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VON DER SPITZENHANDBALLERIN ZUR NACHWUCHSTRAINERIN
Foto: GC

VON DER SPITZENHANDBALLERIN ZUR NACHWUCHSTRAINERIN

GC Amicitia-Spielerin Kerstin Kündig wechselt vom Spielfeld an den Spielfeldrand: Nach einer beeindruckenden Karriere im In- und Ausland tritt sie als aktive Spielerin zurück und engagiert sich neu als Nachwuchstrainerin.

Kerstin Kündig hängt ihr Trikot an den Nagel: Die 32-Jährige beendet nach der Saison 2025/26 ihre aktive Laufbahn im Spitzenhandball. Kündig stiess nach fünf erfolgreichen Jahren im Ausland erst im Sommer 2025 zu GC Amicitia. Seither trägt sie massgeblich zu den Erfolgen der Zürcherinnen bei: Die Hauptrunde beendete GC Amicitia auf dem ersten Platz. Im vergangenen Februar trug Kündig mit fünf Treffern zum Sieg im Final des Mobiliar Handball Cups und so zum ersten Cup-Titel seit 21 Jahren bei. Zudem erreichte sie mit GC Amicitia die 3. Qualifikationsrunde der EHF European League. Und Ende Mai holte sie mit ihrem Team schliesslich den langersehnten Schweizermeistertitel.

Erste Handballerin mit internationalem Club-Titel

Ihre Handball-Karriere begann als Teenagerin bei der HSG Pfäffikon-Fehraltorf. 2009 wechselte sie zu Yellow Winterthur, fünf Jahre später zum LC Brühl, mit welchem die Rückraumspielerin gleich zweimal Meisterschaft, Cup und Supercup gewann. 2020 wanderte sie zum Thüringer HC nach Deutschland aus, 2022 nahm sie der dänische Club Viborg KH unter Vertrag. Danach spielte sie ein Jahr lang für SG BBM Bietigheim, mit welchem sie 2023 das Bundesliga-Double holte und in der Champions League auflief. Nach ihrer Rückkehr zum Thüringer HC schrieb sie 2025 Geschichte: Mit dem Gewinn der EHF European League wurde sie zur ersten Schweizer Handballerin mit einem internationalen Club-Titel.

Auch die Schweizer Nationalmannschaft prägte sie mit: Mit 18 Jahren spielte sie erstmals für die Schweiz, seit 2024 führt sie die Mannschaft als Kapitänin an. Zweimal nahm sie mit der Nati an einer EM teil, ehe sie ihre Karriere 2025 mit einer WM-Teilnahme krönte. In 114 Länderspielen erzielte Kündig beeindruckende 289 Tore. Wie bedeutend sie für den Schweizer Handball ist, lässt sich auch an ihren Auszeichnungen ablesen: Bei den Swiss Handball Awards wurde Kündig insgesamt fünfmal zur «Swiss Player des Jahres» ernannt.

Kündig bleibt GC treu

Nun verlässt sie sowohl die Nationalmannschaft als auch die SPL1 Frauen von GC Amicitia. «Ich habe mehr erreicht, als ich mir jemals erträumt hätte», schwärmt Kerstin Kündig. «Ich durfte in der Schweiz und in Deutschland Cup- und Meistertitel feiern, die European League gewinnen und die Schweiz als Kapitänin an einer EM und WM anführen.» Es gebe viele besondere Momente. Aber noch wichtiger seien ihr all die Erlebnisse, die sie mit Menschen teilen durfte, die ihr am Herzen liegen.

GC Amicitia wird Kündig aber dennoch treu bleiben: Ab Sommer 2026 wird sie ihre Erfahrungen als Nachwuchstrainerin an die nächste Generation weitergeben. «Ich arbeite sehr gerne mit jungen, ehrgeizigen Athletinnen zusammen», verrät Kündig. «Ich habe selbst während meiner Karriere so viel von Trainerinnen und Trainern profitieren dürfen. Deshalb will ich den Mädchen bei GC etwas mitgeben, das ihnen auf ihrem weiteren Weg im Handball hilft.»

Frauen-Nachwuchschef Stefan Oberholzer freut sich auf die Zusammenarbeit: «Die Spielerinnen können von Kerstins professioneller Einstellung und ihrer grossen Erfahrung aus dem Spitzenhandball enorm profitieren.» Er sei davon überzeugt, dass sie neue Impulse setzen werde. Kündig übernimmt bereits in der noch laufenden Saison die Verantwortung für den Athletikbereich im Nachwuchs. Diesen wird sie neben ihrem Engagement als Trainerin weiter ausbauen.

 

Pamela Schefer

  • Kündig bleibt GC erhalten: Sie engagiert sich neu als Nachwuchstrainerin. Foto: GC
  • Kerstin Kündig (M.) konnte in ihrer Karriere viele Titel ergattern. Foto: GC
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