Mit einem Pop-up-Museum an der Schifflände wurde der Hauptsitz der Grasshopper Fussball AG für einige Tage zu einem Ort, an dem sich 140 Jahre GC Fussball auf engem Raum überblicken liessen. Fundstücke aus der Gründerzeit, Bilder, Dokumente und Erinnerungsstücke erzählten von Erfolgen, Persönlichkeiten und verschiedenen Epochen des Clubs.
Mindestens so interessant wie die Ausstellung selbst waren die Begegnungen rundherum. Ehemalige Spieler trafen auf Fans, Kinder beschäftigten sich mit der Geschichte des Clubs, und immer wieder kamen Erinnerungen und Geschichten von früher zur Sprache. Das Museum war nicht nur Ausstellung, sondern Treffpunkt.
Die Rückkehr einer Legende
Ein besonderer Höhepunkt war die Rückkehr von Richard Nuñez. Mehr als 20 Jahre nach seinem Abschied kam der Uruguayer erstmals wieder nach Zürich. 154 Pflichtspiele, 105 Tore und der Meistertitel 2003 machen ihn bis heute zu einer der prägenden Figuren der jüngeren GC Geschichte.
Beim Jubiläumsspiel gegen den FC St. Gallen wurde er im Stadion begrüsst, schrieb Autogramme und traf ehemalige Weggefährten und Fans. Viele, die ihn damals im GC-Trikot erlebt hatten, sahen ihn erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder. Andere kannten ihn vor allem aus Erzählungen, alten Bildern oder Videos. Mit einem verdienten 2:0-Sieg gegen St. Gallen bekam der Abend auch sportlich den passenden Abschluss.
Ein nervenaufreibendes Derby zum Abschluss
Und am Ende der Woche stand das 295. Zürcher Derby. GC war über weite Strecken die aktivere Mannschaft, geriet aber zweimal in Rückstand und vergab zwischenzeitlich sogar einen Penalty. Trotzdem blieb die Mannschaft im Spiel – und wurde ganz am Ende belohnt: In der 96. Minute köpfte Bujar Pllana nach einem Freistoss von Samuel Krasniqi zum viel umjubelten 2:2 ein.
Ein später Punktgewinn, der sich wie ein Sieg anfühlte. Und damit ein passender sportlicher Schlusspunkt unter eine Woche, in der GC seinen 140. Geburtstag auf vielfältige Weise gefeiert hatte.
Maurice Desiderato


