Foul).

GC:Huber; Haas, Denicola, Smiljanic, Tararache; Zanni, Baumann, Esposito, Gerber (46. Melunovic); Yakin (46. Bieli); Petric (84. Fredericks).

Yverdon-Sport: Delay; Diogo, Cavin, Rochat, Jenny; Peco (83. Favre), Friedli, Cavalo, Costantino; Gil (75. Devolz), Gohouri (78. Renfer).

Nach der enttäuschenden Vorstellung in Genf (1:3-Niederlage) sind die Hoppers wieder auf die Siegerstrasse zurückgekommen. Allerdings nicht aufgrund eines spektakulären, aber doch verdienten 1:0-Sieges über Yverdon. Es war ein Arbeitssieg, wie man derlei glanzlose Erfolge bezeichnet. GC-Cheftrainer Hans-Peter Zaugg atmete nach den 90 Spielminuten erst einmal richtig durch: 'Unglaublich' - mehr sagte er nicht, bevor er seinen Spielern gratulierte, als sie von der Fankurve zurückgekommen waren. Und in der Pressekonferenz nach der Partie stellte Zaugg fest, dass in der ersten Halbzeit seine Spieler 'zu wenig nahe am Gegner' standen - 'es aber auch schwer ist, gegen das gut eingestellte Team aus Yverdon zu bestehen', - das habe kürzlich auch der FC Basel feststellen müssen...

Zauggs Gegenüber, Philippe Perret war mit der Leistung seines Teams zufrieden: 'Wir haben engagiert gekämpft - und mit nur einem Gegentor veroren, erzielt von Rainer Bieli, den ich von Xamax her gut kenne... Man darf ihn im Strafraum einfach nicht alleine lassen...' Damit wären wir beim Matchwinner: Rainer Bieli, bis dahin seit seiner Rückkehr auf den Hardturm ohne Torerfolg geblieben, legte eine gehörige Portion 'Frechheit' an den Tag, als er zu einem Fallrückzieher ansetze - und dieser ihm optimal gelungen ist - Delay im Tor von Yverdon-Sport blieb keine Abwehrchance. Wer in einer Phase, in der ihm das Pech förmlich an den Fussballschuhen klebt, solch kaltblütig agiert, darf sich getrost Goalgetter nennen. Rainer Bieli tat die Sympathiekundgebung der Fans während und nach dem Spiel gut. Auch alle seine Kollegen mochten ihm diesen Torerfolg gönnen, dem er so lange nachgelaufen ist.

Bieli, zu Beginn der zweiten Halbzeit für den unglücklich agierenden Yakin in die Mannschaft gekommen, profitierte in einigen Phasen in erster Linie von der Vorarbeit Melunovic', der zeitgleich mit ihm ins Spiel gekommen war (für Andres Gerber). Melunovic brachte ordentlichen Zug ins Spiel - immer wieder machte er über die linke Angriffsseite Druck, schlug glänzende Flanken, wurde damit, zusammen mit Bieli, zum Matchwinner.

Die Grasshoppers haben sich den Sieg verdient - hätten sich aber auch nicht beklagen dürfen, wären die Gäste in Führung gegangen. Diese hatten nämlich ihre beste Möglichkeit in der 41. Minute, als Gil von einem Missverständnis zwischen Denicolà und Huber profitieren konnte - sein Ball prallte aber vom Torpfosten zurück. Immerhin hatten später die Hoppers auch eine weitere sogenannt hundertfünfzigprozentige Chance, der Schuss Petric' wurde aber auf der Torlinie abgewehrt.

Dank dieses harterkämpften Sieges steht GC jetzt erstmals in dieser Saison an der Tabellenspitze. Auch wenn direkte Konkurrenten ein Spiel weniger ausgetragen haben als die Hoppers, wird diese Position dem Zaugg-Team für den Rest der Qualifikationsrunde viel Auftrieb geben. Immerhin kann jetzt schon davon ausgegangen werden, dass das Qualifikationsziel erreicht wird - nämlich nach der Punktehalbierung am Ende der Quali "bei den Leuten" zu sein.